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[public] - Kapitel 2 - Heerlager

Vor den Toren Edoras'


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 Betreff des Beitrags: [public] Kapitel 2 - Heerlager
Ungelesener BeitragVerfasst: So 21. Feb 2016, 20:07 
5ter August im Jahre 4 des Vierten Zeitalters

~Früher Morgen~



Anwesende Personen:

Eloin, Aelric

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Stolzer Besitzer von
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 Betreff des Beitrags: [public] Re: Kapitel 2 - Heerlager
Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 22. Feb 2016, 15:52 
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Langsam, aber stetig schlich sich die Sonne über die Hügellandschaften Rohans entlang. Dort, wo ihre Strahlen den Boden berührten, erwachte das Leben und war zu neuen Schandtaten bereit. Auch wanderten ihre Strahlen langsam über das Heerlager und tauchte jedes Zelt in ein sanftes Licht, was eigentlich zum Aufstehen animieren sollte. Doch nichts regte sich zwischen und in den Zelten. Eine Ruhe lag hier und dort, die schon fast gespenstisch wirkte. Doch war es den Schlafenden wohl kaum zu verdenken, nicht wahr? Am Vortag eben noch ein großes Fest gefeiert und dann schon früh aufstehen. Ohne triftigen Grund würde das wohl keiner tun.
Und so ging es wohl auch jener Person, die in einem kleinen Zelt schlief, welches in die grünlichen Farben des Waldes getaucht war und auf deren Plane das Wappen Gondors, ihrer Heimat, gestickt worden war. Ob durch die eigene Hand oder eine fremde sei nun einfach dahingestellt. Lange hatte die junge Frau, die es sich am Vorabend auf einer Bahre bequem gemacht hatte, gefeiert. Nicht wenig hatte sie getrunken. Und doch schien mit einem Mal Bewegung in den zierlichen Leib der jungen Frau zu kommen. Ob sie erwachte? Oder doch nur ein Traum sie plagte? Immer wieder warf sich die junge Frau hin und her. Als würde sie keine Ruhe finden.

Lang war der Weg, den sie durch den dunklen Wald schritt. Lang, von zahlreichen Pflanzen überwuchert und in einen Nebel gehüllt. Ein elbisches Auge hätte wohl keinerlei Probleme gehabt, durch die Nebelschwaden zu sehen, um ein Ende dieses Pfades auszumachen. Doch je weiter die Person mit den langen braunen Haaren, dem hübsches Gesicht und dem Bogen in der Hand über den Wald marschierte, umso beschwerlicher kam es ihr vor. Ihre Füße bewegten sich mit jedem Schritt schwerfälliger, ihr Atem ging immer schwerer. Wie nach einem langen Lauf die langen Wege zur weißen Zitadelle hinauf. Doch war auf dem Pfad kein Anstieg. Es war ein gerader Weg, mitten durch den Wald.
Doch urplötzlich schien sich der Nebel zu lichten und eine Gestalt trat auf den Pfad. Jene war in ein seltsam trübes Licht gehüllt. Natürlich legte die marschierende Person sofort einen Pfeil auf. Doch auch das fühlte sich so unheimlich schwer an. Als würden Pfeil und Bogen aus besonders schwerem Holz sein. Und die Gestalt auf dem Pfad sah die junge Frau an, mit einem seltsam vertrauten Blick. Aber das Gesicht konnte die Frau nicht erkennen. Aber dann öffnete die Gestalt aus trübem Licht den Mund, wollte etwas sagen und dann...


Ja und dann war Eloin mit einem Mal hellwach. Sie saß kerzengerade auf ihrer Bahre. Das Kurzschwert, welches sie am Vorabend neben das Bett gestellt hatte, lag in ihrer Hand und sie sah sich verwirrt um. Moment? Hatte sie das geträumt? Natürlich, es musste ein Traum gewesen sein. Denn wirklich erholt fühlte sich die Waldläuferin keineswegs. Ihr Kopf hämmerte so stark, als hätte man ihr mit einem Schmiedehammer dagegen geschlagen oder noch besser, ihn eingeschlagen. Es kam ja nicht all zu oft vor, dass sie sich den schönen Getränken widmete. Aber einmal angefangen konnte man in Gesellschaft ja schwerlich aufhören. Sie stellte das Schwert fort und schwang vorsichtig die Beine aus dem Bett. Die Stiefel hatte sie noch ausgezogen, bevor sie irgendwann in das Bett gefallen war. Kurz musste Eloin ihre Augen schließen, denn der Schwindel überkam sie und auch ihr Magen schien im ersten Moment zu rebellieren. Da half scheinbar nur eines. Hinaus an die Luft und den Kopf frei kriegen. Ein paar Augenblicke wartete die Bogenschützin noch, ehe sie sich erhob und nach einem weiteren Moment später trat sie in Stiefeln und Rüstung, mit dem Bogen und dem Köcher voller Pfeile nach draußen. Kühle Luft schwallte ihr entgegen und sie wurde im ersten Moment ganz erschlagen davon. Doch war es auch irgendwie ein Hochgenuss.
Nur langsam ging sie vorwärts, zu einem etwas abgelegenen kleineren Plätzchen, wo sie etwas aufgestellt hatte, um zu trainieren. Sie war zwar gut, aber um das beizubehalten, war alltägliches Training nötig. So wurde der Köcher an ihrer Hüfte befestigt und Eloin zog den ersten Pfeil aus dem Köcher, legte ihn auf die Sehne des Bogens und hob die Waffe langsam. Natürlich zitterten ihre Finger noch etwas und ihr Kopf hämmerte weiter, aber sie riss sich zusammen. Und ein paar Augenblicke später flog ein Pfeil auf eine Art Holzkonstruktion zu und blieb stecken. Und dann kam der nächste und der nächste Pfeil. Das in all der Frühe jemand da stand und trainierte, wurde nur durch ein leises Zischen, wenn der Pfeil die Sehne verließ, bemerkbar gemacht.


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 Betreff des Beitrags: [public] Re: Kapitel 2 - Heerlager
Ungelesener BeitragVerfasst: Sa 5. Mär 2016, 18:31 
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„Bei den Buckelgnomen! Hier trampeln einem die Gäule selbst im Schädel herum!“
Der fast etwas wehleidige Ausspruch, gepaart mit einem Hauch an trotziger Frustration, welcher an niemand bestimmten gerichtet war, wurde vom Patschen und lauten Plätschern des Wassers übertönt, welches ihm aus den langen Haaren stob, nachdem er den zuvor in den Fluss getauchten Kopf mit einem beherzten Ruck heraus- und in den Rücken geworfen hatte.
„Buaaaaahhhhh...waaah huihuihui“ Aelrics Gänsehaut sprang ihm unvorbereitet über den Körper und ließ ihn einige Male hintereinander fest und stoßweise den Atem ausstoßen, bis es besser wurde und sein lockeres Hemd nicht mehr Gefahr lief, von seinen Brustwarzen durchstochen zu werden ....

Kalt! Ziemlich kalt!

Aber das war nun mal das Beste um nach einem Abend voller Wein, Weib -nun gut, ein Weib hatte es für ihn leider nicht gegeben- und Gesang wieder auf die Beine zu kommen. Seine Kopfweh hatte er mit dem Schwung seines Kopfes allerdings nicht gerade verbessert, weshalb er kurz die Augen schloss, die Stirn in angestrengte Falten warf und die Handflächen jammernd an die nasse, von langen Zotteln verklebte Stirn drückte. Ja, in seinem Kopf galoppierte gefühlt tatsächlich eine ganze Pferdeherde und hinter ihnen noch eine Heerschar an motivierten Trommlern.... Aber da musste er nun durch; warum hatte er sich auch hinreißen lassen so viel zu trinken. Ganz ungefährlich war das nicht, denn immerhin hatte er sich in das Heerlager eingeschlichen wie ein Mäuschen sich in den Hühnerstall! Ein paar Mal hatte seine gelöste Zunge beinahe die eigentlichen Umstände seiner Ankunft dort verraten und das wäre womöglich -auch wenn er nichts Böses im Sinne hatte- ziemlich unschön für ihn geworden.

Aelric, der froh war mal wieder ein gutes Mahl, ein relativ bequemes Bett und mehr als eine Handvoll Stunden Schlaf abbekommen zu haben, wusch sich also notdürftig im kalten Fluss weiter, als er sich daran gewöhnt hatte und spülte sich den abgestandenen Geschmack mehrere Male aus dem Mund, bevor er anfing seine Zähne mittels eines dünnen Astes zu reinigen, auf dem er locker herumkaute, während er sich wieder anzog. Besser! Viel besser! Nun konnte er schauen, was es hier in diesem Lager noch so zu holen gab und seine Neugierde befriedigen, weshalb dieses Heer überhaupt zusammengekommen war! Er hatte nur Fetzen an Informationen durch die Depesche aufgeschnappt und durch die Gespräche mit einigen der Reiter, mit denen er sich kurz unterhalten hatte, aber im Grunde hatte er keinen blassen Schimmer, da er nicht wirklich nachbohren konnte und man am Feiern interessiert war.

Schniefend, wischte er sich mit der linken über den noch feuchten Bart, legte mit der anderen seine Schwertscheide am Gürtel zurecht und lief die wenigen Hundert Meter zurück Richtung der Zelte. Ein beeindruckendes Bild, das sich hier bot, soviel war sicher. Und -wenn er ganz ehrlich war- auch ein Beunruhigendes.
Er lief an den Ausläufern des Lagers entlang und wurde von einem vertrauten tzzzzp abgelenkt, welches sich in unregelmäßigen Abständen, unweit von ihm wiederholte.
Als er den Blick umherschweifen ließ, blieb er an einer brünetten jungen Frau hängen, die ihn gekonnter Haltung in einigem Abstand zu einem aufgebauten Ziel stand und dort präzise ihre Pfeile versenkte. Oh was erblicken meine müden Augen?!, raunte es ihm durch den Kopf, und sein Daumen und Zeigefinger, legten sich sogleich um seine Bartspitze, die er unbewusst zu drehen begann – wie immer, wenn er einen Plan hatte.

„Ich hatte gehofft, neben Euch aufzuwachen! Wieso habt ihr mein Lager so früh verlassen?“
Er kam offen näher an die junge Frau heran, blieb dann aber in respektvollem Abstand stehen, verschränkte leicht die Arme und legte den Kopf mit den noch feuchten Haaren schief. Natürlich war sein Gerede nichts als Unfug, doch er empfand es als einen ganz witzigen Einfall, zu versuchen das Fräulein zu verunsichern. Sie schien zwar wach, aber nicht sonderlich frisch; ein Indiz dafür, dass sie wohl gestern auch getrunken haben könnte. Womöglich musste sie ja wirklich kurz -und wenn es nur für die Länge eines Augenzwinkerns war-, darüber nachdenken, ob der Alkohol ihr da nicht etwa die Erinnerung vernebelt hatte. Ein schiefes Lächeln schob sich auf seine Lippen, während er sie abwartend musterte. Ob er sie nun verulken konnte oder nicht, wenigstens hätte er ihre Aufmerksamkeit.

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 Betreff des Beitrags: [public] Re: Kapitel 2 - Heerlager
Ungelesener BeitragVerfasst: Di 8. Mär 2016, 13:05 
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Pfeil um Pfeil landete in der Zielscheibe. Die ersten waren noch daneben gelandet, was Eloin auf ihre Kopfschmerzen geschoben hatte. Aber dank der kühlen Luft wurde es besser. Der Griff um den Bogen wurde fester, der Blick auf die Zielscheibe fühlte sich nicht mehr ganz so verschleiert an. Man konnte eine deutliche Steigerung erkennen, denn immer näher landeten die Pfeile an dem mittleren Bereich. Als der letzte Pfeil zitternd in der Scheibe stecken blieb, lief ein einsames Lächeln über das Gesicht der jungen Brünetten. Das war mal wieder Beweis genug, dass diese Art der 'Entgiftung' am meisten Wirkung zeigte. Sie legte sich den Bogen locker über die Schulter, ging zur Zielscheibe und zog jeden einzelnen Pfeil, der dort gelandet war, fachgerecht heraus. Verstaut wurden sie in dem Köcher, den sie sich dieses Mal an die Hüfte gebunden hatte. Beim Üben machte sich das besser. Im Kampf trug sie ihn aber immer wie gewohnt auf dem Rücken. Und so ging sie zurück und wollte so eben weitermachen. Doch da erschall in der unmittelbaren Nähe eine ihr komplett fremde Stimme.

„Ich hatte gehofft, neben Euch aufzuwachen! Wieso habt Ihr mein Lager so früh verlassen?“

Die Verwirrung war der jungen Gondorianerin deutlich anzusehen und sie drehte ihren Kopf leicht herum, schien den Mann, den sie nicht im geringsten kannte, genau zu mustern. Er schien so eben seine Haare in Wasser getaucht zu haben. Ein deutliches Zeichen, dass auch er seinen Kopf hatte kühlen müssen. Die Stirn zog sich in Falten und sie grübelte angestrengt darüber nach, ob sie ihn am gestrigen Abend ebenfalls hatte feiern sehen. Oder ob sie ihm überhaupt begegnet war. Doch nichts... kein Hinweis fand sich in ihren Erinnerungen. Oder spielte ihr da ihr Gehirn einen Streich? Sie zuckte kurz mit den Schultern, wandte sich leicht ab und legte sofort wieder einen Pfeil auf die Sehne. Im ersten Moment konnte man denken, sie würde ihn ganz bewusst ignorieren. Aber nein. Sie legte sich eine Antwort zurecht.

„Hm, vielleicht weil Ihr so furchtbar geschnarcht habt oder so furchtbar nach dem Teufelszeug gerochen habt, edler Herr? Oder aus ganz anderen Gründen? Vielleicht war ich auch enttäuscht, dass Ihr so eilig eingeschlafen seid? Fragen über Fragen.“ , sagte sie dann mit einem leichten Grinsen auf den Lippen. Ja, wer wusste das denn schon? Sie kannte den Mann nicht, also warum sollte sie ihn nicht mit einem Haufen aus Fragen bombardieren und ihm keine Antwort geben?

Aber zum Glück war die junge Dame niemand, der sich zu so etwas herab ließ. Auf gar keinen Fall war sie so jemand. Und dann wurde der Bogen erneut gehoben und der Pfeil landete Sekunden später zitternd in der Zielscheibe, direkt ins Schwarze. Sie drehte den Kopf leicht, wobei ihr einige Haare in die Stirn fielen. „Oder aber Ihr habt so viel getrunken, dass Ihr glaubt, dass sich jemand wie ich zu Euch gelegt hat?“, ertönte ihre Stimme ein weiteres Mal und in ihren Augen blitzte etwas auf, was eindeutig verriet, dass sie sich gerade einen Spaß daraus machte, ihm keine wirkliche Antwort zu geben. Auch wenn sie manchmal doch sehr in sich gekehrt war. Sie wusste noch immer, was es bedeutete sich einen kleinen Scherz zu erlauben. Ab und zu war dies wohl nötig.
Aber eines war für Eloin ganz klar: sie war definitiv allein in ihrem Zelt aufgewacht. Darauf würde sie sogar ihren Bogen verwetten und sogar einen Eid darauf ablegen.


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 Betreff des Beitrags: [public] Re: Kapitel 2 - Heerlager
Ungelesener BeitragVerfasst: Mi 9. Mär 2016, 19:54 
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Ein amüsierter Glanz huschte über Aelrics forschenden Blick, mit dem er das Mienenspiel seines Gegenübers beobachtete und die erhoffte Verwirrung für einen Wimpernschlag herausdeuten konnte. Sie fing sich aber recht schnell und ging schließlich ihrerseits ironisch auf sein Gerede ein, was Aelrics Mundwinkel bei jeder ihrer möglichen Erklärungen weiter nach oben steigen ließ.

Seine Mundwinkel formten leichte Grübchen, als eine 'Erklärung' besagte, er wäre vielleicht zu schnell eingeschlafen. Er verkniff sich den Kommentar dazu, der sich ihm sofort auf die Zunge gelegt hatte und folglich dessen die Qualitäten ihrer Weiblichkeit infrage gestellt hätten, auch wenn es überaus schwer fiel. 'Ric wollte den Bogen nicht überspannen und sie ernsthaft beleidigen, war ja schließlich nicht sein Ziel – ganz im Gegenteil. Von daher räusperte er sich nur kurz und tat mit entsprechender Gestik so, als ob er nachdenklich über ihre Einwände nachdachte, während er erneut näher zu ihr trat.
„Verdammt, ich kann mich einfach nicht erinnern!“, scherzte er leichthin, selbst natürlich -warum auch- keineswegs affektiert von ihren Spitzen. Dafür gab es zum einen keinen Grund, des Weiteren war er viel zu selbstbewusst und sich seiner -vermeindlichen- Stärken bekannt, als das man ihn damit in Selbstzweifel hätte ziehen können.

Seine Augen folgten ihrer Bogensehne, die sich knarrend spannte und kurz darauf den Pfeil ein weiteres Mal in sein Ziel versenkte. „Es ist wohl besser Euch nicht zu verärgern, hm?!“; stellte er ein wenig schmitzend fest und wandte sich wieder ihr zu. Sie hatte mit seiner 'Begrüßung' noch nicht abgeschlossen, was ihm verriet, dass er irgendwo doch einen Punkt erwischt hatte, und setzte noch einen oben drauf, indem sie auf ihr Aussehen bezogene Arroganz spielen ließ, die ihn innerlich das 'Gesicht' verziehen ließ.
Aelric lachte aber nur leicht und legte sich, gespielt getroffen, die Hand ans Herz. „Reichlich keck!“, flötete er leichthin und benetzte sich kurz die Lippen, während seine Lachfältchen um die graublauen Augen zuckten.
„Der Mann, für den ihr Euch für zu gut haltet, ist im übrigen Aelric! Freut mich Eure Bekanntschaft zu machen, Eure Miefigkeit – nichts für ungut!“ Seine Brauen wanderten provokant aufwärts, bevor er eine leichte Verbeugung andeutete und lächelte. Jetzt, wo er ihr nahe war, konnte er die Feierlichkeiten noch deutlich an ihr und ihrem Atem riechen; offensichtlich war ihr Training dem säubernden Gang zum Fluss zuvorgekommen, was ihn jetzt einen Grund gab sie zu necken und sie verbal hoffentlich vom hohen Ross zog.

„Habt ihr schon etwas gefrühstückt?“, fragte er dann unvermittelt aus dem Zusammenhang heraus und teilte sich die langen Haare nebensächlich mit den gespreizten Fingern.

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 Betreff des Beitrags: [public] Re: Kapitel 2 - Heerlager
Ungelesener BeitragVerfasst: Mi 9. Mär 2016, 20:24 
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Für einen Moment herrschte betretenes Schweigen und sie dachte im ersten Moment, sie hätte ihn vergrault. Eigentlich wäre das nicht ihre Absicht gewesen, aber als sie kurz den Kopf zur Seite drehte, sah sie ihn noch immer da stehen, mit einem seltsamen Ausdruck auf den Lippen, den sie nicht deuten konnte. Was ging wohl in dem Kopf des Mannes nun vor? Zu gerne hätte sie es gewusst.

Da trat der Kerl auch schon näher und sie hob eine Augenbraue an, was ihn hoffentlich dazu veranlasste, stehen zu bleiben. Aber dann ging das neckische Spiel weiter und sie senkte den Bogen erneut. So war ein Training unmöglich. „Na, was machen wir denn da nun? Vielleicht sollte Euch jemand erneut den Kopf ins kühle Nass tauchen? Vielleicht kommt die Erinnerung dann schneller zurück?“ , schlug zu vor. Eine Möglichkeit wäre das ja, aber sie wollte nicht diejenige sein, die das tat.

Aber dann sprach er auf den Pfeil an und sie sah zu der Zielscheibe, wo sich der Pfeil tief versenkt hatte. Ein leichtes Lächeln machte sich auf dem Gesicht der Brünetten breit und sie nickte. „Besser wäre das wohl.“ Auch wenn sie natürlich niemals auf einen unschuldigen Mann schießen würde. Er hatte ihr ja immerhin nichts getan. Daher gab es für sie keinen Grund, ihren Bogen auf ihn zu richten. Nein. So jemand war Eloin auf gar keinen Fall. Sie war zwar ab und zu sehr temperamentvoll, was sie gerade wohl wieder bewies, aber wenn es um das Leben ging, war sie dann doch besonnen. Und da legte der Mann sich schon eine Hand aufs Herz und sie grinste leicht, doch verging ihr dieses Grinsen in jenem Moment, als sie seine Worte vernahm. Hatte sie das gerade richtig vernommen? Wie hatte er sie betitelt? Die Augenbrauen zogen sich zusammen.

„Freut mich ebenso, Aelric, wobei ich den Titel nun einfach mal überhöre. Eloin heißt die Dame mit dem Bogen.“, sagte sie dann und legte den Bogen letztendlich doch über die Schulter. Seine Worte waren Anlass genug, zum Fluss hinüberzusehen. Vielleicht sollte sie sich doch ein wenig den Kopf kühlen gehen und den Mund zu reinigen. Ja, wäre etwas gutes. Sollte sie auf jeden Fall machen. Wenn der Hauptmann sie so sah... sie wäre am liebsten im Boden versunken. Aber gut... sie musste jetzt das Beste daraus machen. Immerhin war das... ja, war das ihre erste große Feier gewesen. „Ihr müsst verzeihen, werter Aelric, nur so eine enorme Feier ist ungewöhnlich für meine Wenigkeit.“ Sie machte ein paar Schritte in Richtung Fluss, blieb aber bei seiner Frage stehen und sah ihn an.

„Gefrühstückt? Nein, noch nicht. Nach einer kleinen Erfrischung wäre ich einem Frühstück aber nicht abgeneigt.“, erwiderte Eloin mit einem leichten Lächeln und sie schien kurz zu warten, dass er ihr zum Fluss folgte. Denn dort würde sie wohl, nachdem sie die Füße von den Stiefeln befreit hatte, ein paar Schritte in den Fluss wagen und sich dann mit dem Wasser den Mund ausspülen, sowie mehrmals über Gesicht und Haare fahren. „Schon viel besser.“ , murmelte Eloin dann und drehte sich dann zu dem Kerl herum. Und erst da schien ihr bewusst zu werden, was sie denn zu dem Mann gesagt hatte und am liebsten wäre sie nun wirklich im Boden versunken. Sie legte sich eine Hand auf die Stirn und schien leise zu fluchen. Über sich selbst und über das verdammte Gebräu, was sie gestern zu sich genommen hatte. „Ich schwöre normalerweise bin ich umgänglicher und vor allen Dingen freundlicher.“


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 Betreff des Beitrags: [public] Re: Kapitel 2 - Heerlager
Ungelesener BeitragVerfasst: So 13. Mär 2016, 11:41 
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Wenn Aelric seine gerne mal grenzwertige Rhetorik zum Zuge kommen ließ, so machte er sich in der Regel von vornherein einen kleinen, gedanklichen 'Katalog' an möglichen Reaktionen seines Gegenübers; oftmals war das gar nicht sonderlich schwer und zumindest in etwa abzuschätzen, wenn man, wie er, einigermaßen geübt darin war, die versteckten Hinweise zwischen dem offenkundigen zu lesen. Entsprechend hatte er das auch bei dieser Augenweide getan, die ihn aber dann doch eher überraschte, mit dem schnellen Harken, den sie schlug, was ihr gebaren ihm gegenüber anging. Da war die 'Schlacht' ja schneller gewonnen, als er hatte auffahren können, aber das war ihm im Grunde kein bisschen unrecht. Zwar würde man sein Mundwerk nach seinem Ableben sicherlich noch einmal extra totschlagen müssen, und war er entsprechend immer bereit ein wenig zu giksen, doch war er nun einmal selbst noch etwas angeschlagen von der gestrigen Nacht und eine schnell gehisste weiße Fahne die angenehmere Variante.

Dass er einen empfindlichen Punkt geschabt hatte, zeigte sich in ihrer Mimik und dem kurzen Blick, vorbei an ihm, hinüber zum Wasser. Seine Mundwinkel kräuselten sich in sanftem Amüsement, während sie sich vorstellte und gleichsam erklärte. „Nehmt mich nicht so ernst, Eloin, ich bin nur ein unmanierlicher Esel, der gerne dem schönen Geschlecht die Röte auf die Wangen treibt.“ Sein Lächeln stieg deutlich an und er wendete die Augen für einen Wimpernschlag unschuldig in Richtung Himmel. Er hatte 'seinen Eindruck' gemacht und sie lieferte ihm gerade keine weiteren Gründe sie weiter in ihrer Empfindsamkeit zu testen, weshalb er seinerseits den Wind aus den Segeln nahm.
Große Feierlichkeiten waren bei ihr also nicht kein Normalfall? Ael benetzte sich kurz die Lippen, knabberte kurz auf der unteren herum, während sie an ihm vorbei lief, offenkundig hinüber, in Richtung des Wassers. Er wandte sich ebenfalls um und neigte erfreut die Stirn, nachdem sie ein gemeinsames Frühstück nicht ablehnte. „Dann wartet ein Frühstück auf uns.“, gab er zurück und lief -die Grenzen des anständigen Abstands ein wenig 'dehnend'- neben ihr her, während sein Blick die meiste Zeit auf ihrem Profil ruhte.

„Habt Ihr nicht viel zu feiern?“, fragte er leichthin, bezogen auf ihre Aussage von zuvor und setzte sich kurzerhand im Schneidersitz an den Rand zum Wasser, während sie sich erfrischte und etwas wusch. Während sein Blick dabei unbemerkt über ihren überaus ansehnlichen Körperbau fuhr, verspürte er -warum auch immer-, immer mehr Appetit auf schöne, runde Äpfel – rot und saftig. Er gluckste kurz vor sich hin, blinzelte das Possenspiel vor seinem geistigen Auge geschwind davon und lachte leicht, als sie sich für ihre Art entschuldigte.
„Ich habe es nicht besser verdient, meint Ihr nicht?!“, half er ihr ein wenig aus und löste sich aus dem Schneidersitz.
„Offensichtlich seid ihr Teil dieses Lagers, aber was genau habt Ihr zur Aufgabe?“, wollte er interessiert wissen, und lenkte seine Schritte schlendernd in Richtung der Lagermitte, wo sich eine angelegte Feuerstelle befand, an der bereits ein frisches Feuer flackerte und zwei jüngere Männer verdrießlich in ihre Hartwurst bissen. Ihn musterten sie nur uninteressiert, während sie ihr gegenüber wohl noch ihren Anstand fanden und sie -was bei Nummer eins durch die Wurst im Mundwinkel etwas geschmälert wurde- mit einem grüßenden Neigen des Kopfes bedachten. Aelric war froh darum, bei den beiden weder Skepsis noch Interesse auszulösen, weshalb er es auch gar nicht weiter darauf anlegen wollte und sie ignorierte.

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 Betreff des Beitrags: [public] Re: Kapitel 2 - Heerlager
Ungelesener BeitragVerfasst: So 13. Mär 2016, 17:09 
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Für lange Gespräche dieser Art war Eloin derzeit einfach nicht geschaffen. Zu sehr steckten ihr noch die Auswirkungen des gestrigen Abends in den Knochen und sie war schon froh, dass ihre Finger sie nicht mehr ganz im Stich ließen. Und auch ihr Kopf nicht. Zumindest was die Konzentration anging. Daher war sie auch ganz froh, dass er es scheinbar zunächst auf sich beruhen ließ. Doch hatten seine Worte sie doch schon getroffen, was sie wohl auch kurz hatte durchblicken lassen. Und erst als sie mit ihrem kleinen Ritual fertig war, antwortete sie ihm auf seine weiteren Worte.

„Dem schönen Geschlecht? Also ich bitte Euch...“, sagte Eloin dann mit einem leichten Lachen auf den Lippen. Hatte er ihr aber indirekt ein Kompliment gemacht? Ein kleines Lächeln zeigte sich auf den Lippen der Waldläuferin und sie hob eine Hand, strich sich einige Strähnen aus dem Gesicht. Dass er aber dabei so unschuldig gen Himmel sah, ließ sie erneut auflachen und sie musste sich kurz den Bauch halten. „Verzeiht, wenn ich das sage, Aelric, aber ihr seht für mich nicht nach einem unschuldigen Mann aus. Im Gegenteil. Ihr habt es sicherlich faustdick hinter den Ohren.“, meinte die junge Frau, lachend. Natürlich hatte sie den Blick gespürt, den er ihr zugeworfen hatte, in all der Zeit des Reinigens, aber sie versuchte ihn so gut sie konnte zu ignorieren.
Aber dann hielt sie inne, als die Frage von seinen Lippen perlte, ob sie nicht viel zu feiern hätte. Es war zwar schon einige Jahre her, dennoch fühlte es sich noch wie damals an. Auf diese Frage gab sie ihm keine Antwort. Ihr Gesicht verfinsterte sich und sah man da etwa eine Art Mauer, die sie aufzubauen gedachte? „In der Tat.“, meinte sie dann etwas kühler, als sie vielleicht beabsichtigt hatte. Aber da hatte er wohl einen äußerst empfindlichen Punkt im Leben der jungen Frau getroffen.

Doch zunächst folgte Eloin dem Mann zu der Feuerstelle, legte den Bogen beiseite und betrachtete für einen Moment die zwei jüngeren Männer, die sie mit einem Neigen des Kopfes grüßten. Sie erwiderte den Gruß mit der gleichen Geste und ließ sich dann erst an der Feuerstelle nieder. „Ich gehöre den Waldläufern Ithiliens an, Aelric. Ich warte auf den nächsten Befehl meines Hauptmannes.“ Doch solange er auf diesem Auftrag war, mussten sie wohl warten, nicht wahr. „Und solange schule ich weiter mein Können in der Kunst des Bogenschießens und beantworte unmanierlichen Männern mit nassen Haaren seltsame Fragen.“ , wurde es dann erklärt, mit einem Lächeln auf den Lippen, was sie hoffentlich glaubhaft genug rüber brachte. „Und Ihr? Was tut Ihr hier?“, wollte die junge Frau dann kurzerhand wissen, nachdem sie ihren Bogen über ihre Knie gelegt hatte.


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 Betreff des Beitrags: [public] Re: Kapitel 2 - Heerlager
Ungelesener BeitragVerfasst: Do 17. Mär 2016, 18:09 
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Ein vielsagendes Zwinkern blieb die einzige Antwort auf das 'schöne Geschlecht', was sie scheinbar köstlich amüsierte. Nach ihren nächsten Worten legte er gespielt getroffen eine Hand ans Herz. „Wenn man Gerüchten glauben mag...“, lächelte er seinerseits, nachdem sie ihm 'unterstellte', er hätte es sicherlich faustdick hinter den Ohren. Er schmunzelte vor sich hin, weil es ihm gefiel, dass sich das Ganze zu einer recht ungezwungenen Unterhaltung wendete. Natürlich war er kein Kind von Traurigkeit und sich als ein solches zu verkaufen, darauf hatte er es schließlich auch nicht angelegt – auch wenn er es, seiner Überzeugung nach, durchaus gekonnt hätte.

Kaum hatte er gedanklich die Ungezwungenheit begrüßt, da wich für einen Moment ihr Lächeln von ihren Lippen und ihr Tonfall kühlte deutlich ab. Fragend wandte er sich zu ihr und bedachte sie mit einem neugierigen Blick, während sie offenkundig in schwereren Gedanken hing, die sie schmerzten und -zumindest schien es so- sie auch mit Zorn erfüllten. Seine Neugier stichelte ihn selbstverständlich anzufragen, was genau ihr auf der Seele lag, doch wollte er sich hüten mit der Tür ins Haus zu fallen, weshalb er nur ein neutrales, verstehendes 'Mhm...' von sich gab und das Thema daraufhin ruhen ließ.

Eine Waldläuferin also. Aelrics Brauen hoben sich leicht, gekonnt, in stummer Anerkennung. „Ich wusste ab dem ersten Moment, als ich euch gesehen hatte, dass es sich bei euch um keine einfache Magd handelt!“, grinste er breit. Es war auch nicht allzu schwer, wenn eine junge Frau derart zielsicher mit dem Bogen hantierte, aber sie schien für Komplimente schließlich recht anfällig, weshalb er seine Chancen dahin gehend zu nutzen wusste. Nun war er es, der leicht lachte, nachdem sie ihm seine eigenen Worte um die Ohren hieb. „Nun...keine Ursache! Ich habe euch gerne aus der Eintönigkeit errettet, meine Liebe! Täglich eine gute Tat!“, konterte er säuselnd und deutete ihr eine Verbeugung an.
Das es nun an ihm war seine Anwesenheit zu erklären, damit hatte er selbstverständlich gerechnet, weshalb er seine Lüge auch ohne mit der Wimper zu zucken verkaufen konnte.
„Ich bin nur ein einfacher Kurier, der seinem Dienst nachgekommen ist. Leider nicht sehr...prunkvoll.“, schmitzte er und sah dann verstohlen hinüber zu den Soldaten, deren Würste einen köstlichen Geruch verströmten. „Schätze, ihr kennt euch hier besser aus...wo bekommen wir unser wohlverdientes Frühstück?“, fragte er sie und legte den Kopf leicht schief.

Unter ihrer Führung, welcher er natürlich nicht ganz ohne ein doppeldeutiges Kommentar dazu laufen ließ, machten sie sich auf in Richtung Taverne. Dummerweise wurde Eolin von einer ihr unbekannten Frau aufgehalten, die ihre Anwesenheit einforderte, weshalb Aelric sich vorerst alleine, an ein paar hochgewachsenen Rohirrim vorbei, ins Innere schlängelte.


TBC: TAVERNE
[ooc: Aus Szene freigeschrieben]

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