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[public] - Just A Visit

23ter Mai - 16 Uhr


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 Betreff des Beitrags: [public] Just A Visit
Ungelesener BeitragVerfasst: Do 7. Jan 2016, 19:37 
Just A Visit

Datum: 23ter Mai 2014 - ca 17:30
Ort: Villa Kunterbunt
Bisherige Teilnehmer: Patrick Verona, Vincent Moreno, Chris Benson, Levi Delany, Michael Burkett, Patricia Ross



Müde fuhr sich Pat mit beiden Händen über das Gesicht, ehe er mit der rechten Hand neben sich auf dem Nachttisch herum suchte und letzten Endes den Wecker schnappte und sich vor's Gesicht hielt. Es war 4 Uhr Nachmittags und somit eigentlich viel zu früh um wach zu sein, geschweige denn auf zu stehen. Um ehrlich zu sein, hatte er das Gefühl mal wieder überhaupt nicht geschlafen zu haben, dabei konnte bei 5 Stunden ja nicht gerade von gar nicht geredet werden. Aber man durfte auch nicht vergessen, dass er heute Morgen schon verdammt früh auf den Beinen gewesen war. Ausschlafen unter der Woche existierte bei ihm einfach nicht im Wortschatz. Mittlerweile hatte sich sein Körper so an das frühe Aufstehen gewöhnt, dass er stellenweise sogar am Wochenende zu den gewohnten Uhrzeiten wach wurde oder zumindest mal kurz die Augen aufmachte, ehe er sich auf die andere Seite drehte und weiter schlief. Weiterschlafen war jetzt allerdings nicht mehr so einfach möglich. Also möglich wäre es natürlich schon, aber dann würde er nur das Risiko eingehen, irgendwann einmal wach zu werden und sich zu fühlen wie vom Zug überrollt. Nein, da war es wohl besser, jetzt einfach auf zu stehen, unter die kalte Dusche zu hüpfen und dann den Tag ein wenig früher als sonst zu beginnen. Mit einer Hand die Decke zurück schlagend, gähnte Pat herzhaft und bequemte sich dann aus dem warmen und weichen Bett. Sich über die kurz rasierten Haare streichend ging Pat direkt vom Schlafzimmer ins Badezimmer, stellte sich unter die Dusche und drehte den Hahn erst einmal auf eiskalt. Großartig ausziehen musste er sich ja nicht, denn für gewöhnlich, jedenfalls wenn er in seinen eigenen 4 Wänden war, bevorzugte Pat es nackt im Bett zu liegen. Das war eben einer der vielen Vorteile die man hatte, wenn man alleine wohnte. Man konnte tun und lassen was man wollte, man konnte herum laufen wie man wollte, weil man musste einfach auf niemanden Rücksicht nehmen.

Nur mit einem Handtuch um die Hüften, steig er die Treppen vom oberen Stockwerk ins untere Stockwerk hinunter und verschwand dann in der großzügigen Küche. Man könnte jetzt vielleicht denken, dass diese Küche nur dazu da war, vorhanden zu sein, aber nicht genutzt wurde, aber da täuschte man sich. Pat konnte durchaus kochen und ja, in dem Fall war sogar Essen gemeint, aber er tat es nur selten. Meist fehlte ihm schlichtweg die Lust dazu, von der Zeit einmal abgesehen. Er war unheimlich viel unterwegs, eigentlich verbrachte er mehr Zeit irgendwo anders, als er daheim war und wenn er dann mal nach Hause kam, da wollte er dann nur noch ins Bett. Im Vorbeilaufen betätigte er den Schalter der Kaffeemaschine, damit die sich schon einmal aufwärmte und holte sich eine Tasse aus dem Schrank. Es gab noch nichts besseres um einen Tag zu beginnen, als eine Zigarette und eine Tasse heißen Kaffees auf der Dachterrasse. Von dort aus hatte man eine herrliche Aussicht und Angst haben, dass einen jemanden beobachten konnte, brauchte man auch nicht haben. Außer natürlich derjenige benutzte ein Fernglas, aber wer mit einem Fernglas Leute beobachtete, der war bestimmt nicht auf Männer aus. Und selbst wenn, wenigstens hatte er dann was anständiges zum anschauen. Mit einem leisen Piepen meldete sich die Maschine, dass sie fertig war. Pat nahm die Tasse aus der Maschine, verließ die Küche in Richtung Wohnzimmer und trat von dort aus hinaus auf die Dachterrasse. Tief atmete Pat ein, ließ sich dann in einen der Korbstühle sinken, streckte die Beine weit von sich und blinzelte, als ihm die Sonne direkt ins Gesicht schien. Wieso musste es tagsüber eigentlich ständig so verdammt hell sein? Eine Frage, die sich Pat nicht zum ersten Male stellte. Aber Gott sei Dank, lag die Sonnenbrille in greifbarer Nähe, gleichfalls wie die Zigaretten. Kaum hatte er die Sonnenbrille auf der Nase, klickte auch schon das Feuerzeug und nach einem langen Zug an der Zigarette und einem Schluck von dem schwarzen Kaffee grinste Pat selig vor sich hin. Was gab es schöneres, als faul auf einer Dachterrasse zu liegen und sich die Sonne auf den Pelz scheinen zu lassen? Etwas, das nicht jeder von sich behaupten konnte und wohl ein Luxus, den nicht jeder in dieser Stadt hatte, aber ihm war das gewiss nicht in den Schoß gefallen. Er hatte keine reichen Elten, die ihrem Sohn alles in den Hintern bliesen. Alles was er besaß, hatte er sich selbst erarbeitet. Ein Luxus, den er sich verdient hatte und wenn man dafür arbeitete, warum sich nicht auch mal etwas gönnen? Es war nicht so, dass er das alles brauchte. Um Gottes Willen, so jemand war Pat mit Sicherheit nicht. Es war auch nichts, was er sich zugelegt hatte, um Zugang zu irgendwelchen Kreisen zu erhalten, denn das war die Sorte, mit der Pat nichts zu tun haben wollte. Es war einfach nur so, dass er eben so die eine oder andere Annehmlichkeit schätzte und warum sich das Leben nicht so angenehm machen, wie man eben die Mittel zur Verfügung hatte? Aber trotz dem Luxus und dem vielen Geld was sich auf seinem Konto befand, war Pat niemand, dem man es schon an der Nasenspitze ansah. Er ging damit auch nicht hausieren oder hängte es an die große Glocke. Es war einfach so und Thema erledigt. In seinem Freundeskreis war es kein Geheimnis, schon lange nicht mehr. Aber es hatte auch noch nie einer versucht, daraus einen Nutzen zu schlagen. Man akzeptierte sich gegenseitig, man respektierte sich gegenseitig und ließ jedem seinen Freiraum und sein Leben. Hilfe funktionierte automatisch, auch ohne dass man explizit danach fragen musste. Allerdings war es bisher meist so gewesen, dass er oftmals darauf bestehen musste, helfen zu dürfen. Meist hieß es nämlich immer, dass man nicht wollte, dass er auf die Idee kommen könnte, man würde seine Freundschaft nur schätzen, weil man einen finanziellen Vorteil von hätte. Dabei waren seine Freunde wirklich die Letzten, von denen er das denken würde. Sie hatten ihm schon oft genug bewiesen, dass dem nicht so war und trotzdem, auch jetzt nach über 5 Jahren, hatte sich daran nichts geändert, dass sie das dachten. Aber irgendwann würde er ihnen den Zahn auch noch ziehen. Es war lediglich eine Frage der Zeit.

Freunde war jetzt gerade in der Tat ein gutes Stichwort. Vielleicht sollte er sich auf sein Motorrad schwingen und jemanden einen Besuch abstatten. Pat zog an seiner Zigarette und überlegte, wer um diese Uhrzeit schon daheim sein könnte. Dave würde wohl um die Uhrzeit wohl eher weniger daheim sein, denn wenn sich nicht irrte, hatte er etwas von wichtigem Termin gesprochen gehabt. Kurz überlegte er, ob er Trixie und Nikki einen Besuch abstatten sollte, denn die saßen mit Sicherheit noch auf der Arbeit. Außerdem wollte er mit Nikki so oder so noch über ein neues Tattoo sprechen. Allerdings bei dem Gedanken an Kat, der Besitzerin von Hot Ink Tattoo, verwarf er die Idee eines Besuches gleich wieder. Nein, auf eine Begegnung mit ihr konnte er heute wahrlich verzichten. Ganz nebenbei fiel ihm ein, dass er ja noch bei Jax hatte vorbei fahren wollen in naher Zukunft. Aber nicht heute. Die verchromten Sonderanfertigungen für die Fußraster hatten noch Zeit, da musste man jetzt nichts übers Knie brechen. Früher oder später würde er sie schon in Händen halten oder besser gesagt an seinem Baby begutachten. Wenn er so nachdachte, blieb eigentlich nur ein Ort übrig, an welchem er mit einer hohen Wahrscheinlichkeit jemanden vorfinden würde – Die Villa. Sid oder Vince würden mit Sicherheit daheim sein. So gesehen, war da immer irgendwie jemand daheim.

Pat drückte die Zigarette im Aschenbecher aus, trank die Tasse in einem Zug leer und stand aus dem Stuhl wieder auf. Kurz streckte er sich in alle Richtungen, damit auch der letzte Funke Müdigkeit aus den Knochen vertrieben wurde und verschwand dann, die Sonnenbrille noch immer auf der Nase, in der Wohnung.


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 Betreff des Beitrags: [public] Re: Just A Visit
Ungelesener BeitragVerfasst: Do 7. Jan 2016, 19:38 
Umgezogen und die Sonnenbrille noch immer auf der Nase verließ Pat die Wohnung und ging in das untere Stockwerk seines kleinen Reiches. Mit einem kurzen Blick auf diverse Monitore, durchquerte er sein Arbeitszimmer und betrat dann die ebenerdige Garage. Nachdenklich ließ Pat seinen Blick durch den Raum wandern. Sollte er das Auto nehmen, immerhin würde sich das anbieten, falls man am Abend noch etwas unternehmen wollte, aber mittlerweile wollte kaum mehr einer mit ihm mitfahren, dabei konnte er sich das ja mal so überhaupt nicht erklären. Mit einem Grinsen auf den Lippen erinnerte er sich an ein Kommentar von Dave, welches dieser losgelassen hatte, als er endlich das Auto hatte wieder verlassen können. Klar war Pat ziemlich zügig unterwegs, immerhin gab es schon genug Sonntagsfahrer, aber man konnte nicht behaupten, dass er ein Fahrer war, der auf volles Risiko ging. Bisher hatte er immer genau gewusst wo seine Grenzen lagen und wo er aufs Gaspedal treten konnte und wo besser nicht. Von seinen beiden Autos wanderte sein Blick hinüber auf die andere Seite der Garage, wo fein säuberlich seine 3 Motorräder nebeneinander standen. Ok, das große Baby fiel auf alle Fälle raus, denn weder nahm er damit jemanden mit, noch eignete es sich für Stipvisiten im Freundeskreis. Beim Betrachten der Maschine fiel Pat auf, wie lange er schon nicht mehr damit unterwegs gewesen war. Etwas, das dringend geändert werden sollte. Eine solche Maschine brauchte ihren regelmäßigen Auslauf. „Ach Scheiß drauf“, murmelte Pat und ging auf den Chopper zu, den er meinte, wenn er liebevoll von 'mein kleines Baby' sprach. Er hatte Zeit, wollte es heute gemütlich angehen lassen, was passte zu so einer Einstellung denn besser, als ein Chopper? Er war zum gemütlichen Fahren gemacht und zur Not konnte er auch jemanden mitnehmen und das ohne, dass dieser einen halben Nervenzusammenbruch erlitt.

Pat betätigte den Knopf der Garagenautomatik und während sich das Tor langsam nach oben bewegte, setzte er sich auf den Chopper, steckte den Schlüssel ins Zündschloss und startete die Maschine. Ein sattes Brummen dröhnte aus dem Auspuff und mit einem zufriedenen Lächeln, bewegte Pat die Maschine vorsichtig von ihrem Stellplatz und fuhr dann langsam auf das offene Garagentor zu. Es würde sich vollautomatisch wieder schließen, sobald er durchgefahren war. Gedanken darüber, dass jemand die paar Sekunden nutzen könnte, um ins Haus zu gelangen, machte sich Pat keine. Selbst wenn jemand in die Garage kommen würde, weiter als bis dahin würde er nicht gelangen und von rauskommen, war schon dreimal nicht die Rede. Er würde in der Falle sitzen wie eine Fliege im Netz einer Spinne. Ohne die notwendigen Kombinationen für die Alarmanlage, die sich anschaltete sobald er das Haus verließ, hätte die Person schneller die Polizei am Hals, als er das Wort überhaupt aussprechen konnte. Man musste eben sein Hab und Gut zu schützen wissen und mit dem notwendigen Kleingeld war das auch kein großes Thema.

Es hatte eine Weile gedauert, ehe Pat in der Gegend, in welcher die Villa Kunterbunt stand, angelangt war, aber der Verkehr war heute einfach nur die Hölle gewesen. Das war wieder einer dieser Tage, wo man sich ernsthaft die Frage stellte, ob man zu Fuß nicht vielleicht doch schneller am Ziel sein würde. Aber so war das wohl in einer Millionenstadt wie LA. Entweder man gewöhnte sich daran oder aber man zog in eine andere Stadt. Sicher darüber aufregen machte erstens keinen Sinn, zweitens änderte sich dadurch nichts und drittens kostete sowas nur unnötig Energien. Energien, die er an manchen Tagen wahrhaftig sehr gut in lautstarkes Fluchen umsetzen konnte und zwar dann, wenn er wieder einmal dringend zu einem Termin musste und der Verkehr ihm einen Strich durch die Rechnung machte. Pat liebte LA, aber genau so sehr hasste er diese Stadt auch. Dennoch würde er nie auf die Idee kommen, von hier weg zu ziehen.

Ruhig lenkte er den Chopper in die Straße, in welcher die Villa stand und schon von weitem konnte er Vince's Wagen am Straßenrand stehen sehen. Ein ausrangierter Armee-Jeep, der schon bessere Tage gesehen hatte, der aber irgendwie Stil hatte. Suchend glitt Pats Blick kurz hin und her, ob er auch Sids alte Karre irgendwo stehen sah, aber von der war weit und breit nichts zu sehen, was bedeutete, dass Vince wohl alleine daheim war. Zumindest konnte er keine Hinweise entdecken, die darauf deuten würden, dass noch andere Leute im Haus waren. Nachdem er den Chopper in der Auffahrt geparkt und den Zündschlüssel abgezogen hatte, ging er auf die Haustüre zu und drückte in gewohnter Manier drei Mal auf die Klingel und wartete, ob sich im Inneren des Hauses irgendetwas tat. Allerdings blieb es hinter der Türe absolut ruhig, was Pat zu dem Entschluss kommen ließ, dass Vince in der Tat alleine im Haus war. Dass er nicht an die Türe ging, konnte wiederum zwei unterschiedliche Gründe haben und zwar entweder er stand unter der Dusche oder aber er war unten im Keller und war so in einen Song vertieft, dass er die Klingel nicht hören wollte. Gut, wenn man unten im Keller war und vielleicht auch noch die Türe zugemacht hatte, dann war die Klingel wirklich kaum hörbar. Aber für solche Fälle hatte Sid ja vor einiger Zeit Abhilfe geschafft, indem er ihm einfach einen Schlüssel fürs Haus in die Hände gedrückt hatte. Außer ihm besaßen noch drei andere Nicht-Mitbewohner einen Schlüssel für die Villa und das waren Dave, Damir und Chris. Vermutlich hatte Sid einfach mal die Nase voll gehabt ständig die Türe aufmachen zu müssen und sich gedacht, da wenn diese Personen eh fast jeden Tag da waren, man ihnen auch einen Schlüssel in die Hand drücken konnte. Tja und abgesehen davon, kannte man sich jetzt ja auch schon ein paar Jahre. Sid war da in dieser Hinsicht eh ein Unikat. Hatte ein Haus, wohnte dort mit zwei Anderen, verlangte von ihnen keine feste Miete und ständig war die Bude mit Leuten voll, die sich ganz selbstverständlich am Kühlschrank bedienten. Aber bisher hatte das überraschenderweise nie zu Problemen geführt. Mal brachte einer ein paar Kisten Getränke mit, dann überraschte Damir den Haufen mit einem genialen und absolut leckerem Essen, dann warf mal der Eine und mal der Andere ein paar Scheine in die Gruppenkasse. Es lief einfach von ganz alleine, ohne dass man sich gegenseitig auf die Finger schauen müsste und ohne dass sich einer ungerecht behandelt fühlte. Ein System, welches sich ganz alleine trug und was man wohl als perfektes Miteinander bezeichnen konnte.

Nachdem auch eine Zigarettenlänge später noch immer keiner die Türe aufgemacht hatte, öffnete Pat die Türe und betrat die Villa Kunterbunt, welche ihren Namen ja nun wirklich zu recht verdient hatte. Man sah dem Haus eben an, dass seine Bewohner äußerst kreative Menschen waren.


Nach ein paar Schritte blieb Pat stehen und sah die Treppe nach oben, ehe er in den Gang schielte, an dessen Ende die Treppe nach unten in den Keller führte. Dennoch warf er einen kurzen Blick ins Wohnzimmer, wie auch in die Küche, aber hier war weit und breit niemand zu entdecken. „Na dann wollen wir mal“, murmelte Pat und kramte einen Quarter aus seiner Hosentasche. „Kopf und ich schaue zuerst oben nach“, sprach Pat zu sich selbst, während er die Münze zwischen seinen Fingern hin und her wandern ließ. „Zahl und ich gehe in den Keller. Dann lassen wir mal das Schicksal entscheiden.“ Mit diesen Worten schnippte er die Münze in die Luft, fing sie wieder auf und schlug dann mit der rechten Hand auf seinen linken Handrücken. Ruhig nahm er seine rechte Hand wieder weg und sah auf die Münze. „Kopf“, murmelte Pat mit nachdenklichem Blick. „Das bedeutet wohl, ich werde zuerst im Keller nachschauen, weil das Schicksal ja eh ständig nur ein mieses Spiel mit einem treibt.“ Lachend steckte Pat den Quarter zurück in seine Hosentasche, ging ein paar Schritte den Gang entlang, drehte dann aber wieder um und ging in die Küche. Zielstrebig ging Pat auf den Kühlschrank zu, öffnete die Türe, holte zwei Flaschen Bier heraus und wollte gerade den Kühlschrank wieder schließen, als ihm klar wurde, dass er Vince besuchte und Vince für gewöhnlich keinen Alkohol trank. Also stellte er die eine Flasche wieder zurück und holte dafür eine Flasche von diesem komischen Milchzeug heraus, mit dem man Vince so oft herum laufen sah. Pat wunderte sich ja immer, wie man das Zeug nur trinken konnte, denn seinem Geschmack nach, war es einfach zu süß. Aber Geschmäcker waren und blieben eben unterschiedlich und das war auch gut so. Hätte jeder den gleichen Geschmack, dann wäre das Leben nur halb so interessant, wie es jetzt war. Gerade die unterschiedlichen Geschmäcker sorgten doch erst für diese bunte Vielfalt und das auf vielen unterschiedlichen Gebieten. Gerade in der Musik war eine Vielfalt absolut unabdingbar. Dass es nur noch eine Sorte von Musik geben könnte, war für Pat die absolute Horrorvorstellung, denn höchstwahrscheinlich würde es eine sein, mit der er nichts anfangen konnte. So würde das Leben doch nur zur Qual werden. Nein, Vielfalt musste sein.

Als Pat sich der Kellertüre näherte, konnte er nicht anders, als anfangen zu grinsen. Hatte er also mit seiner Vermutung doch recht gehabt, dass Vince sich in den Keller verzogen hatte und über einem Song brütete. Viel konnte er zwar nicht hören, denn die Türe war geschlossen, aber ein bisschen drang dann aber doch an sein Ohr. Mit einer Hand die beiden Flaschen haltend, öffnete er mit der anderen Hand schwungvoll die Türe. „Zeit für eine Pause“, rief er lachend und fing erst recht an zu lachen, als er sah wie Vince bei seinen Worten zusammengezuckt war. Ja, da hatte wohl jemand nicht mit einem Besuch gerechnet.


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 Betreff des Beitrags: [public] Re: Just A Visit
Ungelesener BeitragVerfasst: Do 7. Jan 2016, 19:39 
Vince hatte sich heute den Luxus gegönnt, einmal 3 Stunden früher Feierabend zu machen, als für gewöhnlich. Ein absoluter Ausnahmefall und auch nur möglich gewesen, da er die letzten Tage regelmäßig Überstunden geschoben hatte. Aber es gab einfach Aufträge, da konnte man nicht einfach mittendrin aufhören, nur weil die Uhr den Feierabend ankündigte. Nicht, weil man sonst vielleicht die Deadline nicht einhalten könnte, sondern einfach nur, weil der Moment denkbar ungünstig für einen Break war. Nach vielen Stunden hatte man endlich die Idee, wusste exakt wie man es anpacken musste, sozusagen das Bild vor Augen und das war genau der Zeitpunkt, wo man richtig loslegen konnte. Nun und wenn der Zeitpunkt eben eine halbe Stunde vor geplantem Feierabend war, dann wurde der Feierabend eben einfach auf später verschoben. Es gab nichts kontraproduktiveres, als in einem solchen Moment das Programm zu schließen und den Computer runter zu fahren. Machte man es nämlich und versuchte am nächsten Tag genau an diesem Punkt einfach weiter zu machen, dann ging das gepflegt in die Hose. Man saß vor dem Kasten und war wieder exakt da, wo man gestern zu Arbeitsbeginn auch gewesen war – Am Anfang. Er hatte genug Kollegen, die trotzdem den Computer ausmachten und nach Hause gingen und oft genug war Vince der Letzte gewesen, der das Gebäude verlassen hatte. Es hatte sogar Tage gegeben, da hatte er die Arbeit auch noch mit nach Hause genommen. Doch heute war er mit dem Projekt frühzeitig fertig geworden und konnte somit vollkommen entspannt und unbeschwert ins Wochenende gehen. Sein Plan war gewesen heim zu fahren, unter die Dusche zu springen, etwas zu essen und dann die Ruhe in der Villa dafür zu nutzen, an einem Song zu arbeiten. Die erste Hälfte hatte gut funktioniert, doch der Plan mit der Ruhe hatte sich gerade eben in Luft aufgelöst. Vince hatte nicht gerechnet, dass jemand plötzlich auftauchen könnte und war demnach so vertieft gewesen, dass er nicht mitbekommen hatte, wie Pat die Türe aufgemacht hatte. Als er dessen lautes Organ plötzlich direkt neben sich vernommen hatte, war er auch dementsprechend zusammengezuckt, was man nicht nur hatte sehen können, sondern auch hören.

„Siehst du mich neuerdings als Konkurrenten oder warum willst du mich umbringen?“, ächzte Vince und atmete einmal tief durch. Herrgott. Konnte Pat nicht wie jeder andere normale Mensch vorher an die Türe klopfen oder sich sonst irgendwie bemerkbar machen. „Wegen dir erleide ich noch vor meinem 30ten Geburtstag einen Herzinfarkt.“ Aber wie immer führte eine Beschwerde bei Pat nur zu einem breiten Grinsen und mehr auch nicht. Wahrscheinlich würde er sich auch das nächste Mal wieder klammheimlich anschleichen und einem dann irgendwas um die Ohren pfeffern, so dass man wirklich kurz vorm Herzinfarkt landete. „Also jetzt rück' schon raus mit der Sprache“, meinte Vince zu Pat, nahm ihm die Milch aus der Hand und sah zu, wie er es sich neben ihm auf einem Hocker gemütlich machte. „Du bist doch nicht ohne Grund hier oder? Du bist nämlich nicht der Typ für gewöhnliche Höflichkeitsbesuche.“ Grinsend sah Vince Pat an, ehe er einen Schluck von der Milch nahm. Nein, Pat war wirklich nicht die Sorte Mensch, die Höflichkeitsbesuche abstattete. Wenn er auftauchte, dann hatte das meistens einen Grund, dafür kannte Vince Pat schon lang genug. Es mochten manches Mal durchaus ziemlich unsinnige Gründe sein, aber grundlos passierte bei Pat rein gar nichts.

„Oder bist du hier, weil du wieder einmal einen musikalischen Rat brauchst und Dave gerade nicht erreichbar ist?“, fragte Vince lachend, stellte die Milch neben sich auf die Box und ließ seine Finger wieder über die Saiten der Gitarre streichen. Schon seit Tagen spukten ihm die Akkorde im Kopf herum, ohne bisher eine Grundlage zu bieten und ausgerechnet in dem Moment, als er geglaubt hatte, den Bezug endlich gefunden zu haben, war Pat hereingeplatzt und mit ihm der Ablauf in seinem Kopf. Aber trotzdem würde Vince nie auf die Idee kommen, ihm jetzt die Schuld dafür zu geben. Dauerte es eben ein wenig länger, bis er wusste, was ihm die Akkorde in seinem Kopf sagen wollten.


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 Betreff des Beitrags: [public] Re: Just A Visit
Ungelesener BeitragVerfasst: Do 7. Jan 2016, 19:39 
Pat sah Vince für einen kurzen Moment einfach nur an, ehe er in schallendes Gelächter ausbrach und dabei beinahe von seinem Hocker gefallen wäre. „Ich ... dich ... als Konkurrent ansehen?“, wiederholte er lachend und schüttelte den Kopf. „Oh glaub mir mein Freund, das wird niemals passieren. Nicht in diesem Leben.“ Diese Aussage könnte man jetzt sicherlich auf verschiedene Art und Weise interpretieren. Entweder, Pat hielt Vince nicht für gut genug, um je ein Konkurrent zu sein oder aber, es war aufgrund der Freundschaft einfach nicht möglich. Es war eindeutig das Letztere, denn Konkurrenzkampf hat und würde es zwischen den beiden Bands niemals geben. Sicherlich waren sie alle auf Erfolg aus, aber nicht auf Kosten einer Freundschaft. Außerdem, wenn es jemals ein Konkurrenzdenken geben würde, dann würde man sich doch gewiss nicht gegenseitig immer mal wieder unter die Arme greifen und sich gegenseitig Tipps geben. Mal ganz abgesehen davon, hatten sie so oder so einen Pakt abgeschlossen. Die Band, welche als erstes den Durchbruch schaffen würde, musste die andere Band mit auf die erste Tour nehmen. Somit würde von einem Durchbruch automatisch alle profitieren und das zeigte ja wohl, wie eng die Freundschaft zwischen den beiden Bands wirklich war und dass Konkurrenzdenken wirklich vollkommen fehl am Platz war.

„Also bevor du einen Herzinfarkt bekommst, bekomme wohl eher ich einen. Immerhin führst du ja wohl den gesünderen Lebensstil von uns beiden“, grinste Pat und nahm einen großen Schluck aus seiner Bierflasche. Vince war für ihn irgendwie der Inbegriff von einem gesunden Leben. Er trieb regelmäßig Sport, er trank nicht, jedenfalls nur sehr selten, er rauchte nicht, er hatte keine Frauengeschichten und er ernährte sich vegan. Das einzige, wo Vince mehr oder weniger versagte, war der ausreichende Schlaf. Aber in dieser Kategorie konnte wohl keiner von ihnen so wirklich punkten. Sie hatten alle einen geregelten Job, ein Hobby das sich eben nicht nach Uhrzeit richten ließ und dazu noch einen großen Freundes- und Bekanntenkreis. Tja und da ihr Tag eben auch nur 24 Stunden hatte, kam der Schlaf meist doch etwas zu kurz. Aber noch waren sie ja jung, da ließ sich so etwas noch relativ locker wegstecken und wenn sie mal älter waren, dann waren sie eh alle so berühmt, dass der geregelte Job gestrichen und somit mehr Freizeit geschaffen werden konnte. Es war alles nur noch eine Frage der Zeit. „Und momentan bist eher du derjenige, der hier einen musikalischen Rat benötigt“, feixte Pat, nahm noch einen Schluck aus der Bierflasche und sah Vince an. „Zuerst würde ich das Ganze ja wohl mal mindestens zwei Töne tiefer ansetzen, außer du willst, dass dir später jemand in die Eier kneift, damit du die oberen Töne triffst. Als nächstes würde ich dir vorschlagen nicht so akkurat zu spielen, weil das macht alles so hart. Hör auf deine innere Stimme, dein Bauchgefühl und nicht auf das Metronom an deiner Seite. Und weil aller guten Ratschläge ja immer drei sind – Was soll das eigentlich werden?“ Es wäre ja nicht das erste Mal, dass Pat zufällig dabei war, als Vince gerade an einem neuen Song gebastelt hat. Eigentlich war Vince ständig dabei an Songs zu arbeiten. Außer er schlief und selbst da war sich Pat nicht so 100%ig sicher, ob Vince nicht auch da noch mit Songs beschäftigt war. Er hatte Dave ja schon für verrückt gehalten, aber seit er Vince kannte, musste er seine Definition von 'verrückt' noch einmal überdenken. Vince war ein Vollblutmusiker, ganz ohne Zweifel und es machte genau so viel Spaß ihm zu zusehen, wie Dave und ebenso machte es Spaß, mit ihm zusammen zu arbeiten. Vielleicht sollte man mal mit der Idee spielen, gemeinsam einen Song auf die Beine zu stellen.

„Der Grund warum ich hier bin ist eigentlich ganz simpel“, lachte Pat und griff wieder nach der Bierflasche. „Ich konnte nicht mehr schlafen, hatte tierische Langweile und hier ist meist immer jemand zu Hause. Also hab ich mich aufs Bike gesetzt, bin her gefahren und wie vermutet ist jemand da – Du.“ Aber das war auch ehrlich gesagt der einzige Grund, weswegen er hier war. Ja, Vince hatte schon recht, dass bei ihm nie etwas grundlos war, wenn auch die Gründe nicht immer wirklich Gründe waren. Hier war der Grund schlichtweg Langweile gewesen. Komischerweise, denn eigentlich konnte man ihn ja nicht gerade als übermäßig geselligen Typ bezeichnen. Klar, im Freundeskreis war er unheimlich gesellig, aber ansonsten war er ganz froh drüber, wenn man ihm nicht auf den Schnürsenkel ging und ihm seine Ruhe ließ. Er war eben eigen und vielleicht auch wählerisch, was die Personen in seinem direkten Umfeld anging, was ihm wohl auch den Ruf eingehandelt hatte, kompliziert und nicht gerade umgänglich zu sein. Aber er hielt eben nichts von unnötigen Anpassungsmaßnahmen und schon gar nicht für Leute, die ihm so oder so vollkommen am Arsch vorbei gingen.


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 Betreff des Beitrags: [public] Re: Just A Visit
Ungelesener BeitragVerfasst: Do 7. Jan 2016, 19:40 
Obwohl er sich an diesem Tag vorgenommen hatte das Krankenhaus pünktlich nach der Frühschicht, die ja nunmal gegen 14 Uhr endete, zu verlassen, hatte dieser Plan nicht ganz funktioniert. Kurz bevor er die Station hätte verlassen können, hatte einer 'seiner' Patienten den Notfallknopf gedrückt. Eigentlich nicht wirklich ein Grund, um die Schicht zu verlängern, aber bei diesem Patienten handelte es sich um einen kleinen Jungen von knapp 6 Jahren, der in einen schweren Autounfall verwickelt gewesen war und Chris mochte den Kleinen. Dummerweise hatte er ihm während der Nachtschicht drei Nächte zuvor erzählt, dass dieser Knopf so etwas wie das Bat-Signal wäre und immer wenn es ihm schlecht ginge, sollte er den Knopf drücken und er wäre sofort zur Stelle. Diese Erklärung hatte der Kleine aber sehr wörtlich genommen, wie man ihm nach den anderen Schichten, in denen er nicht anwesend gewesen war, mitgeteilt hatte. Also hatte er sich an diesem Tag nochmal Zeit für den Kleinen genommen und hatte ihm bei seinem Aufbruch versichert, dass er gleich am nächsten Tag wieder nach ihm sehen würde. Vielleicht sollte er in Zukunft vorsichtiger mit irgendwelchen Äußerungen sein, die man wörtlich nehmen konnte. Er war also nach dem Krankenhaus nur ganz schnell nach Hause gefahren, um sich zu duschen und etwas anderes anzuziehen und war dann gleich wieder aufgebrochen. Eigentlich war er gerade kurz davor den Hungertod zu sterben, aber Chris war sich sicher, dass in der Villa genug essbares vorhanden war. Er hatte Vince in der kurzen Zigarettenpause per SMS schon angedroht, dass er sofort nach der Schicht auftauchen würde; ihm war nämlich in der letzten schlaflosen Nacht die Lösung für ein Übergangsproblem in den Sinn gekommen, was er mit ihm besprechen wollte.

Kurz vor Erreichen der Villa, sammelte er Levi am Straßenrand auf, der - wie er ihm berichtete - mit dem Bus fahren musste, da sein Wagen, der ohnehin kaum noch fahrtüchtig war, an diesem Morgen gänzlich den Geist aufgegeben hatte. Chris wunderte das nicht wirklich. Immerhin war Levis Karre schon wirklich alt und hatte zudem noch einen Umzug quer durch die Staaten hinter sich. Chris wusste, wie sehr Levi an seinem Wagen hing, immerhin konnte er sich nur zu gut an seinen ersten Wagen erinnern. Mittlerweile fuhr er ja meistens lieber Motorrad, was bei dem Verkehr in Los Angeles einfach besser war, aber hin und wieder - so wie heute - war er mit dem Wagen unterwegs, den er sich während seiner Zeit bei der Army gekauft hatte. Weit davon entfernt neu zu sein, tat es dennoch seine Pflicht und mehr brauchte er schließlich nicht.
"Sieht aus, als wäre Pat auch da," merkte Chris überflüssigerweise an, denn der Chopper war kaum zu übersehen, während er den Wagen zum Stehen brachte.
"Aber Sid dafür nicht," gab Levi daraufhin zurück, zuckte mit den Schultern und stieg aus. "Da stresst er rum, dass ich nach der Arbeit nicht rumtrödeln und SOFORT in die Villa kommen soll und dann ist er nicht mal da."
Chris grinste. "Naja, du darfst nicht vergessen, dass ich dich ein ganzes Stück mitgenommen habe. Das hat er nicht eingeplant. Ich wette, er kommt in..." Chris blickte auf die Uhr an seinem Handgelenk und fuhr fort, "15 Minuten." Über den Wagen hinweg zwinkerte er ihm zu, schloss den Wagen dann ab und begab sich zum Eingang. Chris klingelte nicht. Natürlich nicht. Warum denn auch?

Im Haus war es zu ruhig als dass Vince und Pat irgendwo im Wohnzimmer, in der Küche oder im Garten sein könnten, aber Chris konnte sich nur zu genau vorstellen, wo die beiden sich herumtrieben. "Ich bin gleich wieder da. Du weißt ja eh, wo alles ist." Beiläufig gestikulierte er in Richtung der Küche, während er selbst sich zu der Kellertür begab, die er leise einen kleinen Spalt breit öffnete. Er hörte Vince und Pat reden. Hatte er es sich doch gedacht. "Egal was ihr macht, ich komme runter, also zieht euch besser schnell wieder an," rief er auf halbem Weg die Treppe herunter und übersprang die letzten Stufen, ehe er triumphierend in die kleine Runde sah. "Erwischt!"


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 Betreff des Beitrags: [public] Re: Just A Visit
Ungelesener BeitragVerfasst: Do 7. Jan 2016, 19:40 
Vince spielte noch ein paar Akkorde weiter, ehe er innehielt und herzhaft auflachte. „Das ist wieder so typisch für dich“, meinte er schmunzelnd und sah zu Pat. „Keine Ahnung haben, aber Tipps geben.“ Nein, das war jetzt nicht böse gemeint, auch wenn es sich für fremde Ohren sicherlich so angehört haben mochte. Es war eher ein neckisches Aufziehen zwischen den Beiden, die sich an so manchen Tagen nichts schenkten. „Trotzdem könntest du mit den 2 Tönen tiefer eventuell Recht haben und ich werde auch über das Andere nachdenken. Es klingt zumindest in der Theorie durchaus schlüssig.“ Sicherlich hatte Vince, was seine Musik anging, ziemlich konkrete Vorstellungen und von denen ließ er sich nur äußerst selten abbringen. Wenn er es genau so umgesetzt haben wollte, wie in seinem Kopf, dann hatte nicht einmal Chris oder Damir eine Chance ihn um zu stimmen. Das waren dann immer die Momente, in denen es bei ihnen im Proberaum ziemlich hitzig zuging. Aber dennoch war Vince niemand, der einen Vorschlag von vornherein ablehnte. Er hörte ihn sich an, setzte ihn auch um und entschied dann, ob er für ihn in Frage kam oder eben nicht. Und wenn nicht, nun dann war man wieder an dem Punkt, wo seine Vorstellung sich durchsetzte.

„Was das werden soll, darüber bin ich mir ehrlich gesagt, noch nicht sicher“, sprach Vince und stellte die Gitarre vorsichtig neben sich. „Es war auf einmal in meinem Kopf und wollte ausprobiert werden. Du solltest das doch kennen.“ Als Musiker wurde man doch ständig an den unterschiedlichsten Orten von Ideen überrascht. Am Arbeitsplatz oder während des Kochens. Es soll sogar Leute gegeben haben, denen kamen die Ideen während des Sex und manche Songs wurden auf dem Klo geschrieben. Wenn einen die Inspiration packte, dann wurde alles erst einmal nebensächlich. Sehr zum Leidwesen von Anderen manchmal, aber da mussten sie eben durch. Bisher jedenfalls hatte sich noch niemand beschwert, wenn er während des Programmierens nebenher gesummt oder gar gesungen hatte. Entweder sie waren einfach nur so freundlich, sich nicht zu beschweren oder es störte sie in der Tat nicht. So genau konnte Vince das jetzt auch wieder nicht sagen. Vielleicht aber hatten sie sich auch einfach daran gewöhnt. Immerhin war ja er nicht der einzige Vollblutmusiker in dieser Firma, denn Dave arbeitete ebenfalls dort. Nicht selten waren sie in der Mittagspause zusammen gesessen und hatten gefachsimpelt. Taten alle in der Firma, allerdings ging es da dann um vollkommen andere Themen.

„Verstehe ich das richtig – Du konntest nicht mehr schlafen und hattest Langeweile?“, fragte Vince grinsend und langte nach der Milch, die Pat ihm mit runter gebracht hatte. „Du hattest ernsthaft Langeweile? Sorry, aber das kann ich mir bei dir irgendwie nicht vorstellen. So hyperaktiv wie du manchmal sein kannst, da kannst du doch gar nicht so lange so ruhig sitzen bleiben, um überhaupt eine Langeweile ähnlichen Zustand zu erreichen.“ Wirklich. Vince konnte sich ja vieles vorstellen und er behauptete auch, eine blühende Phantasie zu besitzen, aber da fand sie ihre Grenze. Pat konnte nicht still sitzen, zumindest nicht für lange. Wie also sollte so jemand Langweile schieben können? Wobei, vielleicht schob er gerade deswegen Langweile, weil er zum still sitzen gezwungen gewesen wäre, hätte er nichts unternommen? Klang wirr, war es auch, aber für Pat-Verhältnisse irgendwie logisch. Gerade wollte er noch etwas zu Pat sagen, als er die Stimme von seinem Bruder hörte und das Lachen anfing. „Willst du nicht lieber mitmachen?“, rief er in Richtung Treppe und schmunzelte still vor sich hin. Auf was für Ideen sein Bruder manchmal kommen konnte.


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 Betreff des Beitrags: [public] Re: Just A Visit
Ungelesener BeitragVerfasst: Do 7. Jan 2016, 19:40 
"Ob ich mitmachen will? Lass mich nachdenken..." Chris legte den Kopf ein wenig schief und tippte sich in nachdenklicher Manier mit dem Zeigefinger gegen die Lippe. "Äh...nein." Ein kurzes Grinsen zeichnete sich auf seinen Lippen ab, ehe er endgültig zu den beiden versammelten Anwesenden trat. "Levi ist oben und ich gehe davon aus, dass zumindest Sid auch gleich kommt, ABER ich muss jetzt erst was loswerden." Mit diesen Worten schnappte er sich kurzerhand die Flasche Bier aus Pats Hand und nahm einen Schluck, bevor er ihm die Flasche zurückgab. "Sorry, mein Hals war so trocken. Oh... und Hi!" Chris war sich der Tatsache bewusst, dass er gerade womöglich ein wenig wirr wirkte, aber auch er hatte manchmal derartige Anwandlungen. "So, was ich aber eigentlich wollte..." Zielstrebig trat er an Vince vorbei und nahm an seinem Schlagzeug platz. "Mir ist heute Nacht eine Idee gekommen. Du weißt, diese Bridge, die sich für mich einfach nicht richtig anfühlte? Ja, ich weiß, du fandest sie gut und passend und so weiter und so fort, aber ich nicht und ich bin derjenige, der sie spielen muss, also pscht." So sehr Chris seinen Bruder ja liebte und seine Meinung ihm auch wichtig war, so sehr konnte ihn dessen Meinung auch in den Wahnsinn treiben, denn hin und wieder stimmten ihre Meinungen nunmal nicht überein und diese Situation war eine derartige gewesen. Vince hatte den festen Standpunkt vertreten, dass der Übergang genau so richtig war. Chris eben nicht. Ihm hatte die Schlagabfolge nicht gefallen und in dieser Hinsicht konnte Chris genauso stur sein wie Vince. Und vielleicht war es gar nicht so schlecht, dass Pat ebenfalls anwesend war, denn in diesem Fall konnte dieser auch noch seine Meinung kund tun. Damir war nicht sonderlich hilfreich gewesen, denn sein Statement hatte gelautet 'Macht das unter euch aus. Auf mich hört ihr ohnehin nicht'. Chris hatte ihn daraufhin aus seinem imaginären Testament gestrichen.

"Also pass auf," meinte er, während er auf seinem Platz zurecht rückte und den Haupttakt mit dem Pedal auf der großen Trommel anstimmte und schließlich zurückhaltend mit den Sticks einstimmte, bis er sicher war, dass Vince gedanklich genauso im Song drin war, wie er. Es war Chris noch nie schwer gefallen mit seinem Spiel mitten in einem Song anzufangen, aber wenn es darum ging andere an die selbe Stelle zu leiten, an der er sich mit seinem spontanen Spiel befand, ging er lieber auf Nummer sicher. Nachdem er sich mit Blickkontakt versichert hatte, dass Vince ihm folgen konnte, woran eigentlich ohnehin kein Zweifel bestand, ließ er die Zurückhaltung hinter sich und legte in gewohnter Manier los. Erst noch der Refrain und dann der Übergang, der in die letzte Strophe übergehen sollte. Beim Spielen jetzt am Schlagzeug merkte er, dass er ansich gar nicht SO viel geändert hatte, aber die Schlagabfolge war anders, er konnte mehr Druck nach vorne aufbauen und so der letzten Strophe mehr Gewichtigkeit verleihen. Wie immer endete er seine spontane Vorführung mit einem schwungvollen Schlag auf die Becken. Es wunderte ihn eigentlich, dass dieser Teil seines Schlagzeuges nicht schon längst zu Bruch gegangen war - oder überhaupt sein Schlagzeug - , wenn man bedachte wie er es bearbeitete.

"Und? Meinungen? Ich weiß, ich bin ein Genie, aber ich höre es doch so gerne aus eurem Mund." Chris grinste von seinem Platz hinter dem Schlagzeug zu seinem Bruder und Pat hinüber. Natürlich wollte er eine ehrliche Meinung und auch bei allem Jux, den sie untereinander trieben, war dies dennoch auch klar.


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 Betreff des Beitrags: [public] Re: Just A Visit
Ungelesener BeitragVerfasst: Do 7. Jan 2016, 19:41 
Pat sah Vince mit großen Augen an und schüttelte langsam den Kopf. „Ich weiß ja nicht was ihr auf Arbeit alle tut oder besser gesagt nicht tut, dass ihr Zeit habt für irgendwelche Songs“, sagte er und war für einen kurzen Moment relativ ernst. „Weil ich habe während der Arbeit dafür keine Zeit. Du weißt doch – In meinem Job ist Zeit Geld.“ Nein, er konnte es sich während der Arbeit wirklich nicht leisten, nicht mit dem Kopf bei der Sache zu sein. Einen winzigen Augenblick nicht aufgepasst und schon waren es ein paar Tausender weniger. Sicherlich gab es auch in seinem Job die Möglichkeit, auf lange Sicht zu planen und zu investieren, aber da fehlte ihm der Nervenkitzel. Außerdem war es nicht besonders lukrativ, wenn auch weniger risikoreich. Ja, sein Job war stressig, aber er hatte sich freiwillig dafür entschieden und bisher liebte er seinen Job. Mit all seinen Vor- und Nachteilen.

„Ja man! Du hast schon richtig gehört, da brauchst du es nicht nochmal breit treten“, seufzte Pat und verdrehte, allerdings grinsend, die Augen. „Ich bin jung, ich brauch Action. Daheim sitzen und die Wände anstarren kann ich in ein paar Jahren immer noch. Aber doch nicht jetzt.“ Irgendwann, wenn er erreicht hatte, was er erreichen wollte oder in dem Fall auch niemals, weil es gab im Leben immer etwas, das man erreichen wollte. Pat wollte eigentlich noch mehr sagen, doch als dann Chris plötzlich im Raum stand, sich dann auch noch an seinem Bier vergriff und vollkommen durch den Wind zu sein schien, was den Redefluss erklären würde, war er selbst dann doch ein wenig aus dem Konzept gebracht. „Wie Levi ist oben? Wieso ist er oben? Und was hat Sid damit zum tun und hab ich irgendetwas verpasst?“ Mit fragendem Blick sah Pat zwischen den beiden Brüder hin und her und hatte wieder einmal das Gefühl, irgendetwas verpasst zu haben. Allerdings war dieses Gefühl bei Vince und Chris nichts ungewöhnliches. Bei dem Bruderzeug, mit dem sie da manchmal ankamen, kam man so oder so nicht immer mit. Keiner von beiden sagte was, sie sahen sich nur an und im nächsten Moment diskutierten sie munter darauf los, als würden sie schon seit Stunden nichts anderes tun. Aber vermutlich waren er und Dave auch nicht anders und für Außenstehende nicht minder verwirrend.

„Du erwartest jetzt aber von mir aber keinen musikalischen Ratschlag oder?“, fragte Pat lachend und nahm den letzten Schluck aus seiner Flasche. „Weil den gratis Ratschlag, den hat dein Bruder eben erst bekommen.“ Es war ehrlich gesagt für Pat gerade etwas schwierig, dazu etwas zu sagen, vor allem weil ihm der gesamte Zusammenhang fehlte. Jedenfalls hatte er diese Passage noch nie gehört und wusste daher auch nicht, zu welchem Song sie gehörte und noch weniger, wie sie sich vorher angehört hatte. Wäre es jetzt so eine Situation wie vorher bei Vince, da hätte er schon seinen Senf dazu gegeben, aber hier schien es um ein tatsächliches Problem zu gehen, welches gelöst werden wollte und da war es ihm dann schon lieber, wenn er alle Fakten kannte. „Aber wenn du meine Meinung hören willst“, sprach Pat weiter und bohrte sich kurz mit dem kleinen Finger im Ohr herum. „Es war verdammt laut.“ Pat machte grinsend eine kurze Pause und sah zu Chris. „Ok, Spaß beiseite. Wo genau liegt euer Problem?“ Nur wenn man das Problem kannte, hatte man eine Grundlage, auf welcher man an der Lösung arbeiten konnte.


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 Betreff des Beitrags: [public] Re: Just A Visit
Ungelesener BeitragVerfasst: Do 7. Jan 2016, 19:41 
Nikki hatte Trixie, wie versprochen, in sein Auto gepackt um sie nach Hause zu fahren, auch wenn die Villa in genau der entgegen gesetzten Richtung lag, wie seine eigene Wohnung. Trixie hatte wie gewöhnlich das Fenster geöffnet und die nackten Füße hinaus gestreckt, auch wenn klar war, dass sollten sie einem Cop begegnen, der davon nicht gerade erfreut sein würde. Es war irgendwie eine Macke von ihr, die aber andererseits auch immer etwas erheiterndes an sich hatte. Trixie hatte sofort, als sie sich der Villa genähert hatten erkannt, dass heute wohl mal wieder Full House angesagt war, zumindest ließ Pat's Bike in der Einfahrt und Chris's Karre am Straßenrand darauf schließen. Eben ein ganz normaler Abend im Freundeskreis. Sie hatte noch versucht Nikki zu überreden, noch auf ein paar Minuten mit rein zu kommen, wenn er sie schon gefahren hatte, aber egal welche Register sie auch zog, er hatte abgelehnt, wenn auch mit einem traurigen Auge. Trixie wusste, dass er sich in der Villa wohl fühlte und gerade mit Pat hatte er ja so oder so noch sprechen wollen, denn die Zwei hatten da ja ein etwas größeres Projekt in Planung. Aber so wie Trixie, hatte natürlich auch Nikki gewusst, dass es nicht bei einem kurzen Gespräch bleiben würde. Ein Wort würde das andere ergeben, es wurde ein Bier getrunken, dann auch noch ein zweites und auf einmal war es mitten in der Nacht und man selbst fragte sich, wo die Zeit geblieben war. An einem normalen Tag hätte er sich sicherlich von ihr überreden lassen oder besser gesagt, wäre eine Überredung gar nicht notwendig gewesen, aber als er ihr erklärt hatte, dass er am nächsten Tag gleich um 8 einen Termin anstehen hatte, hatte auch Trixie eingesehen, dass es nicht ging. Ein Termin hatte immer Vorrang und wie sagte sie stets: 'Aufgeschoben ist nicht aufgehoben'. Er wusste ja selbst, dass er in der Villa immer gern gesehen war. Egal wann er auftauchen würde.

Also hatte sie sich ausgiebig von ihm verabschiedet und Fußgänger, welche just in dem Moment am Auto vorbeigegangen wären, hätten sich sicherlich ihren Teil gedacht. Ihre Schuhe einfach nur über die Schulter gehängt ging Trixie barfuß auf die Villa zu, drehte sich noch einmal kurz und sah dann Sid geradewegs auf sie zukommen. Es war ein Anblick, der bei Trixie sofort dazu führte, dass beide Augenbrauen nach oben ruckten, ehe sie die Stirn in Falten legte und Sid mit einem äußerst nachdenklichen Blick ansah. Nun gut, es war jetzt nicht der Anblick von Sid selbst, der sie so verwirrte, sondern eher das, was er da in Händen oder besser gesagt auf den Armen trug. „Sid?“, fing Trixie fragend an. „Gab's da Mengenrabatt warum so viele Pizzakartons auf deinen Armen? Die packst du doch im Leben nie alle.“ Sid konnte zwar wirklich viel essen und sie fragte sich jedes Mal, wo er das alles hinsteckte, aber das war selbst für ihn viel zu viel. Aber in dem Moment fiel ihr auch wieder ein, dass Pat und Chris ebenfalls da waren, gleichfalls wie Vince. Immerhin stand dessen alter Jeep ja auch vorm Haus. „Oder? … Moment! Kann es sein, dass ich etwas wichtiges nicht mitbekommen habe, von dem ich aber wissen sollte?“, hakte sie dann weiter nach, bis Sid neben ihr zum Stehen kam. Es wäre ja nicht unbedingt das erste Mal, wo sie etwas wichtiges vergessen hatte. Aber anstatt ihr eine Antwort zu geben, meinte Sid nur, dass sie aufhören sollte zu fragen und ihm lieber ein paar Kartons abnehmen sollte, denn abgesehen davon, dass es langsam nicht nur schwer wurde, wurde es auch langsam ziemlich warm an den Armen. Allem Anschein nach hatte er nicht vor ihr jetzt etwas zu sagen, was Trixies Neugier natürlich nur noch mehr anstachelte. Sie wusste, dass er das wusste und mit absoluter Sicherheit sagte er ihr gerade aus dem Grund nichts. Oh er liebte es sie auf die Folter spannen. Das hatte er schon von Anfang an gerne getan und das hatte sich in den 7 Jahren, wo sie sich jetzt kannten, nie geändert. Tja und eben so lange war sie schon am überlegen, wie sie sich dafür revanchieren könnte, aber bis heute war ihr nichts passendes eingefallen.

Da ihr klar war, dass sie auch mit weiteren Fragen keine Antwort erhalten würde, folgte sie ihm einfach zum Haus und kramte in ihren Erinnerungen herum, ob er nicht heute Morgen etwas zu ihr gesagt hatte, was das Essen erklären würde und was ihr einfach nur entfallen war. Aber da gab es nichts. Sie konnte sich nicht erinnern, dass ihr heute Morgen etwas erzählt hatte. Wie denn auch, wenn man sich gerade einmal für 5 Minuten in der Küche begegnet war? Noch immer nachdenkend ging sie in die Küche und hätte beinahe die Pizzen fallen lassen, als plötzlich Levi vor ihr in der Küche stand. „Himmel! Was machst du hier?!“, rief sie erschrocken aus und stellte schnell die Kartons auf den Tisch, bevor sie ihr doch noch aus den Händen glitten. „Also ich freue mich, aber... Ach du weißt schon.“ Lachend winkte sie mit einer Hand ab. Wozu groß erklären, wenn er doch so oder so wissen würde, wie es von ihr gemeint gewesen war. Sie freute sich immer wenn er in der Villa auftauchte, auch wenn man sich außerhalb der Villa auch oft genug sah.


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 Betreff des Beitrags: [public] Re: Just A Visit
Ungelesener BeitragVerfasst: Do 7. Jan 2016, 19:42 
"Warum bekommt eigentlich immer ER den gratis Ratschlag?" empörte sich Chris hinter seinem Schlagzeug und schüttelte den Kopf. "Aber hätte ich dich vielleicht wegen der Lautstärke vorwarnen sollen? Tut mir wirklich leid." Für den Bruchteil einer Sekunde blinzelte er Pat entschuldigend entgegen, ehe er ein Seufzen verlauten ließ und wieder eine Position auf seinem Sitz einnahm, die klarmachte, dass er demnächst wieder loslegen würde. "Also gut, die Sache ist folgende: die ursprüngliche Passage, der Übergang vom Refrain zur letzten Strophe, war folgende..." Wieder stimmte er mit dem Pedal auf der großen Trommel den Haupttakt ein. "Refrain," formten seine Lippen lautlos an Pat gerichtet, während er mit den Sticks einsetzte und in seinem Kopf mehr als nur deutlich sowohl Vince's Gesang als auch die Gitarre hören konnte. "Bridge," wieder an Pat gerichtet, wobei er tatsächlich aufpassen musste, dass er die ursprüngliche Bridge spielte und nicht seine leicht abgeänderte, denn der Unterschied musste für jeden, der sich nicht mit der Musik und der Bedeutung des Schlagzeuges auskannte, kaum merkbar sein, doch hier waren sie unter sich und jeder verstand etwas von dem, was sie hier taten. "Letzte Strophe," erklärte er dieses Mal ausgesprochen, da er schon Kraft hinter seinem Spiel herausnahm und einfach ausklingen ließ.

"Gehört? Verstanden? Gut, das war die ursprüngliche Version und jetzt noch einmal -weil es so schön war- die leichte Abänderung und dann... erwarte ich ehrliche Meinungen. Ich geb dir auch was aus." Grinsend zwinkerte Chris Pat zu. "Achtung... es wird laut." Noch breiter wurde das Grinsen, das sich auf seine Lippen gelegt hatte, bevor er die gleiche Stelle des Songs noch einmal spielte. Für ihn war der Unterschied klar und eindeutig und eben... besser. Nicht weil die leichte Abwandlung von ihm kam, sondern weil sie ihm erlaubte zur letzten Strophe hin mehr Druck aufzubauen und für ihn gab es kaum etwas besseres als all seine Energie -und noch mehr- in das Spielen seines Schlagzeugs zu stecken.
"So!" theatralisch fuhr er sich mit der Hand über die Stirn und schüttelte diese aus, als hätte er sich soeben unmengen von Schweiß abgewischt. Tatsächlich aber war nichts dergleichen zu sehen. Es war immerhin auch insgesamt genommen vielleicht die Länge eines Songs, die er auf dem Schlagzeug gespielt hatte. "Ich finde es klingt einfach besser, wenn zum Ende hin mehr Druck nach vorne aufgebaut wird. Wir haben genug Songs, die zum Ende hin eher seicht werden - wenn man das bei unserer Musik so nennen kann - und ich denke wirklich, dass es dem Song gut tun würde. Auch deinem Gesang und vorallem der Bedeutung der Worte der letzten Strophe." Chris blickte Vince an und legte seine Sticks vor sich ab, erhob sich allerdings noch nicht von seinem Platz.

"Also was meint ihr? Ich weiß, dass Damir mir bestimmt zustimmen würde." Auch wenn dieser ja verkündet hatte, dass sie derartige Diskussionen 'unter sich' ausmachen sollten, also Vince und er, und er sich dabei heraushalten würde.


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