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In all the craziness we're still here

Draco & May || 14ter August 1997 || Nachmittags


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Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 1. Feb 2016, 00:21 
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Terrorkrümel

Hufflepuff

in all the craziness we're still here

Draco and May


Es war ein schöner Tag, in einem tollen Sommer. Ein Sommer, wie ihn England schon seit bestimmt hunderten von Jahren nicht mehr erlebt hatte. Nun gut, hunderte mochte jetzt übertrieben sein, aber die Sommer der letzten Jahre waren alles gewesen, aber mit Sicherheit nicht so schön wie dieser Sommer. Man könnte fast das Gefühl bekommen, dass Wetter versuchte auf diese Weise irgendetwas wieder gut zu machen, was eigentlich nicht mehr gut zu machen war. Das Ende des letzten Schuljahres, was jetzt 6 Wochen zurücklag, konnte nicht wieder gut gemacht werden. Von niemanden und dennoch war es wohl einfach der Lauf der Dinge. Weder konnte man sie ungeschehen machen, noch konnte man sie verhindern. Vielleicht konnte man sie abändern oder hinaus zögern, aber May glaubte nicht mehr wirklich daran, dass sie sich wirklich auch verhindern ließen. Wenn das Schicksal sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, dann passierte es. Vielleicht nicht an dem Tag, den das Schicksal dafür auserwählt hatte, aber es würde passieren. Irgendwann. Aber auch wenn man vielleicht machtlos erscheinen sollte war das noch lange kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken und auf zu geben. Immerhin hatte man doch für einen Aufschub gesorgt und der wollte doch genutzt werden oder etwa nicht? So auch dieser Tag. May hatte einfach mal einen Tapetenwechsel benötigt, so war doch die Zeit mit ihrem Onkel zwar interessant, aber auf eine gewisse Art und Weise auch anstrengend. Nicht weil er Sachen von ihr verlangte oder sie zu irgendetwas bringen wollte, sondern einfach nur weil er eben war, wie er war. Niemand würde Severus Snape als einen geselligen Menschen bezeichnen und am allerwenigsten die Menschen, die ihn kannten. Er sprach nur, wenn er es für notwendig erachtete und dann klang es meist auch sehr nüchtern und sachlich. Er konnte wohl den Professor einfach nicht hinter sich lassen. Nicht einmal in den Ferien und auch nicht seiner eigenen Nichte gegenüber. Aber sie hatte auch nicht erwartet, dass er sich auf einmal zu einem ganz anderen Menschen entpuppen würde. Dafür kannte sie ihn einfach schon viel zu lange als Hauslehrer von Slytherin. Nun gut, ein wenig hatte er sich ihr gegenüber verändert, war zugänglicher geworden, aber noch immer war da eine gewisse Distanz zwischen ihnen und die würde wohl auch noch eine ganze Weile bestehen bleiben. Man musste sich auch erst aneinander gewöhnen und wer konnte schon sagen, was er sonst noch für Gründe besaß, die es ihm schwer machten. Es gab ja noch so vieles, was er ihr noch nicht erzählt hatte. Das spürte sie einfach. Doch sie war nicht in die Winkelgasse gegangen um über ihren Onkel nach zu denken. Es gab einen ganz anderen Grund dafür. Einen Grund der ihr Leben vielleicht nicht gerade leichter gemacht hatte, dafür aber wesentlich schöner. Immerhin waren die Momente mit ihm, die Momente, die ihr sogar einem verregneten Tag wieder etwas gutes abgewinnen ließen.

Ruhigen Schrittes schritt sie die Winkelgasse entlang, blieb mal hier und mal dort stehen und sah durch die Schaufensterscheiben hindurch. Manchmal sah sie sich auch selbst in den Scheiben an und musste dann anschließend über sich selbst lachen. Wieso machte sie sich eigentlich gerade selbst verrückt? Er wusste wie sie aussah und er hatte sie auch schon verschlafen und mit zerzausten Haaren gesehen. Es gab ja nun wahrhaftig keinen Grund sich deswegen zu sorgen. Immerhin war er ja noch nicht auf und davon. „Noch“, seufzte May leise und verzog für einen kurzen Moment das Gesicht und streckte dann ihrem Spiegelbild die Zunge heraus, woraufhin hin dieses ihr den Vogel zeigte. Noch immer hatte sie keine Ahnung, ob sie es ihm erzählen sollte oder ob sie es nicht besser für sich behalten sollte. Für sie war der Moment der Erkenntnis schockierend gewesen und für ihn würde es wohl nicht anders sein und sie würde ihm gerne diesen Moment ersparen. Andererseits hatte sie ihm versprochen ihm gegenüber immer ehrlich und offen zu sein. Aber wenn man etwas verschwieg, dann war das doch eigentlich keine Lüge? Man erzählte ja nichts falsches, man erzählte doch lediglich einfach gar nichts. Dennoch fühlte es sich auch nicht richtig an. Gab es in dieser Hinsicht überhaupt ein Richtig oder Falsch? Wohl eher nicht. Aber ein paar Tage oder auch Wochen mehr Schweigen, würden der Angelegenheit sicherlich nicht schaden. Immerhin hatten sie beide ein wenig Ruhe vor den ganzen Problemen verdient und die Chance, einfach mal nur junge Erwachsene zu sein die ihr Leben genossen. Ein paar Stunden waren doch immer noch besser, als überhaupt nie. Sie konnte es manchmal immer noch nicht so ganz glauben, dass ausgerechnet sie und er ein Paar geworden waren, besonders nicht wenn man sich vor Augen hielt, wie das Verhältnis zwischen ihnen lange Zeit gewesen war. Schlechter als schlecht war es gewesen. Böse Blicke waren damals das harmloseste gewesen, was man sich entgegen geworfen hatte. Aber hin und wieder wusste das Leben einen doch auch positiv zu überraschen. Man musste einfach nur Geduld haben.


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Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 1. Feb 2016, 01:03 
Sonnenschein..strahlender Sonnenschein war wohl genau das Gegenteil von dem, was in seinem Inneren rumorte. Es war fast so als wollte das Wetter die vergangenen Ereignisse verhöhnen, sie ungeschehen machen…einfach in die Vergessenheit der Zauberwelt drängen. Doch so einfach war das nicht, nicht für ihn. Einen Sonnenstrahl hätte er verstanden, wäre für ihn annehmbar gewesen, denn schließlich gab es am heutigen Tag durchaus etwas, auf das er sich freute und das seine Stimmung aufhellen würde, aber grelles Licht war einfach zu viel des Guten. In seinem Kopf hingen dunkle Wolken, die bereits am frühen Morgen ihre Form angenommen hatten. Es waren Sommerferien. Ferien verdammt! Aber nein, das zählte im Hause Malfoy nicht. Ausschlafen? Einfach mal die Seele baumeln lassen…eventuell auch erst einmal das Geschehene verarbeiten können…nicht mit einem Lucius Malfoy als Vater. Draco war volljährig nach Hause zurück gekehrt, hatte also nicht mehr die Spur an sich und konnte somit auch außerhalb der Mauern Hogwarts zaubern bzw. er durfte es nun ganz offiziell. Eigentlich eine Tatsache über die sich jeder Zauberer freute, so auch er, hätte der hochgewachsene Slytherin allerdings geahnt, was das zuhause bedeuten würde…

Den Kopf schüttelnd stapfte Draco, die Hände tief in den Hosentaschen vergraben, in Richtung Winkelgasse. Sein Morgen war gelinde gesagt beschissen gewesen. Sein Vater war der Ansicht, dass er ja nun zuhause mit ihm Duelle ausüben konnte. Angriff – und Verteidigungszauber standen an der Tagesordnung, schließlich sollte der Malfoy Sprößling im letzten Schuljahr brillieren, in allen Belangen, also auch in Verteidigung gegen die dunklen Künste. In Lucius Augen würde er diese aber wohl eher anderweitig einsetzen, so war alleine der Name des Schulfachs schon eine Farce und das nicht nur für ihn. Man versuchte ihn in eine Richtung zu drängen. Voldemort hier, der, dessen Name nicht genannt werden darf dort und Todesser überall. Der Druck auf seinen Schultern war immens, nahm ihm oft genug die Luft zum Atmen. Freie Meinungsäußerung? Eigene Gedankengänge? Unerwünscht! Einen kurzen Moment blieb der junge Mann mit den blonden Haaren stehen und atmete mehrfach tief ein und aus. Er hatte im letzten Schuljahr gesehen was dumpfer Gehorsam mit Menschen anrichten konnte. Er hatte die Schmerzensschreie seiner Mitschüler gehört, das wahnsinnige Lachen seiner Tante hallte nachts noch immer durch seinen Kopf. Er war umgeben von den Dienern des Lords…mittendrin in einer Schlacht, die nicht die seine war… nicht mehr wirklich seit…

Ein winziges, kaum wahrnehmbares Lächeln zuckte um seine Mundwinkel und gab ihm den Schub weiter zu gehen. May… er musste wieder einmal den Kopf schütteln, wenn er an seine Gefährtin dachte. Eigentlich hatte dies nicht einmal direkt etwas mit ihr zu tun, sondern mit der Tatsache, dass die junge Hufflepuff die erste und bisher einzige gewesen war, die ihn dazu gebracht hatte sich mit jemandem aus einem anderen Haus einzulassen. Früher… da gab es nur seine Feindschaft mit Harry, sie war der Grund weswegen er Gryffindor überhaupt Aufmerksamkeit geschenkt hatte. In seinem Leben gab es nur Slytherin, so war erzogen worden. Das Haus von Salasar war seine Heimat, dort lebten seine Freunde, die er schon vor Hogwarts kannte, dort gehörte er hin, als Malfoy…als Reinblut. Alle anderen waren minderwertig, lediglich Bauern auf dem Schachfeld der Großen und Weisen. Zumindest hatte man ihm genau dies beigebracht. Und er hatte dies auch jahrelang überzeugt durchgesetzt. Und dann war sie gekommen… Was genau es gewesen war…er wusste es bis heute nicht. Sie war in ihn rein gerannt, eine feindliche Spielerin aus einem Haus, welches man nicht ernst zu nehmen hatte. Hufflepuff…“Pft!“ entfuhr es ihm ungewollt. Doch schon im ersten Augenblick hatte er bei ihr anders reagiert. Jeden X Beliebigen hätte er zurück geschubst, sich den Weg frei gemacht und noch einen bissigen Kommentar hinterlassen. Mit ihr hatte er sich unterhalten und nicht nur das eine Mal. Seltsam, irgendwie unwirklich. So war ihm auch die weitere Entwicklung ihrer Freundschaft vorgekommen. Ihre warme Aura, die Art wie sie die Augen aus ihren Augen betrachtete waren nur Bruchteile davon gewesen, warum er diese Bindung aufblühen ließ. Versteckt natürlich…weitestgehend. Er wollte nicht, dass die anderen es erfuhren. Das war einfach nicht richtig..und er hatte Recht behalten. Potter! Dieser Fatzke hatte alles kaputt gemacht…alles und May gleich mit dazu! Wo Draco zuvor nur Hohn und Spott für den Gryffindor übrig hatte, wuchs seitdem ein wahrer Hass heran und auch jetzt war dieser nicht abgeflacht. Jetzt, da zwischen ihm und May alle Unklarheiten beseitigt waren, sie endlich zusammen sein konnten, hasste der Blond seinen Kontrahenten immer noch.

Was beim Barte Merlins machte er da gerade überhaupt? Wieso schwelgte er in der Vergangenheit und holte Dinge hervor, die ihn ohnehin nur aufwühlten. Das durfte nicht sein. Nicht heute! Wieder schüttelte er den Kopf und verschaffte sich Einlass zur Winkelgasse. Nein, es war nicht fair May nun zu belasten. Es gab Wichtigeres. Draco musste Prioritäten setzen und die heutige war eindeutig seine wunderschöne Freundin, die er so eben vor einem Schaufenster erblickte, vor dem sie sich selbst die Zunge rausstreckte. Lässig lehnte sich der Slytherin gegen die Mauer eines Geschäftes und beobachtete in aller Seelenruhe die dunkelhaarige junge Frau mit den ungewöhnlichen Augen. Ein leichtes Schmunzeln umspielte seine Lippen, als sie sich auch noch selbst den Vogel zeigte. Darüber musste er sie unbedingt ausquetschen…doch zunächst… er wechselte die Straßenseite, schlich sich nahezu lautlos an sie heran und erst als er sicher war, dass sie im Schaufenster auch sehen konnte, trat er ganz dicht an sie heran und flüsterte in ihr Ohr: „ Wenn dich dein Spiegelbild geärgert hat, muss ich es wohl oder übel zum Duell herausfordern.“ Behutsam strich er ein paar Strähnen ihres langen Haares zur Seite, sodass er ungestört ihre Wange berühren konnte und sanft mit dem Handrücken darüber strich. Eine Geste unter Liebenden und es wäre wohl das Normalste der Welt gewesen, dass zwei Teenager so innig miteinander umgingen, wäre er nicht der, der er eben war und sie nicht May, die Nichte seines Hauslehrers und Hufflepuffangehörige. Einen tiefen Atemzug nehmend, zog er sich sein Baseballcap tiefer ins Gesicht. Er hoffte darauf, dass niemand ihn hier erkannte. So hatte er sich für eine schlichte Jeans und ein weißes T – Shirt entschieden, darüber eine schwarze Lederjacke. Ein vollkommen untypisches Outfit für einen Malfoy, aber das war der Plan, ebenso wie sein heimliches Verschwinden aus Malfoy Manor. „Sag mir May, wo würdest du dich wohl fühlen?“, fragte er nach einer gefühlten Ewigkeit, denn er hatte nicht vor hier Wurzeln zu schlagen.


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Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 1. Feb 2016, 01:44 
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Terrorkrümel

Hufflepuff

Sie hatten keinen bestimmten Zeitpunkt ausgemacht und noch weniger einen bestimmten Treffpunkt. Irgendwie hatten sie dieses Detail vergessen in den Nachrichten zu erwähnen, die sie sich gegenseitig zuschickten und das so, dass es niemand mitbekam und falls doch, er aus den Worten nicht schlau werden würde. Es war schon irgendwie komisch eine Sache geheim halten zu müssen, die man am liebsten stolz in die Welt hinaus posaunen würde. Andererseits hatte sie ja selbst zugestimmt, es langsam angehen zu lassen und ganz besonders, nachdem was alles passiert war. Die anderen würden doch nur zu vollkommen falsche Schlüsse kommen, wenn es bekannt würde. Ein Vorurteil würde das nächste jagen und vermutlich würde man diese Sache dazu missbrauchen, irgendwelche Fronten klar zu stellen. Oh ja, Rita Kimmkorn würde sich bestimmt auf diese Story stürzen, so war es doch ein gefundenes Fressen für sie. Es war in der Zaubereigesellschaft kein Geheimnis gewesen, dass sich Harry Potter und Draco Malfoy nicht besonders hatten leiden können, um es jetzt einfach mal harmlos aus zu drücken. Es war auch schwer gewesen so etwas hinter den Mauern von Hogwarts halten zu können, wenn eine solche Reporterin wie Rita Kimmkorn existierte. Die jedes noch so kleine Geheimnis aufspüren und in eine sensationsträchtige Story verwandeln konnte. Wenn es dazu noch schmutzig gewesen war, dann war es für sie noch besser gewesen. Eigentlich hatte Rita Harrys gesamtes Leben im Tagespropheten breit getreten und noch immer nicht damit aufgehört. Wenn sie Wind von ihr bekommen würde und mit wem sie jetzt ihre Freizeit teilte, dann würde das mit Gewissheit nicht nur für eine große Schlagzeile im Tagespropheten sorgen. Nein, solche Schlagzeilen mussten nicht sein und schon gar nicht so kurz nach dem, was sich in Hogwarts zugetragen hatte. Es reichten schon die Gerüchte, dass das Ministerium vorhatte Albus Dumbledore seines Amtes als Schulleiter zu entheben und May konnte nur hoffen, dass es sich wirklich nur um ein Gerücht handelte. Ohne Albus Dumbledore wäre Hogwarts nicht mehr der sichere Ort, der er früher immer gewesen war. Der er zumindest bis zum letzten Schultag gewesen war. Aber man konnte es doch nicht ihm zum Vorwurf machen. Er war dafür nicht verantwortlich gewesen. Stattdessen sollte man endlich den Leuten das Handwerk legen, die es zu verantworten hatten. Die dafür zuständig waren, dass so mancher Nachts nicht mehr in Ruhe schlafen konnte, aber das bekam das Ministerium nicht hin. Ja, May fragte sich manchmal ernsthaft, ob das Ministerium es denn überhaupt vorhatte oder ob es nicht einfach nur weiter die Augen vor der Wahrheit verschloss. Genau so, wie sie es früher schon getan hatten.

Wäre sie nicht gerade wieder mit ihren Gedanken abgeschweift, hätte sie sein Kommen wohl bemerkt, so aber wurde sie durch seine Worte regelrecht zurück in die Realität geholt. Aber sie war deswegen keinesfalls böse, so handelte es sich doch um eine schöne Realität. Ihre persönliche kleine und friedliche Welt. „Ich glaube, deine Worte haben schon ausgereicht“, sprach May und lachte dann leise auf, ehe sie ihn mit einem warmen Lächeln ansah. Welche junge Frau hörte schon nicht gerne, dass jemand sie verteidigen würde? Sie hoffte nur, dass es nie zu einem solchen Punkt kommen würde, so waren doch die Zeiten in denen sie lebten, geradezu prädestiniert für eine solche Handlung. „Zumindest hat es sich aus dem Staub gemacht.“ Und in der Tat war ihr Spiegelbild in dem Schaufenster nicht mehr zu sehen. Sie erinnerte sich noch daran, als sie zum ersten Mal Zeuge von solchen Dingen geworden war und es sie ziemlich überfordert hatte. Sie hatte bis dahin nie von einer solchen Welt gehört, so hatte ihr ja auch niemals jemand etwas darüber erzählt. Vermutlich hatten alle Beteiligten gehofft, ihr würde diese Gabe verwehrt bleiben, aber wie immer hatte May ihren eigenen Kopf durchgesetzt. Zu ihrem 11ten Geburtstag war der Brief ins Haus geflattert und das im wahrsten Sinne des Wortes und hatte ihr ganzes Leben komplett auf den Kopf gestellt. Es hatte Jahre gebraucht, ehe sie wieder das Gefühl hatte, mit beiden Beinen fest im Leben zu stehen und nicht von den Ereignissen von einer Seite auf die andere geworfen zu werfen. Jetzt wo sie wusste wer sie war und wo ihre Wurzeln lagen, kam sie mit ihrem Leben wesentlich besser zurecht, was wohl auch eine Erleichterung für die Menschen in ihrem Umfeld sein musste, denen sie das Leben ja auch nicht immer leicht gemacht hatte. Aber das war die Vergangenheit und es half niemanden, wenn man immer nur zurück sah und nie den Blick auf das richtete, was wirklich wichtig war – Das was vor einem lag.

May legte ihm kurz leicht die Hand auf die Hüfte, so konnte man sich doch nie wirklich sicher sein, wer um die nächsten Ecke stand oder einen zu neugierigen Blick besaß. Jetzt, wo die Verfechter der Reinblutideologie offen durch die Straße zogen, konnte man sich bei nichts mehr wirklich sicher sein. „Solange du ebenfalls da bist, würde ich mich sogar im Klo der Maulenden Myrthe wohl fühlen“, entgegnete May mit einem Schmunzeln und einem Zwinkern. Dann jedoch war es ein leises Seufzen was über ihre Lippen kam. Wieso musste der Ernst des Lebens auch immer gleich so ernst sein? Verstand der denn nicht zumindest ein klein wenig Spaß? Oder konnte er nicht einfach mal Pause machen? „Ich schätze diesseits der Mauern wird es nicht leicht werden, nicht gesehen zu werden.“ Es war die Winkelgasse und hier war jeder der Name Malfoy ein Begriff. Jeder hier kannte den einzigen Sohn von Lucius Malfoy. Früher oder später würden sie jemanden über den Weg laufen, der ihn erkannte und dann würde Draco wohl keinen besonders ruhigen Abend erleben. „Wenn du eine Idee hast“, fing May an und sah ihm in direkt in die Augen. „Ich vertraue dir.“ Und das tat sie wirklich. Es waren nicht einfach so daher gesagte Worte. Es war ihr auch nicht schwer gefallen ihm zu vertrauen, so war es mit ihm einfach anders. Alles spielte sich auf einer ganz anderen Ebene ab und sie konnte es noch immer nicht in Worte fassen, was mit Draco so anders war, als es mit Harry gewesen war.


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Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 1. Feb 2016, 02:15 
Erneut das winzige Schmunzeln, welches in so einer Umgebung nur sie aus ihm heraus kitzeln konnte. „Meine Worte sind eben …einschüchternd. Vergiss nicht wer ich bin…der große Malfoy!“ er sprach leise und mit Bedacht, auch wenn seine Stimme den Schalk in seinem Nacken widerspiegelte, dennoch mussten andere nicht hören, was er von sich gab. Als er ihre zarte Hand an seiner Hüfte spürte, kurz jedoch intensiv, atmete Draco tief ein. Wenn Grab und Goyle ihn so sehen würden, sie könnten ihn wohl nie wieder ernst nehmen. Es war zum Kotzen, dass es solch unbeschwerte Momente wie diesen so selten in seinem Leben gab, umso mehr wusste er sie zu schätzen, hütete sie wie seinen Augapfel. Skeptisch zog er die Augenbrauen zusammen als May die maulende Myrthe erwähnte. Er hatte bereits Bekanntschaft mit dem Geist der ehemaligen Schülerin gemacht, die vor vielen Jahren durch den Biss eines Basilisken getötet worden war. Ein schreckliches Mädchen! „Damit sie es an irgendwelche anderen weiter tratschen kann? Kommt überhaupt nicht in Frage. Ich will dich für mich alleine.“ Flüsterte er ihr leise zu und richtete sich zu seiner vollen Größe auf. Nachdenklich blickte er schweigend in die nahezu unwirklichen Augen der Dunkelhaarigen. Wo andere verängstigt waren, sich fürchteten, konnte er sich fallen lassen, sich verlieren. Diese Augen erzählten Geschichten, wenn man nur gewillt war, längere Zeit in sie zu sehen. Und er machte das nur zu gerne.

Aber wie so oft war es die Realität, welche ihn viel zu schnell wieder einholte. Manchmal verfluchte er diese Angewohnheit und gerade in Momenten wie diesem, wollte er doch einfach nur tun, was junge Menschen in seinem Alter eben taten. Er wollte frei handeln können, ohne immer auf der Hut sein zu müssen. Es gab Tage, an denen verfluchte er was und vor allem wer er war. Potter hatte damit bestimmt kein Problem. Er konnte ja schalten und walten wie er wollte, war er doch ohnehin everybodys darling. Mit einem leisen, kaum hörbaren Knurren trat der Slytherin einen Schritt zurück und brachte so einen gewissen Abstand zwischen sich und May. Seine Mimik war versteinert, die Malfoy Maske perfekt platziert, die Augen kühl und vorsichtig. Er vernahm deutlich ihr Seufzen, spürte wie sehr ihr diese Situation missfiel, wusste wie viel lieber sie einfach Hand in Hand mit ihm durch die Straßen streifen wollte. Einfach ganz normal, ein normales Pärchen, das sich seine Zuneigung bekundete. Vielleicht würde dieser Tag kommen…vielleicht auch schon bald, aber nicht heute. Heute hatte er sich aus dem Herrenhaus geschlichen, heute würde er sich zuhause ohnehin schon einiges anhören dürfen und heute wollte er einfach nur mit ihr alleine sein. Die kurzen, geheimen Botschaften unter ihnen reichten nicht. Es war zu wenig. Stillte nicht sein Verlangen danach sie zu sehen, mit ihr zu sprechen, einfach bei ihr zu sein. Bei ihr war er Draco… einfach nur er selbst und sie konnte sich wahrscheinlich nicht einmal vorstellen wie gut dieser kurze Ausbruch aus dem Alltag ihm tat. Deswegen war er auch vorbereitet. Er überließ nichts dem Zufall. Ihre Worte wirkten wie Balsam auf seiner Seele. Sie vertraute ihm. Drei Worte, die doch solch gewichtige Bedeutung für ihn besaßen. Er sah Vertrauen als eines der höchsten Güter an, die man einem anderen Menschen konnte. May hatte es sich beharrlich wieder verdient, war standhaft geblieben und er wusste, dass es dieses Mal niemandem gab, der sich zwischen sie stellen konnte. Das würde er nicht zulassen. Sachte drückte er ihr einen Schlüssel in die Hand. „Wir treffen uns in 10 Minuten in der Winkelgasse Nummer 21…im unteren Teil ist ein Hutgeschäft, aber darüber befinden sich kleine Wohnungen. Der Schlüssel wird dir Zugang verschaffen. Ich warte dort auf dich!“ und noch ehe sie wirklich reagieren konnte, hatte der junge Mann sich abgewandt und lief mit ausschweifenden Schritten zu seinem Ziel.

Es lag auch kaum 100 Meter entfernt, aber die Zeitspanne war wichtig, dass man sie nicht gleich miteinander in Verbindung brachte. In dem kleinen Apartment angekommen, sah er sich zunächst prüfend um. Er hatte es möbliert angemietet. Es gab nicht viel. Ein gemütliches Sofa mit einem kleinen Tisch und einer Stehlampe. Zwei Regale, einen Schreitisch mit Stuhl, eine kleine Kochnische und ein Bett. Das Bad befand sich in einem separaten Raum und beinhaltete neben Toilette und Waschbecken eine kleine Badewanne. Immerhin! Niemand würde jemanden wie ihn hier vermuten. Erleichtert nahm er das Basecap ab, warf es achtlos beiseite und ließ sich auf das Sofa fallen.


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Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 1. Feb 2016, 03:04 
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Terrorkrümel

Hufflepuff

„Und trotzdem hab ich keine Angst vor dir“, konterte May mit ernstem Gesicht, wenn auch das leichte Zucken ihrer Mundwinkel sie verrieten. Es gab genug Menschen, bei denen der Name Malfoy ausreichte, um sie einzuschüchtern oder ihnen Angst ein zu jagen und auch May musste zugeben, dass dieser Name bei ihr dafür sorgte, dass sich die feinen Härchen in ihrem Nacken aufrichtete, was aber weniger an an dem Namen selbst lag, sondern an dem Mann der ihn trug – Lucius Malfoy, Dracos Vater. Aber es war nicht Lucius der vor ihr stand, sondern es war Draco und er konnte nichts für den Mann, den er als Vater hatte. Er war nicht für seine Taten verantwortlich und ihr würde niemals in den Sinn kommen, seinen Vater in ihm zu sehen. Das war etwas, das Harry gerne getan hatte. Er hatte nie Draco gesehen, er hatte immer nur seinen Vater in ihm gesehen. Hatte ihm zu Last gelegt, was sein Vater alles getan hatte. Harry war in dieser Hinsicht nie fair gewesen und auch wenn May es damals schon gewusst hatte, hatte sie es lange Zeit einfach nicht sehen wollen. Liebe oder etwas in diese Richtung, machte eben doch auf beiden Augen blind. Sie hatte damals so einige Dinge falsch gemacht und Dinge getan, die sie heute gerne ungeschehen machen würde, aber so einfach war das im Leben nicht. Man konnte nicht einfach so in der Zeit zurückreisen, wenn auch man das als Hexe oder Zauberer durchaus konnte, aber es hatte alles seinen Preis und mit der Zeit spielte man einfach nicht. Außerdem konnte niemand sagen, dass wenn sie die Vergangenheit änderte, sie dann diese Gegenwart haben würde. Das was sie nun hatte, war ihr zu wichtig, um die Vergangenheit ändern zu wollen. Ja, sie hatte Fehler gemacht, aber sie hatte sie eingesehen und sich dafür entschuldigt. Sie hatte Glück gehabt und er hatte ihre Entschuldigung angenommen und ihr eine zweite Chance gegeben. Eine Chance, die sie dieses Mal richtig nutzen würde.

'Ich will dich für mich alleine', klangen seine Worte in ihrem Kopf nach und für einen Augenblick konnte sie nichts anderes tun, als ihn einfach nur anzusehen. Früher, da hätten ihr diese Worte Unbehagen eingeflößt, so hatten sie doch etwas besitzergreifendes, aber nicht aus Dracos Mund. In der ganzen Zeit hatte er ihr nie das Gefühl gegeben, sein persönlicher Besitz zu sein. Etwas, das ihn doch entscheidend von Harry unterschied. Harry war immer der Ansicht gewesen, über sie und ihr Leben verfügen zu können, so wie er es für richtig erachtet hatte. Er hatte immer erwartet, dass sie ihm folgte und dass sie ihm in allem zustimmte. Draco dagegen schätzte ihre Meinung und er akzeptierte es, wenn sie eine andere Meinung hatte. Die beiden Jungen mochten vielleicht das gleiche Alter besitzen, aber in diesen Dingen merkte man doch, dass Alter nicht viel Aussagekraft besaß. Draco war Harry in so vielen Dingen einfach voraus, was aber nicht hieß, dass Harry ein schlechter Mensch war. Er besaß viele gute Eigenschaften, nur waren die in den letzten Monaten ihrer Beziehung immer mehr in den Hintergrund gerückt, bis nur noch seine schlechten Eigenschaften zum Vorschein gekommen waren. Eigenschaften, mit denen sie einfach nicht mehr zurecht gekommen war und die ihr auch letzten Endes die Augen geöffnet hatten. Die ihr klar gemacht hatten, dass sie schon viel zu lange an etwas festhielt, was sie loslassen sollte und dass sie etwas losgelassen hatte, was sie nicht hätte loslassen sollen. Aber das war wohl das Los der Menschen, immer erst hinterher zur Erkenntnis zu gelangen. Im Falle von Draco war Gott sei Dank noch nicht alles verloren gewesen. Es hatte Zeit gekostet und es hatte Kraft und Selbstüberwindung gekostet, aber es hatte sich gelohnt und sie würde es jedes Mal wieder tun. Diese Sache gehörte zu den wenigen Dingen im Leben, auf die May aufrichtig stolz war.

Als Draco so aus dem Nichts heraus einen Schritt von ihr zurücktrat und genau dieses Gesicht aufsetzte, welches man in Hogwarts jeden Tag zu sehen bekam, seufzte May innerlich auf. Sie konnte nur vermuten, dass es ein Gedanke gewesen sein musste, der zu dieser Reaktion geführt hatte und sie hatte sogar eine leise Ahnung was genau es gewesen sein musste. Wobei es wohl mehr ein Bauchgefühl, als eine Ahnung war und doch reichte es aus, um sie ihren Blick für einen kurzen Moment zu Boden zu richten. Zu gerne hätte sie ihm sein Leben einfacher gemacht, aber das lag einfach nicht in ihrer Hand. Das einzige was sie tun konnte, war es ihm nicht noch schwerer zu machen, auch wenn das für sie im Moment bedeutete, auf vieles verzichten zu müssen. Aber irgendwann würde der Tag kommen, an dem dieses ganze Versteckspiel ein Ende finden würde und bis dahin musste sie einfach nur durchhalten. Wenn es das hier nicht wert war, was war es dann? Als er ihr dann etwas in die Hand drückte, hob May wieder ihren Blick und sah ihn fragend an. Nachdem er ihr erklärt hatte, was es mit dem Schlüssel auf sich hatte, sah sie zwischen ihm und dem Schlüssel hin und her, ehe sie ihre Finger um den kleinen Schlüssel schloss und lächelnd nickte. Für einen kurzen Moment erlaubte sie sich ihm nachzusehen, ehe sie wieder durch die Scheibe des Schaufensters blickte. Ihr Spiegelbild hatte sich mittlerweile wieder zurück getraut und sie konnte das sanfte Lächeln auf ihren eigenen Lippen sehen. Es würde alles gut werden.

Für ein Weilchen setzte May ihren Weg durch die Winkelgasse weiter fort, ganz so, als würde sie einfach nur einen kleinen Stadtbummel machen. Ziellos ging sie von einem Geschäft zum nächsten, ehe ihre Beine sie dann doch zielstrebig zu dem Haus lenkten, welches Draco ihr genannt hatte. Prüfend sah sich May um, ob nicht doch jemand auffällig in ihre Richtung blickte, ehe sie den Schlüssel in das Schloss steckte und die Türe öffnete. Leise trat sie ein und schloss die Türe hinter sich wieder. Im ersten Moment stand sie wohl relativ unschlüssig in der Wohnung und wirkte gerade zu unsicher, was sie jetzt tun sollte. Es war nicht so, dass sie das erste Mal mit einem Jungen alleine war, aber mit Draco war sie es. Zumindest das erste Mal außerhalb der Hogwartsmauern und ja, irgendwie schien sie die Situation auch ein klein wenig nervös zu machen, wenn auch sie das natürlich niemals zugeben würde. „Ich komme doch nicht zu spät?“, fragte sie mit ruhiger Stimme und ging ein paar Schritte auf das Sofa und somit auch auf ihn zu.


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Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 1. Feb 2016, 03:34 
Er hörte ihre Schritte auf dem Flur, sah kurz zu einer Uhr im Regal und grinste. Das Klacken des Schlosses brachte ihn dazu seinen Kopf wieder Richtung Tür zu wenden und gab ihm die Möglichkeit May in aller Ruhe zu betrachten, während sie in das gemütliche Apartment trat. Akribisch huschten seine Augen über ihre schlanke Gestalt, unterzog er sie einer visuellen Prüfung und kam letzten Endes zu einem erheiternden Ergebnis. Seine Freundin war nervös. Das lausbubenhafte Grinsen blieb auf seinem Gesicht bestehen, zeigte ein wenig von der Unbeschwertheit, die er durchaus in sich trug und die so langsam aber sicher Besitz von ihm ergriff. Hier würde sie niemand stören, keine argwöhnischen Blicke, kein Druck, keine Vorsichtsmaßnahmen, denn diese kleine Wohnung war bereits die Manifestierung von Vorsicht. Er hatte sie gemietet, nicht auf seinen Namen versteht sich, hatte dafür gesorgt, dass sogar ein paar Sicherheitszauber darauf lagen. Keiner konnte von außen hinein blicken und niemand konnte sie hören. Das war immerhin ein Stück selbsterbaute Freiheit, auch wenn sich diese auf 20 Quadratmeter beschränkte.
Und dieses Wissen war der Grund warum er nun sichtlich entspannter war und nicht nur so wirkte…er war es tatsächlich.

Und nun als May auch noch wirklich gekommen war, konnten dieser kleine Teil seiner Ferien endlich beginnen. Elegant erhob er sich vom Sofa als seine Freundin auf ihn zutrat. Er war eben ein Kavalier der alten Schule und dennoch konnte er nicht aufhören zu grinsen, denn Mays Versuch ihre Stimme ruhig wirken zu lassen, täuschte ihn nicht über ihre Nervosität hinweg. Es war ja schon niedlich. Gut, er konnte sie durchaus verstehen. Wirkliche Privatssphäre hatten sie nie gehabt. Das hier war etwas vollkommen anderes als Hogwarts. „Sie sind pünktlich wie immer Miss Carlyle, das gibt ein Bonussternchen.“ Schmunzelnd überwand er die wenigen Schritte, welche sie noch trennten und umschloss ihre wohl geformte Gestalt mit seinen Armen, presste sie eng an sich und sog mit einem tiefen Atemzug ihren Duft ein. „Entspann dich Liebes, hier wird dir nichts geschehen. Nichts, was du nicht willst.“ Raunte er zu ihr hinab, da ihr Kopf nun auf seiner Brust ruhte. Sie hatte die perfekte Größe für ihn, wie er fand. Seltsam, dass ihm das nicht früher aufgefallen war. „May, ich habe diese Wohnung gemietet, damit wir wenigstens ab und an einen Rückzugsort für uns haben. Einen kleinen Flecken Erde an dem wir tun und lassen können, was wir wollen, ohne Angst zu haben, gestört zu werden.“ Zärtlich strich er ihr mit seinen langgliedrigen Fingern durch das weiche Haar. „Ich wollte dir damit eine Freude machen und dich nicht erschrecken. Ich versichere dir, dass ich ohne Hintergedanken gehandelt habe. Aber nur diese Botschaften zwischen uns, die kurzen Berührungen auf der Straße…das reicht nicht mehr.“ Behutsam legte er einen Finger unter ihr Kinn und zwang sie sanft ihn anzusehen. „Ich will die Möglichkeit haben dich so oft es geht in den Ferien sehen und berühren zu können.“ Sein Grinsen hatte sich gewandelt, verändert zu einem liebevollen Lächeln, welches sogar den seltenen Anblick bot und seine Augen erreichte. „Sag mir, wenn du dich unwohl fühlst, bitte.“ Bitte, ein kleines Wort, eigentlich schon fast eine Floskel, wenn man bedachte, dass man es ständig hörte und es viel zu oft nicht ernst gemeint war. Doch es war nicht Dracos Art um etwas zu bitten, nicht einmal dann, wenn es gesellschaftlich angebracht wäre. Er nutze dieses Wort nur dann, wenn ihm etwas wirklich von Herzen wichtig war. So wie sie und ihr Wohlbefinden.


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Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 1. Feb 2016, 04:08 
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Terrorkrümel

Hufflepuff

Sie konnte es ihm ansehen, dass er sie durchschaut hatte. Sie konnte es an seinem Blick sehen und sie konnte es ihm am Gesicht ansehen. Er wusste, dass sie nervös war und er schien sich offenbar insgeheim einen Spaß daraus zu machen. Aber bei ihm jedenfalls hinterließ es kein unangenehmes Gefühl, wie es vielleicht bei anderen so war. Sollte er ruhig wissen, dass es sie nervös machte, mit ihm das allererste Mal wirklich alleine zu sein, so war es doch auf eine gewisse Art und Weise doch auch eine Bestätigung dafür, wie wichtig er ihr war und dass diese gemeinsame Zeit für sie etwas ganz besonderes war. So wie er für sie etwas besonderes war. „Nur ein Bonussternchen? Ich dachte schon, du überlässt mir im nächsten Spiel den Schnatz dafür“, lachte sie leise und schloss ihre Arme um seine Hüften. Sie konnte gar nicht in Worte fassen, wie gut es tat ihm nahe sein zu können. Ihn bei sich zu haben und ihn spüren zu können und nicht nur für eine kurze Berührung oder einen einzelnen Augenblick, ehe man wieder zurück in seine Rolle schlüpfen musste. Es waren einfach viel zu wenige dieser kleinen Momente gewesen in der Vergangenheit und gerade am Anfang war es doch so, dass man dem geliebten Menschen so oft wie nur möglich nahe sein wollte. Etwas, das ihnen Beiden nie gegönnt gewesen war. Bis zum heutigen Tag.

May hatte ihren Kopf an seine Brust gelehnt und hielt ihre Augen geschlossen, um dem gleichmäßigen Klopfen seines Herzens zu lauschen. Es war ein beruhigendes Geräusch und so ein klein wenig ließ ihre Nervosität dadurch nach. Außerdem gab es ja eigentlich auch keinen Grund um nervös zu sein. Sie waren hier alleine, niemand konnte sie sehen und niemand konnte sie hören und sie waren hier nur für sich alleine und – nun, vielleicht doch ein Grund um nervös zu sein. „Du hast mich nicht erschreckt“, antwortete May leise ohne ihren Kopf zu heben. „Ich- Ich denke ich kann es einfach noch nicht so ganz glauben, dass wir wirklich mal alleine sein können.“ Es war auch nicht so ganz einfach, das einfach mal so zu glauben oder zu fassen. Irgendwie hatte May noch immer im Hinterkopf, dass plötzlich die Türe aufgehen könnte und jemand im Raum stand, der hier nichts zu suchen hatte. Wenn man so lange Zeit ein Versteckspiel betrieb, dann lief man wohl irgendwann Gefahr, ein paar paranoide Züge zu bekommen.

„Wie kommst du darauf, dass ich mich in deiner Gegenwart unwohl fühlen könnte?“, fragte May und suchte seinen Blick. „Das ist etwas, das nicht passieren wird. Nicht, nachdem ich mir schon so lange wünsche, einfach mit dir alleine sein zu können.“ Wenn er sagte, dass es ihm das wenige, was sie in letzter Zeit geteilt hatten nicht mehr ausreichte, dann hatte er genau das in Worte verfasst, was sie ebenfalls fühlte. Es war einfach nicht genug gewesen und noch weniger hatte es gutes bewirkt. Für diesen einen Moment war einem das Glück gegönnt gewesen, dieses warme Gefühl von Geborgenheit, nur um einen danach mit einer kalten Leere zurück zu lassen. Man konnte sich gewiss eine Weile mit Erinnerungen über Wasser halten, aber auch Erinnerungen hielten nicht für ewig. In Hogwarts war man sich immerhin jeden Tag über den Weg gelaufen, hatte hier und da ein paar kurze Worte wechseln können, doch seit die Ferien begonnen hatten, war der Kontakt auf ein Minimum beschränkt gewesen. Ein Minimum, dass sie beinahe verrückt gemacht hatte. Sie hatte angefangen sich Pläne zu überlegen, wie sie Draco aus den Fängen seiner Familie befreien konnte. War sogar auf die Idee gekommen mit Vielssafttrank zu experimentieren, aber die Idee dann doch schnell wieder verworfen.

„Ich bin froh, dass du diese Idee hattest“, sprach May weiter und legte nun ihr Kinn auf seine Brust, so dass sie ihn weiterhin ansehen konnte. „Meine Ideen hätten wohl eher zu Chaos, als zu einem zufriedenstellenden Effekt geführt.“ Es lag ein kleines Schmunzeln auf ihren Lippen bei diesen Worten, so war sie doch bekannt dafür, für Chaos zu sorgen. Etwas, das sie einfach nicht loswerden konnte. Aber es war nicht immer bösartiges Chaos oder Chaos was zu Ärger führte. Hin und wieder war es auch mal lustiges Chaos, das allerhöchsten mit Bauchschmerzen durch Lachen endete. „Aber eines ist dennoch schade“, sprach sie und löste sich aus seiner Umarmung, während es in ihren Augen anfing zu funkeln. Sie wandte sich langsam von ihm ab und ging ein paar Schritte durch die kleine Wohnung, wandte sich ihm dann wieder zu und lehnte sich dabei mit dem unteren Rücken gegen die Lehne des Sofas. „Dass du keine Hintergedanken hattest. Ich war nämlich fest davon überzeugt, ich wäre diejenige, die so etwas bei dir bewirken könnte.“ Es war ein warmes und freundliches Lachen, was über ihre Lippen kam und sofort deutlich machte, dass es ein Spaß gewesen war und man es keinesfalls zu ernst nehmen sollte. Aber es war eben ihre Art und Weise zu versuchen ihn zum Lachen zu bringen. Etwas, das er viel zu selten tat und doch war es ein Anblick, den sie liebte.


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Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 1. Feb 2016, 04:37 
Das war es also, sie konnte es einfach noch nicht glauben. Nachdenklich legte er den Kopf leicht schief. Nun er hatte das Ganze hier vom Gedanken in die Tat umgesetzt, so war es wohl nicht verwunderlich, dass er es sehr wohl glaubte, wobei das nicht hieß, dass Draco es als selbstverständlich ansah, ganz im Gegenteil. Alles was hier in diesen 4 Wänden passieren würde, die Zeit, welche sie gemeinsam teilen würde, war kostbar, ein Schatz in seiner Welt. Nein er war nicht nervös, er war erleichtert, befreit und fühlte sich angekommen. „Ich meine nicht meine Gegenwart, die sollst und darfst du ruhig weiter genießen.“ Der Schalk, welcher in bei diesem Satz im Nacken saß, wurde in seiner Stimme umso deutlicher. Doch wurde er sogleich wieder ernst. Er wollte nicht, dass sie dachte, ihre Gefühle wären für ihn Nonsens. Der Malfoy Nachkomme war nun wahrlich kein Meister auf dem Gebiet der weiblichen Emotionen, aber er bemühte sich zumindest nicht ständig taktlos zu sein und auch ein gewisses Verständnis aufzubringen, zumindest bei May. Alle anderen Frauen waren schlichtweg ohnehin nur Mitschülerinnen, nicht mehr und nicht weniger. Auch, wenn er wusste, dass so manch eine es sich anders wünschte, aber das interessierte ihn nicht.

Gerade wollte er weiter sprechen und sie beruhigen, aber wie so oft, nahm die gewiefte Hufflepuff ihm den Wind aus den Segeln, was wahrlich nicht einfach war. Sie war also doch froh über seine Entscheidung. Ruhig sah er auf seine Kleine hinab, blickte ihr direkt in die Augen und atmete erleichtert aus. Das war seine einzige Sorge gewesen. Dass er sie damit überrumpeln würde, es ihr nicht gefiel. Aber diese Gedanken waren nun wie weg geblasen, weit weg von dem Hier und Jetzt. „Chaos?“ sofort wurde er hellhörig. Die rassige junge Frau war berühmt für ihr Chaos, schon so manche ihrer Ideen hatten ein wahres Desaster mit sich geführt. Seine Augenbrauen zogen sich skeptisch zusammen. Was sie wohl ausgeheckt hatte? Das würde er auf jeden Fall noch in Erfahrung bringen, doch noch ehe er auch nur Luft holen konnte, um damit zu beginnen, war er es nun, der verwundert zu ihr hinüber starrte, da sie sich von ihm gelöst hatte, anscheinend um sich das Apartment zu betrachten. Dennoch irgendwas an ihrer Haltung ließ bei ihm die Alarmglocken läuten. Was war schade? Fehlte etwas? Er hatte den Kühlschrank gefüllt, also falls sie durstig war oder Hunger hatte…

Wie bitte? Unbewusst weiteten sich seine Pupillen als er ihren Satz vernahm, kurzzeitig stand ihm sogar der Mund offen, ehe es in seinen Synapsen Klick machte. Das Funkeln in ihren Augen hatte sie verraten. Wobei Draco in diesem Augenblick nicht wusste ob das nun witzig war oder eben…nicht. Lustig war auf jeden Fall das Spiel, welches sie nun begonnen hatte. Nun gut…wie Mylady wünschen. May direkt anlächelnd, deutet er auf das Sofa. „Vielleicht sollten wir uns setzen und die Chance der absoluten Ungestörtheit nutzen, um uns mal über unsere Hintergrundgedanken zu unterhalten. Nur, weil ich solche bei der Wohnung nicht hatte….bedeutet das noch lange nicht, dass ich nie…an dich denke … oder an uns… an das gemeinsame wir.“ Seine Augen waren minimal dunkler geworden, sein Blick lag bohrend auf ihrem Antlitz und er sah auch nicht weg, während er sich wieder auf die Couch setzte. Die Hände entspannt ineinander gefaltet, die Beine übereinander geschlagen, fixierte er die Hufflepuff regelrecht. „Du bist also fest davon überzeugt Liebes? Deine Aussage impliziert, dass du dir sehr wohl schon Gedanken darüber gemacht hast. Selbstverständlich werde ich dir aufmerksam zuhören.“ Es war fast schon ein fieses Grinsen, das sich auf seinem blassen Gesicht bildete. Dass er ebenso gespannt auf ihre Antwort war, wie sie zuvor Nervosität ausgestrahlt hatte, ließ er nicht durchblicken. Die Vorteile einer Malfoy Erziehung musste man zu nutzen wissen.


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Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 1. Feb 2016, 05:19 
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Terrorkrümel

Hufflepuff

May hatte wohl mit vielem gerechnet, aber nicht mit einer solchen Reaktion. Einer Reaktion die sie eiskalt erwischte und sie wieder einmal ihre große Klappe verfluchen ließ. Es war nämlich eine der Reaktionen von ihm, aus denen sie nicht schlau wurde und wo sie nicht mehr sicher war, ob er es ernst meinte oder ob er nur ein Spiel spielte. Sie kannten sich ja schon so eine ganze Weile, wenn auch der Großteil davon auf einer einfachen Freundschaft basiert hatte, aber dennoch wusste sie noch viel zu wenig über ihn. Er war ja auch nicht gerade jemand, der freiwillig etwas über sich Preis gab und wenn er es tat, dann hatte es schon etwas zu bedeuten. Hier tat er es zwar gerade auch, aber auf eine Art und Weise, wo man sich nun wirklich nicht mehr so ganz sicher sein konnte. Sie hatte ihn mit ihrem Blick verfolgt, als er auf das Sofa zugetreten und sich gesetzt hatte, so dass sie ihn jetzt über ihre Schultern hinweg ansah, während sie seinen Worten lauschte. Ok, er dachte an sie und er dachte an – Moment, an das gemeinsame wir? Wie bitte sollte sie das jetzt verstehen? War das ein allgemeines wir, so jetzt rein auf die Beziehung bezogen oder war das etwa ein bestimmtes wir, das man eben auslebte, wenn man alleine und ungestört war oder war damit etwa ein zukünftiges wir gemeint? Man konnte May deutlich ansehen, dass es hinter ihren Augen gerade mächtig anfing zu arbeiten und die Nervosität sich wieder deutlich zu Wort meldete. Das allgemeine wir, wäre jetzt wirklich nichts, worüber sie sich jetzt Gedanken gemacht hätte und auch nicht etwas, worüber sie jetzt sprechen wollen würde, auch wenn man es vielleicht irgendwann einmal tun sollte. Das andere gemeinsame wir, das war ein Thema, über das sie jetzt auch nicht unbedingt sprechen wollte, weil das ja doch eher eine Sache war, die man tat und nicht über die man sprach. Außerdem hatte sich May da ehrlich gesagt auch noch überhaupt keine Gedanken gemacht, geschweige denn war es ihr in den Sinn gekommen, dass es ja dazu gehörte und es irgendwann dazu kommen würde. Es war nicht so, dass sie noch keinem Jungen so nahe gekommen wäre und es völliges Neuland für sie wäre, aber dennoch sorgte dieser Gedanke daran gerade für ein leicht mulmiges Gefühl in der Magengrube. Vielleicht hätte sie doch einfach mal darüber nachdenken sollen, dann würden ihr jetzt nicht lauter so seltsame Vorstellungen durch den Kopf schwirren. Was, wenn es nicht klappte? Was, wenn er Erwartungen hatte und sie diese nicht erfüllen konnte? Was wenn...

May schüttelte den Kopf und versuchte die Gedanken und Bilder los zu werden, die gerade anfingen sich in ihrem Kopf breit zu machen und die dann doch für leicht gerötete Wangen sorgten. Gott, welche Türe hatte sie gerade eigentlich mit ihrem Kommentar aufgestoßen? Und wieso kamen ihr ausgerechnet jetzt diese ganzen Bilder in den Kopf. Nicht, dass alle davon unangenehm wären und manche davon waren durchaus Dinge, die sie nur zu gerne tun würde, aber dennoch waren es Bilder, die in diesem Moment eher hinderlich, als nützlich waren. Sie hatten einfach zu wenig Zeit miteinander verbracht. Bestimmt lag es daran. Daran und an seinen Worten, denn von alleine wäre sie natürlich nie auf solche Gedanken gekommen. Tja und an ein zukünftiges wir wollte sie erst recht nicht denken. Mit 17 dachte man an so etwas doch noch gar nicht und außerdem war für so eine Entscheidung noch viel zu wenig Zeit vergangen. Da sollte Zeit vergehen, denn das war nichts, was man einfach mal so spontan entschieden werden sollte. Aber das hatte er damit gewiss nicht gemeint. Draco machte sich über vieles Gedanken, auch über Sachen, die in der Zukunft lagen. Aber soweit würde er gewiss nicht denken. Das lag sogar für ihn zu weit in der Zukunft.

Sie wusste, dass er auf eine Antwort von ihr wartete und dafür brauchte er nicht einmal etwas sagen, denn der Blick mit dem er sie ansah, war deutlich genug. „Ich“, fing May an, wusste aber nicht, was sie ihm darauf jetzt antworten sollte. „Ich meine Hintergedanken... Die hat... Nun die hat doch jeder oder etwa nicht?“ Eigentlich war mit diesen Worten schon klar, dass der Sieg an ihn gehen würde, aber er hatte sie mit seinen Fragen einfach eiskalt erwischt. Sie war ja für ihre große Klappe bekannt und normalerweise konnte man sich jederzeit auf einen guten Konter einstellen, aber bei ihm funktionierte das einfach viel zu selten. „Und Hintergedanken sind ja auch nicht immer böse“, sprach May weiter und fing an im Zimmer herum zu laufen. „Manchmal steckt ja auch etwas gutes dahinter, wenn du verstehst und....“ Sie fuhr sich nervös mit den Fingern durch die Haare und überlegte, was sie ihm jetzt sagen sollte. „Ich meine, ich habe natürlich über uns nachgedacht und über das was wenn... Also wenn so eine Situation wie jetzt und...“ May seufzte auf, ging auf das Sofa zu und setze sich neben ihn. „Ok, du hast gewonnen“, murmelte sie und sah ihn aus den Augenwinkel an und verzog dabei ein wenig zerknirscht den Mund. „Ich meine, du willst doch nicht ernsthaft von mir hören, was für Gedanken ich so gehegt habe oder etwa doch?“ Sie drehte ihren Kopf leicht in seine Richtung und ihr Blick war durchaus fragend geworden. Himmel, wie schaffte er es eigentlich immer, sie so aus dem Konzept zu bringen? Oder hatte er es gerade nur so einfach, weil sie ganz alleine unter sich waren? Nun, das könnte es ja eigentlich durchaus erklären.


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Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 1. Feb 2016, 05:51 
Sein Blick lag weiterhin aufmerksam und ein wenig herausfordernd auf ihrer Gestalt. Er spürte, dass sich die Stimmung im Raum wandelte, dass er mit seiner Aussage andere Schwingungen herauf beschworen hatte und auch, dass Mays Hirn auf Hochtouren lief, war für ihn deutlich zu erkennen. Fand er es amüsant? Absolut! Tat sie ihm leid? Ein wenig. Würde er sie erlösen? Mal sehen…

Natürlich wartete er ihre Reaktion ab, genoss aber nebenbei auch die Möglichkeit sie weiterhin ungestört betrachten zu können. Denn selbst das war kaum möglich gewesen. Hätte er in Hogwarts länger als gewöhnlich zu ihr gesehen, wären ihm wohl einige weibliche Mitschülerinnen gewaltig auf die Nerven gegangen. Umso mehr freute er sich darüber, dass er die dunkelhaarige Schönheit nun genauestens betrachten konnte. Ihre langen, schwarzen Haare, die sich wie Seide über ihre Schultern legten, ihr ebenmäßiges Gesicht, dessen herausstechenstes Merkmal eindeutig ihre Augen waren, hinab zu ihrem schlanken Hals, ihren wohl geformten Körper. Draco stand nicht auf Hungerhaken oder auf stark Übergewichtige…beides waren Extreme, die er nicht nachvollziehen konnte und auch nicht wollte. May hingegen hatte wunderbare Proportionen, war schlank und besaß dennoch Kurven. Aber das alles waren nur Oberflächlichkeiten, die zwar schön waren, aber ohne ihre besondere Art, ohne ihre Mimik, ihre fließenden Bewegungen, gar nicht so zur Geltung kommen würden. Die junge Frau war sein All Inclusive Paket! Es gab nichts, was er an ihr ändern wollte, weder äußerlich noch charakterlich. Wieso auch? Was brachte es eine Beziehung mit jemandem zu führen, den man nicht genauso mochte wie er war? Eben mit allen Ecken und Kanten.

Als ihre weiche Stimme erneut an sein Ohr drang, war sie auch schon wieder dabei durch das Zimmer zu laufen. Mist, er hatte echt alle Mühe sich ein Schmunzeln zu verkneifen. Es war einfach zu niedlich wie sie dieses Thema nun beschäftigte und wie sehr sie sich bemühte ihm eine passende Antwort zu präsentieren. Oh er hatte sich Gedanken gemacht. Jede Nacht…immer, wenn die Stille sich über Malfoy Manor legte und er endlich abschalten konnte, immer dann war sie in seinem Kopf bei ihm. Böse? Wieso sollten Hintergedanken böse sein? Seine waren es nicht! Es gab die verschiedensten Szenarien, manche waren einfach nur Erinnerungen, andere Hirngespinste, so wie May sie auch hatte, wie er so eben hörte. Interessant, dachte der Malfoy für sich, drehte sich ein wenig auf dem Sofa, sodass er sie weiter ansehen konnte. „Gewonnen?“ das war keine Selbstverständlichkeit, das wusste er und ja es hatte als Spiel begonnen, aber jetzt…

Liebevoll lächelnd rutschte er näher zu ihr, legte entspannt einen Arm um ihre Schulter und streichelte zärtlich die Stelle auf der seine Hand zum Liegen kam. „Ich denke wir beide haben uns Gedanken gemacht May. Völlig gleich welcher Art diese nun wirklich waren, aber ist es nicht so, dass genau diese Träumereien uns über die Zeit hinweg helfen, in der wir uns nicht sehen können?“ zumindest ging es ihm so. „Ich werde dich nicht zwingen oder bitten mich an deinen Gedanken teil haben zu lassen, aber ich kann nicht leugnen, dass ich mich dafür interessiere, was du denkst. Natürlich tu ich das. Was für ein Gefährte wäre ich denn, wenn es mir egal wäre, was in deinem hübschen Kopf vor sich geht.“ Die freie Hand hebend, tippte er ihr sanft gegen die Stirn, ehe er einfach beide Arme um sie schloss und ihren Körper an den seinen zog. „Machs dir bequem Liebes.“ Flüsterte er, während er sein Kinn vorsichtig auf ihrem Kopf platzierte. „Du hast Recht, Hintergedanken sind nicht zwingend böse oder gar obszön. Aber ich glaube in einer Beziehung sind sie einfach da. Irgendwie erhofft man sich doch immer irgendetwas, wünscht sich Dinge, die passieren und warum sollte man diese nicht gedanklich durchspielen oder auch darauf hinarbeiten, dass sie Realität werden?“ er wusste, dass dieses Gespräch nun plötzlich eine viel tiefere Ebene erreicht hatte, als zu Beginn, was wohl nicht der Plan von ihnen gewesen war. Zärtlich streichelte Draco Mays Arm, ihre Seite und wiederholte diese liebevolle Prozedur stetig. „Ich will alles wissen, was du mir erzählen willst Liebes…auch Belanglosigkeiten…Weibertratsch….es ist mir völlig gleich. Wenn du reden magst, komm zu mir, teile dich mir mit. Ich habe vielleicht nicht auf alles eine Antwort oder bin der große Problemlöser, aber ich bin ein aufmerksamer Zuhörer und ich verurteile dich nicht für deine Gedanken.“ Mit diesem Satz hauchte er ihren einen Kuss auf die Haare und schmiegte seine Wange in ihr Haar.


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