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[plot] - Kapitel 2 - They not taking the hobbits to Isengard

5ter August im Jahre 4 des Vierten Zeitalters


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Ungelesener BeitragVerfasst: Di 12. Jan 2016, 01:38 
5ter August im Jahre 4 des Vierten Zeitalters

~Früher Morgen~



Anwesende Personen:
Aragorn; Eomer; Rhonin; Dorstan; Legolas; Kahlan; Haldir, Faramir .... - Auf dem Weg nach Isengard

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Stolzer Besitzer von
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 Betreff des Beitrags: [plot] Re: Kapitel 2 - Riddermark
Ungelesener BeitragVerfasst: Di 12. Jan 2016, 01:38 
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the gentle beast of edoras

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Es war eindeutig zu früh am Morgen. Viel zu früh um genauer zu sein. Rhonin hatte so seine Mühen, seine Augen für längere Zeit offen zu lassen und er konnte wohl von Glück sprechen, wenn er den Weg durch Edoras auch mit geschlossenen Augen fand. Immerhin war er hier geboren und auch aufgewachsen und in all den Jahren hatte sich so vieles nicht verändert. Vielleicht lag ein Stein jetzt woanders als früher oder ein Grashalm war in die andere Richtung gebogen, aber das durfte es wohl gewesen sein. Sicherlich hatte der Krieg einiges verändert, aber manche Dinge waren einfach gleich geblieben. Aber selbst wenn sich hier in Edoras etwas innerhalb weniger Stunden geändert hätte, so hatte er doch seine Apfelschimmelstute am Zügel und die hatte keine Probleme die Augen offen zu halten. Wenn man wollte, dann konnte man sich gerade durchaus die Frage stellen, wer hier wen durch Edoras führte.

Vor ein paar Jahren noch, da hatte Rhonin keinerlei Probleme gehabt sich die Nacht um die Ohren zu schlagen und dennoch absolut wach und fit zu sein, doch man wurde nicht jünger. Sagte man zumindest, aber hier lag es wohl weniger am Alter, sondern schlichtweg an den 5 Jahren Ruhe. Da hatte es keine Nachtwache mehr gegeben, bei welcher man gefordert war die ganze Nacht wach und konzentriert zu bleiben. Er war, und das stand er sich überhaupt nicht gerne ein, wohl einfach nur außer Übung. Es war ja nicht so, dass es lieber anders gehabt hätte, denn Friedenszeiten waren durchaus schöne Zeiten, aber so eine Erkenntnis war für einen Krieger Rohans eben keine schöne Erkenntnis. Gut, er hatte sich ja selbst dazu entschieden, zurück nach Edoras zu kehren und auch dort zu bleiben und nicht weiter seinen Dienst in einem Eored zu leisten und somit hätte ihm klar sein müssen, dass Nichtstun nicht zum Vorteil für einen Krieger war. Aber immerhin war ihm die Erkenntnis zu Friedenszeiten gekommen und nicht im Krieg, wo es dann zu spät gewesen wäre.

Erneut rieb er sich mit dem Handrücken über die Augen, während er sich so leise wie nur möglich durch das Heerlager bewegte. Er wollte ja niemanden aus Versehen auf die Hand treten oder ihm einen Tritt in die Rippen verpassen. Rhonin musste schmunzeln, als er seinen Blick über die schlafenden Soldaten schweifen ließ. Dieses Bild erinnerte ihn an die Feier, welche Edoras nach der siegreichen Schlacht in Helms Klamm erleben hatte dürfen. Damals waren die Menschen nicht minder schlafend irgendwo gelegen, so hatte es doch nicht für alle ein Bett gegeben. Ja, man hatte den Sieg gefeiert, nicht wissend, was noch vor ihnen liegen würde. Damals hatte keiner geahnt, dass er sich kurz darauf einer Übermacht entgegen stehen sehen würde. Einer Übermacht, von der keiner von ihnen geglaubt hatte, sie besiegen zu können. Ein jeder von ihnen hatte gewusst, dass es durchaus die letzte Schlacht sein würde, in die er ritt und dennoch waren sie geritten. Nicht einer von ihnen hatte gezögert sein Leben für die Freiheit dieses Landes zu geben. Für die Zukunft derjenigen, die noch zu jung zum kämpfen gewesen waren. Sie hatten für das gekämpft, an was sie glaubten und für das, was sie liebten. Vielen hatte die Schlacht auf den Pelennorfelder das Leben gekostet und nur wenige waren aus der Schlacht am Morannon zurückgekehrt. Es war ein teuer erkaufter Sieg gewesen – Für jedes Volk. Rhonin hoffte, dass auf diese Feier nicht das Gleiche folgen würde wie damals.


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 Betreff des Beitrags: [plot] Re: Kapitel 2 - Riddermark
Ungelesener BeitragVerfasst: Do 14. Jan 2016, 11:20 
Bereits lange vor Sonnenaufgang hatte Dorstan die heimischen, steinernen Wände der Schmiede verlassen. Er hatte diese Nacht in ebendieser und nicht in seiner kleinen, angrenzenden Hütte verbracht, was nur bedingt an einem Anflug von Sentimentalität lag, sondern hauptsächlich daran, dass er grundsätzlich auf Nummer sicher ging, was seine - und seines Pferdes - Ausrüstung anging. Nun konnte man zumindest nicht behaupten, dass er unvorbereitet loszog und dabei Gefahr lief, dass ihm so schnell die Pfeile ausgingen, die Klinge seines Schwertes stumpf war oder sein treues Reittier nicht anständig beschlagen wäre, was ohnehin niemals vorkam. Sein geflügelter Gefährte hingegen benötigte keine Vorbereitung und hatte sich, kaum dass die ersten Sonnenstrahlen den Horizont erhellt hatten, von seinem angestammten Platz auf einem der Dachbalken erhoben und war flügelschlagend in die Dämmerung verabschiedet. Dorstan bezweifelte nicht, dass dieser unweit von hier seine Runden zog.

Dennoch konnte er nicht leugnen, dass es ihm schwer fiel tatsächlich aufbruchbereit zu sein. Er war zwar schon immer jemand gewesen, der die frühen Morgenstunden eher schätzte, als den späten Abend, aber die Zeiten hatten sich geändert. Es war lange her, dass man von ihm Einsatzbereitschaft erwartet hat, nachdem der Abend zuvor nicht nur sehr ausschweifend und spät, sondern die darauffolgende Nacht auch noch arbeitssam und zum Großteil ruhelos vonstatten gegangen war. Er war eben auch nicht mehr der Jüngste und Weib und Trank forderten ebenso ihren Tribut wie vorbereitende Arbeiten in der Schmiede. Doch unter keinen Umständen hätte er bei diesem Ritt an diesem Morgen einen Rückzieher gemacht, selbst dann nicht, wenn Eomer ihn lediglich darum gebeten hätte ihn bei einem Ritt um Edoras herum zu begleiten.

Seit geraumer Zeit hatte er nun ein wenig außerhalb des Heerlagers Position bezogen und beobachtete ein wenig amüsiert das schläfrige Treiben, das zwischen ihm und den Toren von Edoras stattfand. Mit gemischten Gefühlen erinnerte er sich an das letzte Heerlager zurück, an dem er Teil gewesen war. Alles was er in diesem Moment hoffen konnte, dass dieses hier nicht den selben schweren Weg vor sich hatte, denn viele, die damals an seiner Seite geritten waren, hatten die darauffolgende Schlacht nicht überlebt. Einer jedoch, der ihn seit jeher begleitete, so sehr er auch manches Mal versucht hatte ihm aus dem Weg zu gehen, schlich gerade langsamen - und offensichtlich müden - Schrittes durch das Heerlager in seine Richtung und hatte ihn dabei augenscheinlich noch nicht entdeckt. Rhonin. Dorstan schmunzelte und warf einen Blick gen Himmel, wo Iolair dabei war seine Runden zu ziehen. Während er die Hand, die Dagons Zügel hielt, locker auf dem Knauf des Sattels ablegte, hob er den linken und schwer behandschuhten Arm leicht an, wobei er einen unüberhörbaren Pfiff ausstieß. Der stolze Vogel reagierte sofort, setzte zum Landeanflug an und schoss dabei so dicht an Rhonins Haarschopf vorbei, dass kaum eine Pfeilspitze zwischen die Flügelspitzen und den blonden Haaransatz gepasst hätte.

"Ich grüße dich, wackerer Mitstreiter," rief Dorstan seinem langjährigen Freund entgegen, wobei es in seinen dunklen Augen amüsiert aufblitzte, während Iolair auf seinem Arm landete und krächzend das dargebotene Stück Trockenfleisch aus seiner Hand pflückte.


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 Betreff des Beitrags: [plot] Re: Kapitel 2 - Riddermark
Ungelesener BeitragVerfasst: So 17. Jan 2016, 01:01 
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the gentle beast of edoras

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Es war gar nicht so einfach sich durch ein schlafendes Heerlager zu bewegen, ohne dabei jemanden aus Versehen auf die Hand oder das ausgestreckte Bein zu treten. Auf großartige Entschuldigungsbekundungen konnte Rhonin an diesem Morgen wahrlich verzichten und vermutlich müsste er sich dann auch nur noch eine Erklärung einfallen lassen, warum er bereits zu so früher Stunde unterwegs war. Einer Zeit, an welcher ein normaler Mensch noch schlafend in seinem Bette lag. Hier und da konnte er ein paar Elben entdecken, die offenbar so etwas wie Schlaf nicht benötigten und noch genau so fit aussahen wie am Abend zuvor. Auch wenn sich Rhonin nicht sicher war, ob er überhaupt einem davon gestern über den Weg gelaufen war. Irgendwie sahen sie so auf die Entfernung alle gleich aus. Liefen den ganzen Tag mit einem Gesicht herum, als würde es ihnen Schmerz bereiten, würden sie ihren Mund zu einem Lächeln verziehen. Ehrlich gesagt war ihm noch nie ein Elb unter gekommen, den er hatte Lachen sehen. Also so richtig. So wie es die Menschen und sogar die Zwerge zu tun pflegten. Aber dass sie es nicht konnten lag wohl daran, weil ein herzhaftes Lachen unter ihrer Würde war und sie könnten ja ihr Gesicht verlieren oder so etwas in der Art. Nicht dass es ihn groß interessieren würde, warum sie es nicht taten, es war ihm einfach nur so im Laufe der Zeit aufgefallen. Für ihn waren sie noch immer ein sehr seltsames Volk aus dem er einfach nicht schlau wurde. Sie waren ihm manchmal nicht ganz geheuer, aber das bedeutete nicht, dass er sie nicht mochte. Er zog einfach nur die Anwesenheit eines Menschen, die eines Elben vor.

Rhonin hatte gerade das letzte am Rand stehende Zelt des Heerlagers hinter sich gelassen, als er einen Lufthauch direkt neben seinem Kopf verspürte und innerlich aufseufzte. Manche Männer wurden offenbar nie erwachsen und Dorstan gehörte eindeutig dazu. Er konnte das ruhigen Gewissens über ihn behaupten, so kannte er ihn jetzt doch schon sein ganzes Leben und das lag nicht nur daran, dass sie beide in Edoras geboren und aufgewachsen waren. Sie waren bereits als Knaben Freunde gewesen, hatten im gleichen Eored ihren Dienst getan und sie waren gemeinsam mit Eomer ins Exil gegangen. Sie hatten zu den wenigen Reiter aus ihrem Eored gehört, die treue zu Rohan gestanden waren und den Worten ihres Königs keinen Glauben mehr geschenkt hatten. Alle in Edoras hatten die Veränderung des Königs unter Grimas Einfluss mitbekommen, hatten gesehen wie sehr sich Theoden verändert hatte, aber nur Wenige hatten den Mut gehabt es in Worte zu fassen und noch weniger hatten den Mut besessen, sich gegen ihn zu stellen. Es war keine einfache Zeit gewesen, für niemanden und ohne die Freundschaften hätte er die Zeit wohl kaum ohne Schaden überstanden.

„Wenn ich nicht genau wüsste, dass du jedes Mal dahinter steckst“, begrüßte Rhonin Dorstan und lehnte sich mit der Schulter gegen seine Stute. „Würde ich ihn wie ein Huhn rupfen.“ Ein breites Grinsen legte sich auf Rhonins Lippen, als sein Blick zu dem Vogel auf Dorstans Arm wanderte. Dieser Vogel hatte ihnen in der Vergangenheit schon so viele Male geholfen, so war er doch ihre Augen an Orte, wo es ihnen unmöglich gewesen war zu gelangen. Er hatte feindliche Truppen erspäht, noch ehe jemand von ihnen überhaupt mit solchen gerechnet hätte und ihnen die Zeit verschafft, die sie für das Auslegen der Falle benötigt hatten. „Andererseits“, meinte Rhonin mit gespielt nachdenklichem Blick. „Vielleicht sollte ich ihn in Ruhe lassen und dich stattdessen rupfen? Immerhin ist er nützlicher als du es bist.“ Es war wohl der typische Schlagabtausch der zwischen ihnen stattfand.


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 Betreff des Beitrags: [plot] Re: Kapitel 2 - Riddermark
Ungelesener BeitragVerfasst: So 31. Jan 2016, 11:41 
"Na na, hast du das gehört?" murmelte Dorstan kopfschüttelnd und strich Iolair über die gefiederte Brust, ehe er sich wieder Rhonin zuwendete. "Und wer rettet dir dann mal wieder deinen Hintern, wenn ich nicht da bin? Gibs zu, du freust dich mich zu sehen, denn du weißt, dass ich dich immer wieder heil nach Hause bringe." Im Grunde war dies doch auch der Sinn und Zweck ihrer Gemeinschaft. Jeder achtete auf den anderen und sie aus dem harten inneren Kern sowieso. Dass jeder von ihnen den anderen damit neckte wie oft er dessen Leben bereits gerettet hatte, war kaum mehr als der übliche Schlagabtausch. Zwar entsprachen diese Angaben für gewöhnlich sogar der Wahrheit, auch wenn sie bei jeder Gelegenheit der Dramatik zuliebe noch weiter ausgeschmückt wurden, aber niemand von ihnen käme tatsächlich auf die Idee sich damit zu brüsten. Iolair, der mit einem ungehaltenen Krächzen darauf aufmerksam machte, dass er nicht gewillt war die Zeit jetzt schon in abwartender Position zu verharren, schlug einmal ungeduldig mit den Flügeln und widmete Dorstan einen Blick, den man eindeutig als beleidigt interpretieren konnte, wenn man denn gewillt war aus den durchdringenden Augen des Vogels etwas lesen. "Du bist störrischer als jedes Weib, weißt du das?" Dorstan seufzte und entließ seinen treuen Wegbegleiter wieder in die Luft. Einen Augenblick lang sah er ihm nach, bevor er seine Aufmerksamkeit wieder auf Rhonin richtete, der gegen seine Stute gelehnt dastand und beinahe den Eindruck machte, als würde er gleich einschlafen wollen.

"Weißt du, was dein Problem ist, mein Freund?" Dorstan stieg von Dagon ab und trat einige Schritte auf Rhonin zu. Er hasste es nicht auf gleicher Augenhöhe zu sein. Entweder waren sie auf dem Pferd oder am Boden, aber dieser Unterschied, dass nur einer von ihnen aufsaß und von 'oben herab' mit dem anderen redete... nein, das war ein Unding. Außer natürlich es gab einen Grund dafür, der aber hier nicht gegeben war. "Du wirst alt. Du fängst an zu schwächeln. Was ist nur los mit dir? Oder ist etwa das hübsche Weib von letzter Nacht daran Schuld?" Seine Lippen verzogen sich zu einem schiefen Grinsen, wobei er Dagon den Hals tätschelte. Die Wahrheit war, dass sie beide alt wurden und im aktiven Dienst in Eomers Eored gehörten sie zu den ältesten und ganz sicher waren sie die ältesten aktiven Krieger, die Edoras oder womöglich ganz Rohan zu bieten hatte, denn den Ringkrieg hatten viele der älteren Generationen nicht überlebt. "Du musst dich ein wenig ranhalten, wenn du dein Wissen noch an die jungen Hüpfer dort weitergeben willst." Dorstan nickte in die Richtung des Heerlagers, in dem natürlich nicht nur Jüngere der Dinge harrten, die da kommen mochten, aber Rhonin würde schon verstehen, was er meinte. Sie alle hofften, dass diese Angelegenheit, wegen der sie sich hier alle versammelt hatten, ein besseres Ende nehmen würde und sie alle hofften, dass es erst gar nicht zu einem 'großen Problem' werden würde. Ein Missverständnis vielleicht. Ja, das alles war lediglich ein Missverständnis. Natürlich ausgehend von den Elben. Von wem auch sonst?

"Hast du ihn heute schon gesehen?" Eomer. Natürlich würde Rhonin wissen, dass er sich auf ihn bezog, denn für gewöhnlich waren es immer sie drei, die sich zuerst zusammen fanden, sobald es darum ging aufzubrechen. Andererseits war sich Dorstan nicht sicher, wann sich Eomer in der Nacht zuvor zurückgezogen hatte, aber es musste eindeutig nach ihm gewesen sein.


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 Betreff des Beitrags: [plot] Re: Kapitel 2 - Riddermark
Ungelesener BeitragVerfasst: Mi 3. Feb 2016, 00:35 
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Hatte sich Rhonin bis eben noch nur mit der Schulter gegen seine Stute gelehnt, so tat er es nun mit dem ganzen Rücken. Er müsste lügen, wenn er nicht noch die eine oder andere Drehung im Bett hätte verbringen können. Aber Dorstan gegenüber würde er so etwas natürlich nie zugeben. Erstens wusste er so oder so wie es sich verhielt und zweitens musste man ihn darin nicht auch noch bestätigen. Das tat seinem eh schon viel zu großen Ego einfach nicht gut. „Nun also da wären Eomer und da wäre Edric und dann wäre da noch Wulfric und nicht zu vergessen Hafang“, entgegnete Rhonin seinem besten Freund mit ruhiger Stimme und das auch noch ohne auch nur eine einzige Mine dabei zu verziehen. Ganz so, als wäre es das natürlichste der Welt, dass es genug andere gab, die ihm im Notfall den Hintern retten würden und eben nicht nur Dorstan. Aber sie beide wussten aber auch gut genug, wie die Wahrheit in Wirklichkeit aussah. „Ach“, meinte Rhonin seufzend und winkte mit der Hand ab. „Wenn du es weißt, warum willst du dann eigentlich jedes Mal eine Bestätigung von mir? Wann hast du aufgehört auf deinen Bauch zu hören?“ Sicherlich hatte er damit zugegeben, dass Dorstan mit seinen Worten recht hatte und dass er sich natürlich freute, mit der Person, welche er jetzt von allen am längsten kannte, noch immer unterwegs sein zu können, aber zugleich war da eben auch dieser kleine Seitenhieb gewesen. Ein Seitenhieb, der einfach hatte sein müssen. Ohne ging es eben einfach nicht und vermutlich wusste jeder auch schon, dass wenn diese einmal ausblieben, zwischen ihnen etwas nicht stimmte. Aber so überhaupt gar nicht stimmte. Das stille Zeichen, entweder etwas zu unternehmen oder schleunigst das Weite zu suchen.

„Moment!“, warf Rhonin ein und sah Dorstan zu, wie er von dem Rücken seines Pferdes stieg. „Wie kommst du überhaupt darauf, dass ich ein Problem haben könnte?“ Leicht neigte Rhonin seinen Kopf und verschränkte demonstrativ die Arme vor der Brust. Er war ein wenig übernächtigt, aber das konnte man ja wohl nicht als Problem bezeichnen. „Alt? Du erzählst mir, ich werde alt?“ Rhonin zog langsam beide Augenbrauen nach oben, ehe er in ein lautes und tiefes, aber sehr herzhaftes Lachen fiel. „Darf ich dich vielleicht daran erinnern, dass du hier derjenige bist, der alt ist?“ Gut, Dorstan war gerade einmal ein Jahr älter als er selbst, aber auch ein einziges Jahr, reichte in diesem Falle vollkommen aus. „Immerhin bin ich ja noch in der Lage, mein Leben zu genießen, was man von dir mein Freund ja nicht gerade behaupten kann“, fügte er noch mit einem breiten Grinsen hinzu. Dorstan war letzte Nacht der Erste gewesen, der sich zurückgezogen hatte und wenn das kein Zeichen von alt werden oder schwächeln war, dann wusste Rhonin nicht, was sonst ein Zeichen sein könnte. Aber es war nicht zu leugnen, dass er solche Nächte früher leichter weggesteckt hatte, als in diesen Tagen. 5 Jahre der Ruhe waren einfach zu viele Jahre gewesen, wenn auch es ja seine eigene Entscheidung gewesen war, sich in eine Art von Ruhestand zurück zu ziehen. Es war ihm offen gestanden, weiter seinen Dienst zu tun oder eben nicht. Er hatte sich entschieden den Jüngeren Platz zu machen und sich um den alten Hof seines Vaters zu kümmern. Geglaubt, dass er das tun müsste, weil er es seinem Vater irgendwie schuldig war. Aber er war ihm nichts schuldig und das würde er ihm vermutlich auch sagen, wenn er hier wäre, um es tun zu können.

„So träge einen dieser Frieden auch macht“, seufzte Rhonin und ließ seinen Blick in Richtung Heerlager schweifen. „Ich hoffe nicht, dass ich das tun muss.“ Keiner von ihnen der Zeuge des schrecklichen Krieges geworden war, wünschte sich eine derartige Zeit zurück. Zu viel Schmerz und Leid war mit dieser Zeit verbunden und viele gute Männer hatte dieser Krieg das Leben genommen. Aber nicht nur Männern, sondern auch Frauen und Kinder. Keiner sollte jemals wieder einen solchen Krieg miterleben müssen. „Ich gehe mal davon aus“, sprach Rhonin und lenkte seinen Blick wieder zu Dorstan. „Dass er seinen Pflichten nachkommt und ein wenig mehr Zeit als sonst benötigt.“ Gesehen hatte er ihn jedenfalls nicht und er ebenfalls vor ihm aus der Taverne verschwunden, aber bei so viel Herrschaften die alle mit an der Suppe kochen wollte, konnte er ja wohl schlecht ohne sie sich auf den Weg machen.


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 Betreff des Beitrags: [plot] Re: Kapitel 2 - Riddermark
Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 8. Feb 2016, 09:36 
"Spielst du etwa darauf an, dass ich mich zuerst zurückgezogen habe, während ihr noch am trinken ward?" Abschätzend wanderte seine Augenbraue ein Stück nach oben. "Nun, mein Freund, damit wären wir wieder bei meiner ursprünglichen Aussage: zumindest bei einem von uns muss der Verstand ja klar genug sein, um den anderen wieder sicher nach Hause zu bringen." Ein beinahe süffisantes Lächeln umspielte seine Mundwinkel, während Dagon beinahe zustimmend den Kopf in den Nacken warf, was in diesem Moment nur zu deutlich als Nicken gelten konnte. "Ich kann doch nicht verantworten, dass diese Stadt ihren Jungfrauenschreck verliert." Dorstan schüttelte langsam den Kopf. "Außerdem," fügte er hinzu, während er die Hand ausstreckte und diese auf Rhonins Schulter legte, "schuldest du mir noch einige Krüge Zwergenbier, die ich dir keinesfalls erlassen werde."
Nun, in wiefern diese Aussage der Wahrheit entsprach war eine reine Auslegungssache, denn eigentlich bekamen sie - der verbliebene und treue innere Kreis um Eomer - ihre Bestellungen in der Taverne mehr umsonst, als dass sie dafür tatsächlich etwas geben mussten, aber zumindest wäre Rhonin die nächsten paar Male an der Reihe sich um den Nachschub zu kümmern. Bei vielen von ihnen belief sich die 'Zahlungsweise' ohnehin nach der Devise 'eine Hand wäscht die andere'. So wie viele andere von ihnen war auch Dorstan sofort zur Stelle, wenn er gebraucht wurde, egal um es um Schmiedearbeiten oder andere handwerkliche Dinge ging. Solange seine zurückliegende Rückenverletzung ihm keinen Strich durch die Rechnung machte, war er in vielen Belangen ein zuverlässiger Ansprechpartner. Nicht umsonst hatte man ihm schon die eine oder andere Affäre nachgesagt, so oft wie er in den Häusern alleinstehender Damen zugange gewesen war, wozu er sich allerdings grundsätzlich nicht äußerte. Immerhin war Rhonin derjenige, der eindeutig mehr Geschichten in dieser Richtung zu bieten hatte und Dorstan bezweifelte nicht für die Dauer einer Sekunde, dass diese alle der Wahrheit entsprachen, denn so war Rhonin immerhin schon immer gewesen. Ein Weiberheld. Und sein bester Freund unter den wenigen Menschen, die er als Freund bezeichnete.

"Hmn," Dorstan ließ seinen Blick erneut über das Heerlager schweifen. "Wir sollten hoffen, dass es gar nicht erst so weit kommt. Ich glaube niemand hier ist bereit für einen weiteren Krieg." Die Ernsthaftigkeit war in seine Stimme zurückgekehrt und auch wenn sie am Ende als Sieger aus dem großen Ringkrieg hervorgegangen waren, hatten sie alle zu viel verloren, um dieses Gefühl tatsächlich genießen zu können. Natürlich hatten sie sich gefreut, sie hatten gefeiert, zumindest nachdem die körperlichen Wunden des Krieges verheilt gewesen waren, aber die seelischen Wunden? Dorstan war sich nicht sicher, ob sie diese tatsächlich alle bereits überwunden hatten, denn zumindest er selbst konnte von sich behaupten, dass es die eine oder andere Nacht gab, in der die Geschehnisse ihn einholten und den einst so erholsamen Schlaf zu einer Qual werden ließen. Sein Blick verlor sich irgendwo in der Ferne. Nur am Rande nahm er ein paar Elben wahr, die hoch erhobenen Hauptes durch das Heerlager schritten. Für gewöhnlich eine Situation, in der augenblicklich ein abwertender Kommentar von seiner Seite aus gefolgt wäre, doch in diesem Augenblick spielten sie keine Rolle. "Es wird nicht so weit kommen," murmelte er und schüttelte den Kopf. Und wenn doch, wären sie eben wieder an vordester Front mit dabei. Für Eomer. Für Edoras. Für Rohan. So war es schließlich schon immer gewesen.

"Solange diese Pflichten eine Frau beinhalten, soll er sich ruhig Zeit lassen," gab er seine Meinung zu ihrem Anführer preis, während er vorangegangene Gedanken abschüttelte. Schwarzseherische Gedanken sollten noch keine Rolle spielen. Nicht bevor sie dafür wirklich einen Grund hatten.


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 Betreff des Beitrags: [plot] Re: Kapitel 2 - Riddermark
Ungelesener BeitragVerfasst: Fr 12. Feb 2016, 02:12 
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the gentle beast of edoras

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„Aber selbstverständlich tue ich das“, antwortete Rhonin und warf Dorstan einen Blick zu, als wäre er entsetzt darüber, dass Dorstan etwas anderes vermuten könnte. „Ach das ist doch alles nur eine Ausrede“, kam es natürlich sofort von Rhonin, als Dorstan erneut mit der Vernunftssache ankam. „Du warst einfach nur müde und versuchst es jetzt zu vertuschen. Aber mein alter Freund“, sprach Rhonin weiter, wobei er das 'alt' natürlich besonders betonte und Dorstan die Hand auf die Schulter legte. „Dein Geheimnis ist bei mir sicher. So wie alle anderen zuvor auch.“ Es gab so manches Geheimnis zwischen ihnen, von denen sonst keiner etwas wusste und das war bei manchen Geheimnissen wohl auch ganz gut so. Aber wenn man seinem besten Freund nicht mehr vertrauen konnte, dann konnte man es überhaupt niemanden mehr. Und wie sagte Rhonin immer so schön, ein guter Freund ist das einzige, was man im Leben brauchte. Das Leben war gnädig zu ihm gewesen, so hatte es ihm doch nicht nur einen guten Freund geschenkt, dennoch war und würde Dorstan immer etwas besonderes in seinem Leben bleiben und das nicht nur, weil er ihn nicht nur einmal vor dem sicheren Tode bewahrt hatte. Er verdankte Dorstan sein Leben, so wie Dorstan ihm seines verdankte. Es war einfach so und keiner würde jemals auf die Idee kommen, dafür eine Revanche zu verlangen. Es war nichts worüber man sprach, sondern es war eine Selbstverständlichkeit das Leben für das des Anderen zu geben. Jeder von ihnen war jederzeit dazu bereit.

„Jungfrauenschreck? Aber na hör mal!“ Nun war Rhonin dann doch ein klein wenig entsetzt, dass man ihm einen solchen, nun ja nicht gerade vorteilhaften Namen verpasst hatte. „Sie waren es gewesen, die mich gefragt haben und im Gegensatz zu dir, bringe ich es nicht übers Herz eine holde Weiblichkeit von mir zu weisen. Aber kann man es ihnen verübeln? Ich meine, wer will nicht schon einmal das Lager mit dem größten Helden den Rohan zu bieten hat teilen?“ Da war sie wieder. Rhonins ungeschlagene Selbstüberzeugung. Aber immerhin wusste er, dass Dorstan genau wusste, wie er es aufzufassen hat. Es war eben die Form von Übertreibung, die in Gesprächen zwischen ihnen fast schon normal waren. Die Momente, in denen Rhonin sachlich, ja geradezu nüchtern war, waren meist die Momente, in denen es um Leben oder Tod ging. Natürlich war es kein großes Geheimnis, dass er nur in den seltensten Fällen ablehnte, wenn sich ihm eine Frau ins Bett legen wollte und er stand auch dazu, dass es sich genau so verhielt. Warum etwas leugnen, wenn es doch der Wahrheit entsprach? Aber er war eben jemand, der sein Leben genoss, solange er es noch besaß. Der Krieg hatte ihm gezeigt, wie schnell es mit dem Leben vorbei sein konnte. Also warum nicht annehmen, was einem das Leben so bereitwillig anbot? Es war ja nicht so, dass er sie mit falschen Versprechungen in sein Bett holte. Ein jede von ihnen hatte genau gewusst, auf was sie sich einließ und ein jede von ihnen hatte gewusst, dass es einfacher war ein wildes Pferd zu zähmen als ihn. Ja, vielleicht hatte sich die eine oder andere erhofft, sie könnte diejenige sein, welche ihn häuslich werden ließ, aber das war ja nicht sein Problem. Noch war er der Herr über sein Leben und somit auch ganz alleine seine Entscheidung, welche Frau er für so wichtig erachtete, sein bisheriges Leben an den Nagel zu hängen und anständig zu werden.

Rhonin löste sich von der Schulter seines Pferdes, ging zwei Schritte und blieb stehen. Den Blick gehen Meduseld gerichtet. „Mir gefällt diese ganze Sache nicht“, sprach Rhonin mit gesenkter Stimme und drehte sich wieder zu Dorstan um. Er konnte es sich nicht erklären, aber irgendetwas störte ihn an dieser ganzen Sache. Aber vielleicht hatte er auch einfach nur zu viel gefeiert gestern und sein Verstand war noch ein wenig davon in Mitleidenschaft gezogen. „Nun, ich sah ihn zwar gestern in Begleitung einer Frau die Taverne verlassen“, sprach Rhonin mit einem breiten Grinsen. „Aber ich bezweifle doch sehr, dass er vorhatte mit ihr das Nachtlager zu teilen.“ Er konnte sich ja wirklich vieles vorstellen, aber das auf keinen Fall. „Erstens hätte es gewissen Bündnissen mit Sicherheit mehr geschadet, als genützt“, erklärte Rhonin weiter und hatte Mühe sich ein Lachen zu verkneifen. „Und Zweitens denke ich, dass er mehr Verstand als ein gewisser Waldläufer besitzt und sich daher kein Spitzohr ins Bett legt.“ Nun gut, der gewisse Waldläufer war jetzt König von Gondor und Arnor, aber das war ein anderes Thema. Aber nur weil Gondor es mit den Spitzohren so hielt, musste es Rohan nicht auch so halten. Auch wenn die Elben in diesen Landen immer weniger wurden, mussten sich die Menschen nicht dafür verantwortlich fühlen, sich mit ihnen zu paaren.

„Aber du kannst ihn auch selbst fragen, was ihn so lange aufgehalten hat“, sprach Rhonin und deutete mit dem Kopf auf die kleine Gruppe, die sich ihnen langsam aber sicher näherte.


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 Betreff des Beitrags: [plot] Re: Kapitel 2 - Riddermark
Ungelesener BeitragVerfasst: So 14. Feb 2016, 18:19 
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unwilling king of rohan

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Er war schon eine ganze Weile auf den Beinen und gefühlt hatte er nicht eine Minute geschlafen. Zu vieles war ihm durch den Kopf gegangen, den heutigen Tag betreffend. Was würde sie in Isengard erwarten und was, wenn es sich nicht so verhielt, wie er ihnen versichert hatte? Würde er damit ihr Vertrauen verspielen oder würden sie es ihm nicht zu Lasten legen? Sicherlich lag Isengard nahe und doch war es zu weit entfernt, um es jeden Tag kontrollieren zu können. Er hatte sich auf das Wort Baumbarts verlassen. Einem Ent, von dem Gandalf gesagt hatte, dass er ihm vertrauen könne. Es war gleichfalls im Interesse der Ents gewesen, dass Isengard nicht noch einmal ein solches Schicksal ereilen sollte. Eomer konnte sich nicht vorstellen, dass sie von ihre Überzeugung abgewichen waren und Fremden Zugang zu Isengard gestattet hatten. Und dennoch war dieses seltsame, dumpfe Gefühl was einfach nicht weichen wollte. Das Gefühl, dass etwas nicht stimmte und dass dies nur der Anfang von etwas viel Größerem war. Aber vielleicht war es auch nur ein Krug zu viel gewesen, gepaart mit der ständigen verborgenen Angst, dass sich Vergangenes wiederholen könnte. Zu tief saßen die Ereignisse noch in den Knochen der Menschen, die nicht über die Wahl verfügten, das Land verlassen zu können. Die sich nicht wie die Elben verdrücken konnten, wenn jede Hoffnung verloren war. Sie waren an dieses Land gebunden und sein Frieden war ihre Verantwortung. Ihre Pflicht und es lag alleine in ihren Händen, den Händen der Menschen, den Frieden in diesen Landen zu bewahren.

Er hatte eine Zeit lang alleine im Thronsaal verbracht und in die Glut gestarrt, welche von dem gestrigen Feuer übrig geblieben war. Er konnte sich nur an einen Moment erinnern, an welchem in diesen Hallen nicht ein Feuer gebrannt hatte und das war, als das Volke Rohans Edoras verlassen hatten, um hinter den Mauern von Helms Klamm Schutz zu suchen. Nicht wissend, dass sie in eine Falle laufen würden. Der Sieg hatten sie teuer erkauft und es war wohl mehr dem Glück und dem unerschütterlichen Mut der Menschen zu verdanken, dass sie den Morgen des nächsten Tages überhaupt noch erleben hatten können. Viele Male hatte sich Eomer gefragt, wie vieles doch anders verlaufen wäre, hätte sein Onkel auf ihn gehört und nicht auf Grima. Wenn er für sein Recht gekämpft hätte, anstatt ins Exil zu gehen. Aber weder er konnte diese Fragen beantworten, noch sonst irgendjemand. Es waren wohl die Sorte von Fragen, die niemals eine Antwort erhalten würden und das war wohl nicht zu ihrem Nachteil.

Doch lange war Eomer nicht alleine geblieben, so folgte doch bald schon Aragorn dem Ruf des nahenden Tages. In kurzer Zeit hatte sich die Goldene Halle mit den Personen gefüllt, welche an diesem Tag den Ritt nach Isengard antreten würden. An den Ort, an welchem man den Ursprung allen Übels vermutete. Nun, nicht alle vermuteten ihn dort, doch war dies eine Sache, die wohl noch viele weitere Jahre benötigen würde, ehe sie für immer beigelegt werden konnte.
Man hatte sich nur kurz über den bevorstehenden Ritt unterhalten. Mit wenigen Worten abgesprochen wie der Ritt verlaufen würde, ehe ein jeder sich um seine persönliche Vorbereitung widmete. Nun waren sie auf dem Weg hinaus aus der Stadt und als sein Blick zwei ihm sehr vertraute Gestalten wahrnahm, konnte er sich ein leises Lachen nicht völlig verkneifen. Er hatte geahnt, nein, er hatte gewusst, dass er sie an diesem Morgen hier sehen würde und doch hatte er auch insgeheim gehofft, sie würden es einmal schaffen, ihn zu überraschen. Dennoch war er froh, seine Freunde hier zu sehen, so bedeutete es doch, dass er im Notfall nicht alleine dastehen würde und war es nicht immer gut, zwei Freunde im Rücken zu wissen?

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 Betreff des Beitrags: [plot] Re: Kapitel 2 - Riddermark
Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 15. Feb 2016, 09:35 
"Ein Spitzohr?" Ungläubig blickte Dorstan den Mann an seiner Seite an und konnte daraufhin nicht verhindern, dass ein kurzer Schauer seinen ganzen Körper erfasste. Nein, ein Spitzohr wäre wohl das letzte, was ihr Freund und Anführer sich ins Bett holen würde. Zumindest hoffte er das. Nicht dass es ihn wirklich etwas anging und als treuer Gefolgsmann würde er es auch keinesfalls wagen Eomer diesbezüglich verurteilen zu wollen. Aber in seiner Rolle als Freund, sah die ganze Sache schon etwas anders aus und Dorstan war nunmal nicht dafür bekannt mit seiner Meinung oder dem Ausdruck dieser hinter dem Berg zu halten. Ein Umstand, der ihm nicht nur Freunde eingebracht hatte, aber zumindest konnte man sich bei ihm stets sicher sein die ungeschönte Wahrheit zu hören zu bekommen. Und dass Dorstan kein Freund von Elben war, war immerhin auch bekannt. Es war nicht so, dass es dafür wirklich einen richtigen Grund gab, aber ihre Art, die auf ihn so schrecklich herablassend wirkte, war ihm zuwider. Seine Begegnungen mit diesem Volk waren nicht von besonders positiven Erinnerungen geprägt, ganz davon abgesehen, dass die Elben von den Menschen ebensowenig zu halten schien.

Dorstan seufzte während sein Blick auf Meduseld lag. Er liebte seine Heimat. Edoras mit all seinen kleinen und einfachen Bauten und inmitten derer der prächtige Bau. Und Meduseld war in der Tat prächtig. Der Anblick fesselte ihn ein jedes Mal aufs Neue, auch wenn er ihn tagtäglich vor Augen hatte. Es war dieser Anblick, der dem Gefühl der Heimat am nähesten kam. "Du solltest dir nicht ganz so viele Gedanken über Dinge machen, die wir zu diesem Zeitpunkt nicht wissen und nicht beeinflussen können. Die Dinge sind so wie sie sind und am Ende aller Tage werden wir doch diejenigen sein, die von sich behaupten können alles getan zu haben, was in unserer Macht stand." Und das hatten sie. Jeder einzelne von ihnen. Im Gegensatz zu den Elben behaupteten sie schließlich nicht von sich unfehlbar oder gar allwissend zu sein. Und zumindest könnte - und würde - Dorstan für sich, Rhonin und Eomer - und somit auch für den Rest des inneren Kreises die Hand ins Feuer legen, dass sie zu jeder Zeit ihren Verpflichtungen der Wachsamkeit nachgekommen waren.

Ein leichtes Grinsen zupfte an seinen Mundwinkeln als er die kleine Gruppe um Eomer herum erblickte, der augenscheinlich nicht besonders überrascht, sondern eher amüsiert darüber schien, dass sie ihn bereits erwarteten. "Du hast nicht wirklich daran geglaubt als Erster hier zu sein und ohne uns losreiten zu können, oder?" rief er ihm entgegen und tätschelte Dagons Hals, der Eomer ebenfalls entdeckt hatte und augenblicklich bei dessen Anblick aufgeregt mit dem Vorderhuf aufstampfte.


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