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In all the craziness we're still here

Draco & May || 14ter August 1997 || Nachmittags


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Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 1. Feb 2016, 06:35 
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Terrorkrümel

Hufflepuff

Leicht lehnte sich May an seine Schulter an und genoss die kleinen Streicheleinheiten, welche er ihr zukommen ließ. Sie taten gut und das nicht nur, weil sie eine beruhigende Wirkung auf May hatten, sondern weil sie ihr auch das Gefühl von Geborgenheit verliehen. Das Gefühl angekommen zu sein, auch wenn sich das wohl etwas seltsam anhören mochte. Es fühlte sich einfach richtig an. So richtig richtig auch wenn sich das noch viel seltsamer anhören mochte. Aber für May ergab es einen Sinn. „Sie waren das einzige, was man hatte“, antwortete May und ließ ein leichtes Seufzen folgen. Es war irgendwie ja schon eine traurige Erkenntnis, dass Gedanken und Erinnerungen das einzige war, was man vom anderen gehabt hatte. Aber das würde sich ja jetzt ändern, wenn auch es immer nur für eine Weile war. Aber eine Weile war noch immer besser, als gar nie. „Ich weiß, dass du mich nie zu etwas zwingen würdest, sonst würde ich dir wohl nicht so sehr vertrauen und ich würde mir wohl Sorgen machen, wenn es dich nicht interessieren würde, was ich denke.“ Wenn man sich nicht für das interessierte, was der Andere dachte oder fühlte, dann war es ein guter Grund sich Sorgen zu machen, denn letzten Endes bedeutete es doch nichts anderes, als dass der Andere kein Interesse an einem hatten. Dass er aus welchen Gründen auch immer bei einem war, aber definitiv nicht aus den richtigen Gründen. Nicht aus denen, weswegen man eine Beziehung überhaupt einging. Nur die Nähe eines Anderen spüren zu wollen war für eine Beziehung schlichtweg nicht genug. Es war das Interesse am Anderen, was letzten Endes entscheidend war, ob es für Dauer war oder doch nur ein kurzer Ausflug. Es spielte alles irgendwie ineinander, war voneinander abhängig und doch auch wieder nicht. Es gab so viele Dinge, die bei so etwas eine Rolle spielten, dass man sie wohl nie alle zusammenbringen würde.

„Gedanklich durchspielen ist eine Sache“, meinte May und strich mit den Fingerspitzen über seinen Handrücken. „Aber danach fragen eine andere.“ Natürlich hatte sie auch so den einen oder anderen Gedanken gehabt und durchgespielt, aber immer nur im Ansatz und nie bis zum Ende. Aber nicht, weil es ihr peinlich gewesen wäre, sondern weil sie einfach Angst davor gehabt hatte, dass die Sehnsucht danach nur noch größer geworden wäre. Sich vorzustellen jemanden richtig nahe zu sein und genau zu wissen, dass es wohl so schnell nicht passieren würde, machte einen doch nur verrückt und irgendwann wahnsinnig. Es ließ das Verlangen einfach so groß werden, dass man dazu neigte irgendetwas vollkommen verrücktes zu tun und dass das nicht selten im totalen Chaos endete, brauchte man an dieser Stelle nicht extra zu erwähnen. „Jedenfalls was die eine besondere Art von Gedanken angeht“, lachte May leise und wusste, dass er verstehen würde. „Aber uns bleibt es wohl nicht erspart uns Gedanken machen zu müssen, wenn wir nicht früher oder später – Nun von den Ereignissen überrascht werden wollen.“ Sie waren eben nicht irgendjemand, sondern sie waren, wer sie waren und keiner von ihnen hatte ein leichtes oder gar unbehelligtes Leben. Er war der einzige Sohn von Lucius Malfoy und sie war die Nichte von Severus Snape. Einer war Todesser und der andere war es einmal gewesen. Nun standen sie auf unterschiedlichen Seiten und Draco und sie standen genau zwischen ihnen. Tja und wenn das nicht schon ausreichen würde, waren ja auch ihre Eltern auf der Seite Voldemorts oder so etwas in der Art. May wusste noch immer nicht so recht, wie sie mit dieser Information umgehen sollte, die sie von ihrem Onkel erhalten hatte, nachdem er gezwungen gewesen war, sie ihr mitzuteilen. Etwas, das ihm alles andere als leicht gefallen war und er es auch nur unter großer Missfallensbekundung getan hatte. Sie hatte Draco davon erzählt, zumindest wusste er von ihren Eltern, aber das war auch das einzige, was sie ihm davon erzählt hatte. Solange sie nicht wusste, wie sie damit umgehen sollte, solange wollte sie auch nicht darüber sprechen. Manche Dinge wollte sie eben doch erst mit sich selbst ausmachen. Etwas, das sich bei ihr bis heute nicht groß geändert hatte.

„Über manche Dinge, lässt es sich eben nicht so leicht reden wie über andere“, sprach May weiter und schmiegte sich an ihn. Jetzt wo sie es endlich konnte. „Aber das brauche ich dir ja wohl nicht sagen.“ Es war ja nicht so, dass man ihm nicht auch manchmal die Antworten regelrecht aus der Nase ziehen musste. Sie schenkten sich da beide nicht besonders viel. Wenn einer von ihnen nicht reden wollte, dann hatte man eigentlich nur eine einzig sinnvolle Möglichkeit – Warten bis der andere dazu bereit war. Es brachte nichts, wenn man dann auf Teufel komm raus versuchte Antworten zu bekommen, weil je mehr man fragte, desto mehr schaltete der andere auf stur. Sie hatten beide einen ausgeprägten Sturkopf mit in die Wiege gelegt bekommen. „Draco seid wann bin ich der Typ für Weibertratsch?“, fragte May leise lachend und hätte ihn wohl angesehen, wenn sie dafür nicht ihre bequeme Position hätte für aufgeben müssen. „Und außerdem würde es nicht Weibertratsch heißen, wenn man ihn mit Männern teilen würde. Da stimmst du mir doch mit Sicherheit zu.“ Der typische Hausflurtratsch von Hogwarts. Auf den hatte May noch nie etwas gegeben und würde auch nie etwas drauf geben. Es waren Gerüchte und Unterstellungen und meist ging es doch eh nur darum, wer gerade mit wem etwas am Laufen hatte. Sie selbst war einfach schon zu oft Thema gewesen, als dass sie vorhätte, sich an so etwas zu beteiligen.


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Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 1. Feb 2016, 13:43 
*Sie waren das Einzige, was man hatte* hallte es in seinem Kopf wider und das ausgestoßene Seufzen ihrerseits, machte deutlich wie schwer diese Zeit auch für sie gewesen war und noch sein würde. Draco schloss die Augen, presste ihren Körper unbewusst noch enger an den seinen und atmete tief durch. Ihre Beziehung als einfach zu bezeichnen, kam einer Lüge gleich. Selbstredend hatten andere Paare auch ihre Probleme und was wäre eine Bindung zwischen Mann und Frau ohne ein wenig Impulsivität, aber das alles war nicht mit dem zu vergleichen, was sie beiden durchstehen mussten. Schon von Anfang an schien eine Art Damokles Schwert über ihren Köpfen zu schweben. Alleine die Tatsache, dass May nicht aus seinem Haus stammte, stellte zu Anfang eine große Hürde für den prinzipientreuen Slytherin dar. Auch als sie nur befreundet waren. Jemand wie er, in seiner Position, sollte sich nicht mit anderen Häusern abgeben, das gehörte sich nicht. In seinem Haus lebte man unter sich, achtete nicht einmal wirklich auf die anderen und hatte demnach auch kein gutes Bild von diesen. Nur einer der Gründe weshalb sie ein Versteckspiel spielten.

Und dann war da ja noch Potter… Potter! Dracos Stirn legte sich in Falten. Er verabscheute den Gryffindor aus tiefsten Herzen, vor allem für das, was er darstellte. In den Augen des blondhaarigen Schülers, war der, der überlebt hatte nichts weiter als ein Feigling, dem sein Ruhm zu Kopf gestiegen war. Natürlich niemand hatte ihm je beigebracht wie es war in der Zauberwelt zu leben, dort einen gewissen Status zu besitzen, aber das änderte nichts an der Tatsache, dass der Junge mit der Blitznarbe noch nichts selbst geleistet hatte. Das Glück klebte ihm an den Schuhen, das war alles und machte ihn wahrlich nicht zu einem Helden. Ganz im Gegenteil, Harry hatte sogar May gehabt…vor ihm. Ein Gedanke, der ihn wurmte, an ihm nagte, aber eine Tatsache mit der er leben musste. Und was hatte dieser Idiot daraus gemacht? Nichts! Zumindest nichts Gutes. Er hatte die Nichte von Severus Snape verletzt, in mehrfacher Hinsicht, hatte versucht sie zu verformen, nach seinen Vorstellungen, die einfach nur lächerlich waren und was war das Ende des Liedes? May hatte ihm verziehen, einfach so, wünschte sich sogar eine Art Waffenruhe zwischen ihm und Potter, die es natürlich niemals geben würde. Das war eine Männersache, hier ging es um Prinzipien und Ehre. Und Draco war stur genug, sich da nicht reinreden zu lassen. Von niemanden. Allerdings war der Gryffindor ein erträgliches Übel, bezogen auf ihre fragile Beziehung. Das Hauptproblem war ein ganz anderes. War es als Freunde schon schwer gewesen sich öffentlich zu zeigen, so war es nun als liebendes Paar nahezu unmöglich. Nicht auszudenken was für Konsequenzen eine Bekanntmachung mit sich ziehen würde. Von den Gerüchten mal ganz abgesehen, war es ein unbestrittener Fakt, dass eine Bindung zwischen einem Slytherin und einer Hufflepuff in seinen Kreisen nicht existieren durfte. Dazu noch die Tatsache, dass sie die Nichte von Snape war, dessen Ansehen in Dracos direkter Umgebung schwer gelitten hatte, nachdem er sich von Voldemort abgewandt hatte. Erschwerend kam noch hinzu, dass man wohl denken würde, er hätte es nötig sich mit einer nahen Verwandten seines Hauslehrer einzulassen. Also was blieb ihnen schon anderes übrig als ihre Beziehung geheim zu halten? Ein Umstand, welcher ihm schwer auf der Seele brannte. Und gerade in Momenten wie diesen, wo ihnen das Glück beschert war, wirklich alleine zu sein, ohne Angst haben zu müssen, wurde ihm mehr und mehr bewusst, dass dies kein Dauerzustand sein konnte. Er wollte das so nicht!

Erschöpft rieb er sich mit der freien Hand die Schläfen. So hatte er sich seine wenige Zeit mit May nicht vorgestellt. Er hatte gehofft, dass diese Gedanken in den Hintergrund treten würden, sobald sie zusammen waren. Allerdings waren diese durch ihre Unterhaltung eher verstärkt worden und er wusste bereits jetzt, dass ihm erneut eine schlaflose Nacht bevor stand. Erst als er ihre Fingerspitzen auf seinem Handrücken spürte, öffnete er die Augen wieder. *Hatte sie noch etwas gesagt?* Er hoffte nicht, denn das hätte er wirklich nicht mit bekommen. Fragen? Wonach denn fragen? *Oh* es dauerte ein wenig bis Draco verstand auf was May anspielte. Besondere Gedanken nannte sie es. Tief sog der junge Mann die Luft in seine Lungen. Besonders war wohl kein Ausdruck. Er hatte zwar nicht direkt diese Gedanken gemeint, welche sie ihm mitteilen konnte, natürlich gehörten sie auch dazu, allerdings war die Intention eher gewesen, dass die Dunkelhaarige wissen sollte, dass sie mit ihm eben alle Gedanken teilen konnte. „May, diese…besonderen Gedanken… gehören dazu. Ich erwarte nicht, dass du mich diesbezüglich irgendetwas fragst oder gar, dass du mir deine… Vorstellungen wie diese Sache zwischen uns beiden aussehen sollte, erzählst. Wer weiß schon welche Erwartungen das in uns beiden wach rufen würde.“ Seine Stimme war ruhig, entspannt, dazu gedacht ihr aufgewühltes Gemüt ein wenig zu beruhigen. „Ich denke, wenn der Zeitpunkt gekommen ist, werden wir uns einfach, wie so oft, von unseren Gefühlen leiten lassen. Und da ich davon ausgehe, dass wir beide offen genug zueinander sind, und den Gegenüber wissen lassen werden, wenn etwas nicht… nun…nicht gewünscht ist, mache ich mir diesbezüglich keine Sorgen.“ Nein Sorgen nicht, Gedanken…auf jeden Fall. In einer fließenden Bewegung zog er May einfach auf seinen Schoß , ließ den einen Arm um ihre Hüfte gelegt und begann in ruhiger Manier mit der Fingerspitze ihre Konturen nachzufahren. „Nun wer weiß… vielleicht erfährt man als Frau in den Gängen Hogwarts doch das ein oder andere nützliche Detail, auch wenn man sich nicht für Weibertratsch interessiert.“ Schmunzelnd stupste er ihr gegen die Nase, wurde aber sogleich wieder ernst. Fast wie in Zeitlupe näherte sein Gesicht sich dem ihren, wanderte seine Hand von ihrem Kinn, ihren schlanken Hals entlang in den Nacken, wo er sie fast schon besitzergreifend festhielt. Nur Millimeter von ihren Lippen entfernt hielt er inne, genoss er für einige lange Sekunden ihren Atem auf seiner Haut. „Alles, was ich wollte, war dich wissen zu lassen, dass du mit allen Gedanken und Sorgen zu mir kommen kannst. Völlig gleich welcher Art diese sind.“ Flüsterte Draco mit rauer Stimme und legte seinen Blick direkt auf ihre Augen. „Ich werde dich jetzt küssen May…ein Gedanke, der mir in der Sekunde kam, als ich dich in der Winkelgasse gesehen habe und denn ich nun Realität werden lasse. Danach…unterhalten wir uns über diese überraschenden Ereignisse.“ Er brauchte einfach eine Pause, ein paar Minuten ohne Reden, ohne Schwermut. Nur ihre Nähe genießen, ihre Lippen fühlen… es glich fast schon einem erleichterten Seufzen als sein Mund endlich den ihren fand, diesen verschloss. Seine Lippen sich sinnlich auf den ihren bewegten, daran zupften, mit ihnen spielten, während er sie fest und sicher in seinen Armen hielt


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Ungelesener BeitragVerfasst: So 7. Feb 2016, 02:33 
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Terrorkrümel

Hufflepuff

May sah Draco einen Moment lang an, ehe sie aufseufzte. Es war sogar für sie erkennbar gewesen, dass er gerade in Gedanken versunken gewesen war und wenn sie dann noch hinzufügte, wie angespannt er doch für eine gewisse zeitlang gewesen war, dann konnte das eigentlich nur eines bedeuten. „Weißt du Draco“, fing May an und richtete sich ein klein wenig auf, so dass sie ihn ansehen konnte. „Wenn ich an Harry denke, dann ist das ja noch nachvollziehbar, aber dass du ausgerechnet jetzt an denkst macht mich dann doch ein klein wenig nachdenklich.“ Es lag ein Lächeln auf ihren Lippen und ein Zwinkern in ihren Augen. Natürlich machte sie sich keine Sorgen, denn er dachte ja an Harry und nicht etwa an ein anderes Mädchen und somit war klar, dass sie ihn gerade einfach nur ein wenig aufziehen wollte. Auf andere Gedanken bringen oder so etwas in der Art. Allerdings musste man an dieser Stelle erwähnen, dass das bei Draco gar nicht so einfach war. Er ließ sich nicht so schnell auf andere Gedanken bringen oder auf ein anderes Thema in einer Diskussion. Wenn er sich an etwas festgebissen hatte, dann konnte sie vermutlich nackt vor ihm auf dem Tisch tanzen und er würde sich davon nicht beirren lassen. Es war zugegeben nicht immer einfach mit ihm, aber dann gab es wiederum diese vielen kleinen Momente, die das alles wieder wett machten. Es existierte einfach dieses natürliche Gleichgewicht, ohne dass man sich dafür anstrengend musste. Es war beinahe so, als wäre es genau das, was das Leben von ihnen wollte oder mit ihnen vorhatte. Oder war es das Schicksal? Nun wenn es das Schicksal war, dann sollte man besser auf der Hut sein, denn das hatte eine etwas skurrile Vorstellung.

Im ersten Moment sah sie ein wenig verdutzt drein, als er sie so ohne Vorwarnung auf seinen Schoß zog, was aber nicht hieß, dass sie etwas dagegen hatte oder gar Einspruch erhoben hätte. So konnte sie ihn wenigstens ansehen, ohne sich den Hals verrenken zu müssen. Nicht dass ihr Onkel sich noch fragte, was sie am Vortag angestellt hatte. Wobei, vermutlich würde er das bereits wissen, kaum hatte sie auch nur einen Schritt ins Haus gesetzt. Es war diese schreckliche Angewohnheit, die er einfach nicht ablegen konnte. Wenn sie ihm nichts erzählen wollte, er es aber unbedingt wissen wollte, dann holte er sich diese Informationen einfach aus ihrem Kopf. Ob sie es wollte oder nicht. Sie konnte ihm nicht einmal etwas entgegen setzen, denn netterweise hatte er ihr zwar gesagt, dass es eine Möglichkeit gab, aber ihr nicht verraten wie sie hieß oder wie man sie anwandte. Mit der Praxis und der Theorie war das ja immer so eine Sache. In der Theorie hörte sich stets alles logisch und einfach an und in der Praxis sammelte man einen Fehlschlag nach dem anderen ein. Er wusste genau, dass sie es hasste wenn er es tat und deswegen hatte er sich auch mittlerweile angewöhnt, es ihr nicht einmal mehr zu verraten, wenn er es getan hatte. Er merkte sich die Informationen und am nächsten Tag verwickelte er sie gerade zu beiläufig in ein Gespräch und brachte genau die Punkte auf den Tisch, argumentierte genau so, dass sie gar keine andere Wahl hatte, als zu erzählen was er hören wollte. Egal wie auch immer sie es drehte oder wendete, er saß in diesem Fall eindeutig am längeren Hebel und das wohl auch noch eine ganze Weile. Volljährigkeit hin oder her.

„Und du sagst immer zu mir, ich würde mir über zu viele Dinge einen Kopf machen“, meinte sie leise mit einem sanften Lächeln und verschränkte ihre Arme hinter seinem Nacken. Es tat gut bei ihm sein zu können, so fühlte sie sich in seiner Gegenwart doch immer ruhig und entspannt, auch wenn es nicht immer den Anschein machte oder sie sich immer so verhielt. Aber in derartigen Momenten interessierte sie nicht, was vor den Türen passierte oder was andere Personen denken oder tun könnten. Früher, da hatte es sie interessiert und sie war immer bemüht gewesen, es allen recht zu machen, mit katastrophalen Ergebnissen. Doch die Ereignisse hatten ihr vor Augen geführt, dass man es nie allen recht machen kann und dass es immer jemanden geben wird, der mit einer Entscheidung oder einer Handlung nicht zufrieden sein wird. Ihr war klar geworden, dass sie ihr Leben leben musste und nicht das der Anderen. Wenn man sich immer nur für andere aufopferte wachte man doch nur eines Tages auf und fragte sich, warum man mit seinem Leben so schrecklich unzufrieden war. Warum um einen herum jeder glücklich war, nur man selbst nicht. Eine gesunde Portion Egoismus hatte noch nie jemanden geschadet. „Und gerade bist eindeutig du derjenige, der zu viel darüber nachdenkt, anstatt es einfach passieren zu lassen.“ Irgendwie war es schön zu hören, dass er sich darüber so viele Gedanken machte und dass er ihr sagte, dass sie mit allem zu ihm kommen konnte und über alles mit ihm reden konnte. Auch was diese besondere Sache anging. Nur irgendwie fühlte es sich in diesem Moment nicht richtig an, darüber zu reden. Es war, als würde man eine schöne Sache in ihre Einzelteile zerreden. Sie zu etwas gewöhnlichem machen und genau das sollte sie nicht werden – Gewöhnlich. Sie sollte etwas besonderes bleiben. Genau das, als was sie May sah und von der sie wollte, dass sie auch genau das sein würde. Für sie beide.

Sie ließ seine Berührungen auf sich wirken und gab sich dem Gefühl hin, welches sie in ihr auslösten. Einfach nur ihm nahe zu sein und Zärtlichkeiten austauschen. So wie es überall zu jederzeit auf der Welt passierte. Wo sich keiner Gedanken darüber machte, ob man es tun durfte oder nicht und ob der Augenblick auch wirklich passend war und ob man auch mit Sicherheit nicht beobachtet werden konnte. Hier drohte keine Gefahr ertappt oder gesehen zu werden und dieser Hintergedanke sorgte wohl dafür, dass die eine oder andere Berührung etwas liebevoller und einer anderen Form von Intensität als bisher ausgeführt wurde. Ihre Arme lagen noch immer verschränkt in seinem Nacken, als sie sich näher an ihn schmiegte, bis sie die Wärme seines Körpers auf ihrem spüren konnte. Viel zu lange hatte sie auf diesen Moment gewartet und jetzt wo er gekommen war, konnte sie es noch immer noch nicht so recht mit ihrem Verstand begreifen. Nicht nach allem, was hinter ihnen lag.


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Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 29. Feb 2016, 00:09 
Auch wenn aufgrund ihrer Sätze einiges in seinen Eingeweide zu rumoren begann und seine Gedanken sich drehten wie ein Karussell, so ignorierte er dieses gekonnt. Denn der Augenblick gemeinsam mit May, diese seltenen Momente, in welchen sie wirklich ganz für sich waren, waren einfach viel zu kostbar, um sie von Banalitäten zerstören zu lassen. Sie wollte nichts zerreden? Gerne doch. So schwieg der Blondhaarige, genoss einfach nur ihre Nähe, ihre sanften Berührungen und erwiderte diese ebenso liebevoll. Keiner in Hogwarts würde auch nur daran denken, dass ein Draco Malfoy zu solchen Handlungen fähig war, doch sie irrten sich, kannten ihn nicht und würden ohnehin nie in diesen Genuss kommen, der nur einer Person vorbehalten war. Seine Mitschüler kannten ihn als kalt, berechnend und zurück gezogen, was ja so gesehen auch richtig war. Es war immerhin das, was er sie sehen ließ. Manchen gewährte er tiefere Einblicke in sich und sein Leben, manchen gar keinen. Das wählte er persönlich aus und es war ein Luxus, den er sich nur zu gerne gönnte. Die Einzige, die sich wirklich als vollkommen auserwählt ansehen konnte, war die Frau in seinen Armen. Selbstverständlich wusste Draco, dass er so manches Mädchen in Slytherin haben könnte, aber keine davon übte diese Faszination auf ihn aus, wie das Hufflepuffmädchen, keine war gewillt ihm Contra zu geben und auf keine einzige dieser Mädchen würde er auch nur einen Tag warten. Bei May war das anders gewesen. Irgendwie war sowieso alles anders mit ihr. Auch die Berührungen, die Zärtlichkeiten, welche sie austauschten, fühlten sich anders an, inniger, brachten mehr Gefühle zu Tage, als er es zuvor kannte.

Als der schlanke Körper der Dunkelhaarigen sich näher an den seinen schmiegte, musste er zwangsläufig scharf die Luft einziehen. Es war wohl das Wissen um Sicherheit, der dazu führte, dass sie sich wohler fühlten, entspannter waren und somit auch intensiver miteinander umgingen. Vorsichtig wanderte seine Hand von ihrem Rücken auf ihre Hüfte, krallte sich leicht darin fest, um sie nur noch enger an sich zu pressen. Seine zweite Hand, wühlte sich in ihre weichen Haare, glitt zärtlich hindurch und spielte mit einigen Haarsträhnen, an welchen er sogar roch, ihren Geruch verinnerlichte. So musste es sein, es fühlte sich fast an als wäre man schwerelos, vollkommen frei und von allen Zweifeln befreit. Hier konnte er der sein, der er war. Hier erwartete man keine Maske, keine gehobene Ausdrucksweise, kein falsches Lächeln. Am liebsten hätte der Malfoy Erbe diesen Moment eingefroren, doch da er dies nicht konnte, musste er gedanklich abgespeichert und zuvor mit allen Sinnen genossen werden.

Sanft schob er ihr Shirt ein kleines Stück nach oben und fühlte ihre weiche, warme Haut mit seiner Hand, tief versank er in ihren Augen, ließ sich fallen und beugte sich nur wenige Zentimeter nach vorne. Auch ihren ganz eigenen Geruch tief einsaugend, entschloss er den letzten Sinn nun noch auszukosten. Sanft huschten seine Lippen über die ihren, stahl er sich grinsend einen kleinen Kuss und ließ sich dann aufseufzend zurück in das bequeme Sofa sinken.

„Du wärst auch unzufrieden, wenn ich mir keine Gedanken machen würde Liebes. Aber …“ abwehrend hob er die Hand aus ihrem Haar nach oben und fuhr fort „ Du hast Recht, es zu zerreden zerstört es im Endeffekt nur.“ Zärtlich strich er mit seinem Handrücken über ihre Wange. „Lass uns über andere Dinge sprechen. Über etwas Schönes…Heiteres. Wie geht es deinem Onkel?“ Draco musste sich wirklich zusammen reißen, um sich ein schelmisches Grinsen zu unterdrücken und auch nur halbwegs ernst zu wirken. Denn, dass May es unter den Argusaugen von Severus Snape nicht leicht hatte, wusste er. Dennoch war er seinem Hauslehrer auch dankbar dafür, denn schließlich konnte er seine Geliebte so in Sicherheit wissen, wenn er nicht da war.


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