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[plot] - Kapitel 2 - They not taking the hobbits to Isengard

5ter August im Jahre 4 des Vierten Zeitalters


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 Betreff des Beitrags: [plot] Re: Kapitel 2 - Riddermark
Ungelesener BeitragVerfasst: Sa 20. Feb 2016, 19:18 
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the gentle beast of edoras

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„Ja ein Spitzohr“, meinte Rhonin und sah seinen Freund mit einem amüsierten Grinsen an. Wie sehr er es doch liebte, Dorstan auf falsche Fährten zu locken, auch wenn das Vergnügen meist nur von kurzer Dauer war, ehe er ihn durchschaute. Aber wenn man sich so gut kannte, da war es schwer etwas voreinander zu verbergen. Gerade die Zeiten des Krieges, wenn man mehr Zeit miteinander verbrachte, als einem manches Mal lieb gewesen war, da lernte man einander auf eine Art und Weise kennen, die jedem anderen verborgen blieb. Dann jedoch klopfte er Dorstan auf die Schulter. „Aber ich denke deine Sorge ist unbegründet, so handelte es sich dabei doch Glorfindels Tochter und auch wenn er einen Hang zur Gefahr hegt, was auch du zugeben musst, so ist diese Gefahr selbst für ihn zu groß. Er kam lediglich seinen Pflichten als Gastgeber und zukünftiger König nach.“ Er war anwesend gewesen, als sie sich verabschiedet hatten und er hatte gehört, was gesprochen worden war und wenn ihn seine Augen nicht getrübt hatten, so hatte das Interesse der jungen Dame auch jemand ganz anderem gehört und nicht Eomer. Auch wenn Rhonin zugeben musste, dass sie nicht das typische Spitzohr war, welches sie bisher alle kennengelernt hatten, so war sie dennoch ein Spitzohr und so etwas passte nicht in die Goldenen Hallen Edoras'.

„Als ob in deinem Kopf weniger Gedanken vor sich gehen würden, als in meinem“, entgegnete Rhonin mit einem leichten Seufzen. Er immerhin hatte letzte Nacht so einiges getan, um sich von eben jenen Gedanken abzulenken, was Dorstan sicherlich nicht getan hatte. Eben die Art von Dinge, die er ihm vorher noch unter die Nase gerieben hatte, getan zu haben. Ja er hatte es getan und er wüsste nicht, warum er es auch nicht hätte tun sollen. Noch war er jung, das Leben war kurz und an manche Dinge hatte man sich eben gewohnt oder wollte sie nicht mehr missen und wenn es funktionierte – Nun warum sollte nicht etwas beibehalten werden, was funktionierte? Ein bisschen Beständigkeit hatte noch keinem Leben geschadet. „Übrigens“, raunte er seinem leise Freund zu, als die Gruppe immer näher kam. „Die da war es gewesen.“ Er ersparte sich mit dem Finger auf sie zu zeigen, denn so weit traute er Dorstan noch zu, die richtigen Schlüsse zu ziehen.


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 Betreff des Beitrags: [plot] Re: Kapitel 2 - Riddermark
Ungelesener BeitragVerfasst: Sa 20. Feb 2016, 21:14 
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unwilling king of rohan

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Eomer blieb vor Dorstan stehen und sah zwischen ihm und Rhonin für einen kurzen Moment hin und her. Er hatte das Gefühl, sie schon sein ganzes Leben lang zu kennen, dass sie für ihn schon so etwas wie eine Familie geworden waren. „Geglaubt nicht, aber gehofft“, antwortete Eomer auf Dorstans Frage hin und warf einen kurzen Blick zu den restlichen Gefährten. So wie es schien, würde die Gruppe größer werden, als ursprünglich geplant. Unbemerkt würden sie wohl ihren Weg nicht bestreiten können, aber er würde wegen ein paar Köpfen mehr mit Sicherheit auch nicht beschwerlicher werden. Er kannte seine Männer und er wusste, dass ihnen ein solcher Ritt nichts ausmachen würde. Immerhin sagte man den Menschen Rohans doch nach, dass sie schneller das Reiten, als das Laufen erlernten. „Und dass ich etwas ohne euch machen kann, diese Hoffnung habe ich schon vor langer Zeit aufgegeben. Ich hoffe nur, ihr kommt nicht irgendwann auch noch auf die Idee, mich bei anderen Dingen mit eurer Anwesenheit zu beglücken.“ Nun gut, er selbst hatte sie ja am gestrigen Abend über das, was man für diesen Tag geplant hatte, in Kenntnis gesetzt. Er hatte also bereits gestern schon gewusst, dass sie hier auftauchen würden, allerdings hatte er in der Tat nicht damit gerechnet, dass sie noch vor ihm da sein könnten, so hatte er ihnen keinesfalls einen genauen Zeitpunkt genannt. Bei Morgengrauen war ja doch ein sehr weit zu fassender Begriff. Vermutlich und das würde er ihnen sogar zutrauen, waren sie noch weit vor Tagesanbruch hier gestanden, Hauptsache, sie konnten vor ihm da sein, nur um es ihm dann den ganzen Tag vorhalten zu können.

Eomer wandte sich ein wenig herum, so dass sein Blick auf alle Anwesenden lag. „Bis nach Isengard ist es ein weiter Weg“, sprach er mit ruhiger Stimme. „Wir werden die kühle der Morgenstunden für einen schnellen und harten Ritt nutzen, wenn unsere Pferde noch frisch sind. Die Hitze des Sommers wird Ross und Reiter noch früh genug zu schaffen machen.“ Es war ein heißer und trockener Sommer, den sie dieses Jahr in Mittelerde hatten und unter normalen Umständen würde niemand eine solche Strecke versuchen an nur einem Tag zurück zu legen. Doch je früher sie in Isengard waren, desto früher konnten sich alle von der Unversehrtheit von Orthancs Toren selbst überzeugen. Davon überzeugen, dass sich niemand Zutritt zu dem Turm des Zauberers Saruman verschafft hatte und dass das, was der tote Elb bei sich getragen hatte, nichts zu bedeuten hatte. Das es lediglich dazu gedient hatte, sie auf eine falsche Fährte zu locken, ihnen Zeit zu stehlen, sie zu beschäftigen, damit sich der Feind in Ruhe seine weiteren Schritte überlegen konnte. Niemand konnte ausschließen, dass er nicht bereits mit den Vorkehrungen beschäftigt war, um an einem anderen Ort zu zuschlagen, weit von Isengard entfernt.

„Lange Pausen werden wir uns nicht erlauben können, wenn wir Isengard zum Anbruch der Nacht erreichen wollen“, führte er die Ankündigung des heutigen Planes zu Ende. Ja, es war sein Vorhaben, die schützenden Mauern von Isengard noch vor Anbruch der Nacht zu erreichen, so gab es doch genug Berichte, über immer wiederkehrende Angriffe aus dem an Rohan grenzenden Dunland. Auch wenn die Ents ein Auge auf Isengard und seinen schwarzen Turm in der Mitte hatten, so sagte man diesem Ort noch immer etwas Böses nach. Ein Schatten, der auf dem Turm selbst und Isengard lag. Am liebsten wäre es ihm gewesen, die Nacht in Helms Klamm zu verbringen und bei Tag Isengard zu erreichen, doch die Zeit drängte und er wollte nicht mehr Zeit als notwendig daran verschwenden, ein paar misstrauische Elben von seiner Ehrlichkeit zu überzeugen.

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 Betreff des Beitrags: [plot] Re: Kapitel 2 - Riddermark
Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 29. Feb 2016, 02:28 
Die vergangenen Tage, die Anstrengungen, die vielen Zusammenkünfte in so kurzer Zeit, zehrten an seinen Nerven und seinem Körper. 4 Tage waren bisher verstrichen seit dem Treffen des Rats. 4 Tage in denen sie nichts tun konnten, außer nach Edoras zu reisen, nur um dort weitere Gespräche zu führen, Mutmaßungen zu äußern und sich zumindest ein wenig zu stärken, ehe man den langen Ritt nach Isengard auf sich nahm. Langes Reisen war er gewohnt, zwar hatte er als Fürst von Ithilien noch andere Verpflichtungen, doch das Ausspähen der Grenzen Gondors übernahm er, sofern es die Zeit zu ließ, auch gerne noch einmal selbst. Was ihn mürbe werden ließ und auch seinem Körper die benötigte Ruhe verwehrte, waren die unbeantworteten Fragen. So viele hatten sich aufgetan und anstatt Lösungen zu finden, waren da noch mehr Geheimnisse aufgetaucht, mehr Verwirrungen, die es zu lösen galt. Seine Gedanken rasten um die neuen Erkenntnisse, Möglichkeiten und Optionen. War der Orthanc, der schwarze Turm, wirklich ihr richtiges Ziel oder waren Eomers Zweifel berechtigt? Was bedeutet es, dass ein Elb den Akzent Bruchtals sprach, gekleidet war wie ein Bewohner des Düsterwalds, aber dennoch ein Stück Stoff mit der weißen Hand Sarumans bei sich trug? Wollte man sie in die Irre führen? Ihre frischen Bündnisse schwächen, Misstrauen säen und so ein leichteres Ziel haben? Welches auch immer das sein mochte. Es war zu viel auf einmal, was auf die freien Völker einprasselte. Fragen über Fragen und wenn man glaubte einer Antwort näher zu kommen, taten sich nur noch mehr Fragen auf. Die Entdeckung seiner Männer schmälerte den Wulst an Verwirrung leider keineswegs. Orks in der Nähe von Dunland von dort aus war es nicht weit nach Isengard und zum Othanc. Doch wie konnte es sein, dass kaum jemand etwas von den Ansammlungen des Feindes mitbekam? Sie mussten schließlich reisen, leben und überleben. Irgendwie. Die halbe Nacht war Faramir in seinem Zelt im Heerlager wach gelegen und hatte sich den Kopf zermartert, doch was hatte er erwartet? Dass ihm die langersehnte Antwort plötzlich vor Augen trat? Bestimmt nicht. Er hasste es handlungsunfähig zu sein, keinem konkreten Plan folgen zu können. Für den Fürsten Ithiliens war die offensichtlichste Erklärung, dass der Feind erneut Missgunst streuen wollte, wie so oft…wie vor 5 Jahren und wie auch im ersten Ringkrieg. Am einfachsten war es, so musste er zu seiner Schande gestehen, die Elben und Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Zu groß war das Jahrhunderte andauernde Misstrauen und die kurze Zeit des Vertrauens untereinander, reichte noch nicht aus.

So entschloss sich der Waldläufer dem etwas entgegen zu setzen und hatte noch in Mitten der Nacht das Zelt Haldirs aufgesucht, um sich mit diesem zu besprechen. Es war wichtig als eine Einheit aufzutreten, darin waren sich die ungleichen Bewohner Mittelerdes einig. Dies würden sie ihrem Gefolge auch vermitteln müssen. Das was die beiden miteinander verband, waren Schuldgefühle. Sowohl der Elb als auch Faramir wollten diese durch Taten und erfolgreiche Handlungen, sowie Aufklärung der seltsamen Ereignisse wieder wett machen und so kam es zu einem kleinen, aber feinen Abkommen zwischen dem Anführer der Waldläufer Ithiliens und dem Anführer der Galadhrim.

Dieser kurze Besuch konnte zwar nicht gegen die vielen Fragen und Befürchtungen ankommen, reichte aber aus, dass Faramir noch ein paar Stunden Ruhe fand, nur um im Morgengrauen von einem seiner Vertrauten geweckt zu werden. Es war an der Zeit. Er gab noch Anweisungen, vor allem, dass all seine Männer sich benehmen und Edoras ebenso zu schützen hatten als wäre es Ithilien selbst. Auf seinem Pferd, den Langbogen der Dunedain an seiner Seite, ritt er zu den anderen, die bereits vor der Feste Edoras warteten. Es war früh, zu früh, aber sie mussten aufbrechen. Er vernahm Eomers Worte und konnte diesen nur zustimmen. Wenn sie die Kühle der Morgenstunden nutzen würden, um so eine große Wegstrecke zurück zu legen, so stieg ihre Chance den Orthanc noch in der gleichen Nacht zu erreichen. Jeder von ihnen brannte darauf zu sehen, was sich dort verbarg und vor allem ob überhaupt


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 Betreff des Beitrags: [plot] Re: Kapitel 2 - Riddermark
Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 29. Feb 2016, 03:01 
Reden, reden nichts als Worte, unterschwellige Anschuldigungen, Worte der Entschuldigung und wieder Reden, Fragen….aber keine Antworten. Nichts Greifbares und dennoch fühlte es sich an, als würde man ersticken. Als würde sich eine kalte Hand um die Kehle legen und gewaltsam zu drücken. So mussten sich einige seiner Mitelben gefühlt haben, als die Orks über sie hergefallen waren. Hoffnungslos, ohne einen Ausweg, keine Flucht mehr möglich. Ging es nur ihm so, oder fühlten andere auch, dass der Feind sie bereits mehr kontrollierte als ihnen lieb war? Der erste Samen war gesät worden. Die ersten Pflanzen an Schuldgefühlen, Misstrauen und Skepsis wuchsen bereits. Und unbeantwortete Fragen, sowie die Verwirrung, welche diese mit sich brachten, waren der perfekte Dünger.

Während der Versammlung der hohen Herren in der Goldenen Halle Edoras, hatte er es vorgezogen sich still zu verhalten. Er kannte die Geschichten, welche nun erneut erzählt wurden, trug lediglich die seine ebenso vor, wie er es bereits beim weißen Rat getan hatte, mehr nicht. Erzählungen verschiedener Bewohner von Mittelerde, verschiedener Völker und keine wollte zu der anderen passen. Es gab keinen roten Faden, den man hätte verfolgen können. Alles schien als wäre es aus dem purem Zufall heraus passiert. Die Sichtung von Orks bei Dunland, der Angriff auf Lothlórien, das unbemerkte Umherziehen eines ganzen Heeres. Nichts passte zum Anderen. Sein Fund bei dem Verräter trug auch nicht wirklich zu einer konkreten Aufklärung bei. Es gab eventuell einen Anhaltspunkt. Isengard, der Orthanc, aber wenn die Worte des ersten Marshall der Mark stimmten, war es niemandem möglich dort unbemerkt einzudringen. Vielleicht eine Falle? Eine Irreführung? All diese Optionen waren genannt worden und dennoch stand man weiter vor einem Nichts an Informationen. Das einzig wirklich Greifbare war; Die Orks begannen sich wieder zu formieren! Warum und unter wem, war noch ein Geheimnis, welches es zu lüften galt. Doch Haldir genügte die Tatsache alleine schon, um sich bereit zu erklären, diesem Trupp aus Menschen und Elben zu folgen. Der Angriff auf sein Volk, der Verrat an diesem und die Zerstörung Loriens durften nicht ungesühnt bleiben.

Und als er in dieser Nacht unerwarteten Besuch des Fürsten von Ithlilien bekam, fügte er gedanklich noch hinzu, dass er diesen Angriff auch persönlich nahm. Er war verantwortlich für die Elben, welche noch in Lothlórien lebten und durch sein Versäumnis, hatten viele ihr Leben gelassen. Dies galt es zu rächen. Die Worte des Menschen schienen vernünftig und sinnvoll, auch wenn man sie eigentlich schon einmal ausgesprochen hatte. Jedoch nicht sie beide zueinander. Haldir hatte Freunde in Eomer und Aragorn gefunden, doch Faramir war für ihn unbekannt. In diesen Zeiten waren Bündnisse und das Zeigen von Stärke wichtig, das hatte den Elb die Vergangenheit gelehrt, so stimmte er in die Abmachung mit ein. Sie würden sich als Vertraute zeigen, eine Einheit bilden und an einem Strang ziehen.

Als der Morgen graute und Haldir aus seinem Zelt trat, sog er die frische, kühle Luft tief in seine Lungen und begrüßte den neuen Tag. Hoffentlich der Tag, an welchem sie einige Antworten finden würden. Der Hauptmann verlor keine Zeit und begab sich direkt zum vereinbarten Treffpunkt, wo kurz vor ihm Faramir eingetroffen war und Eomers Worte noch hallten. Zur Begrüßung und gleichzeitig auch als Zustimmung gedacht, nickte er und wartete nur noch darauf, dass sie losreiten konnten. Es musste gehandelt und nicht mehr geredet werden.


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 Betreff des Beitrags: [plot] Re: Kapitel 2 - Riddermark
Ungelesener BeitragVerfasst: Sa 5. Mär 2016, 23:40 
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'CAUSE NOTHING 'ELSE' MATTERS!

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Elskáths Mundwinkel umspielte ein schmales, amüsiertes Lächeln, während sie sich das verstärkte, dunkelbraune Hirschlederwams, Schnalle um Schnalle über ihr Kettenhemd und ihre moosgrüne, und mit rotbraun abgesetzten Stickereien verzierten, Tunika schloss.
Während sie bereits wach und erfrischt ihre Vorbereitungen traf, um sich dem Trupp nach Isengart anzuschließen, erwachte ihre Freundin auf dem Laken neben ihr gerade erst leise schmatzend aus dem Schlaf. Gestern war die Zeit zusammen zu trinken und alte Geschichten hochleben zu lassen; heute wehte wieder ein ernsterer Wind. Dass sie in einem fremden Haus erwacht war, hatte den Grund gehabt, dass sie eine alte Freundin mehr oder weniger nach Hause hatte tragen müssen, weil sie es mit der Trinkerei, zu ihrem Wiedersehen, viel zu gut gemeint hatte. Den Mann ihrer Freundin sah sie draußen, wie einen nass gewordenen Mehlsack über dem Tisch hängen, den Topf mit kalter Suppe noch innig umarmt. Ein Bild für die Götter, welches sie sich so lange wie möglich erhalten wollte; gerade jetzt, wo es laut Dorstan und Rhonin Grund zur Sorge geben könnte.

Sie verabschiedete sich nicht; tat sie nie. Das hatte sie schon nicht mehr getan, seitdem sie nach dem Abschied gegenüber ihrer leiblichen Familie eben diese verloren hatte. Abschiede waren ihr zuwider und die fast schon trotzige Haltung diesen gegenüber, war ihr Weg mit den eigenen gut gehüteten Verlustängsten umzugehen.
Mit einem restlichen Stück bereits leicht harten Brotes machte sie sich in dieser Götterfrühe auf um den Rest ihrer Ausrüstung zu holen, ihr Pferd zu satteln, ihre zerrupfte Terrier Hündin -unter Protest- aus dem Stall zu scheuchen, und schließlich in lockerem Trab zurück zum Heerlager zu reiten, wo sich schon einige Personen versammelt hatten.

Als sie nähergekommen war, erkannte sie auch ihren 'Bruder' Dorstan, Rhonin, der ihr -wie gestern Abend schon- erneut ein leichtes Ziehen im Oberbauch bescherte und ihr zukünftiger König Eomer, der wie immer mit einer sehr eigenen aber unbestreitbaren Autorität herausstach, die er sich womöglich nicht einmal bewusst war. Zu dem Kreis aus Personen gehörten auch einige Elben, die sie nicht kannte -wobei einer davon ihr unheimlich bekannt vorkam-, und ein hochgewachsener, brünetter Mann, der bei ihr ebenfalls einige Glocken läuten ließ, die sie aber bisher nicht zuordnen konnte.
Mittlerweile vom Rücken ihres leichten Schlachtrosses geglitten, trat sie, den Fuchs am Zügel locker neben sich herführend, auf den Pulk zu.
„Seid gegrüßt!“, fand sie eine kurze Pause in den Gesprächen um ihren Gruß freundlich an die Allgemeinheit einzubringen und neigte den Kopf deutlicher in Richtung von Eomer.
Nun, wo sie dichter stand, sah sie noch mehr Gesichter, die ihr bekannt vorkamen, die sie aber weiterhin nicht einzusortieren wusste. Bei dem Dunkelhaarigen mit dem von einem leichten Bart eingerahmten Gesicht irritierte sie das am meisten, doch sie achtete darauf nicht zu starren und trat neben Dorstan und Rhonin. Ihre gerademal Wadenhoher, dreckig-sandfarbener Terrierhündin, die Rhonin und Dorstan als 'Brack' kannten, -sie hatte den Welpen nicht lang nach dem Ringkrieg im Brackwasser eines verdorrenden Flusses gefunden, was die Namenswahl vereinfacht hatte-, hechelte schwanzwedelnd neben ihr und pflanzte sich dann unmittelbar vor Dorstan, den Blick aber ganz klar auf dessen Vogel gerichtet, hin und versuchte diesen von dessen Unterarm zu starren...

„Sie ist gefüttert!“, scherzte Elskáth trocken, während sie dem älteren kurz ins Profil sah und dann zu Rhonin weiterschwenkte, der ihr noch immer so unglaublich jung vorkam, wie damals, obwohl Alter und Erfahrung ihm durchaus einige neue Linien über das Gesicht gelegt hatten. Und sie? Sah man ihr ihre Verbitterung an? Sie hoffte nicht, war aber der Meinung ihre eigenen Gefühlsregungen schon lange ausreichend nach außen verbergen zu können, auch wenn man ihr dadurch immer mal wieder eine gewisse Distanziertheit nachsagte. „Woher kenne ich ihn?, fragte sie leise, so das der Rest es nicht zwangsläufig mitbekam und zog den Blick kurz weiter zu dem Mann, den sie zweifelsohne schon gesehen hatte.

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Zuletzt geändert von Elskáth am So 6. Mär 2016, 07:45, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: [plot] Re: Kapitel 2 - Riddermark
Ungelesener BeitragVerfasst: So 6. Mär 2016, 02:06 
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ranger of passion

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Aragorn hatte sich für eine Weile an den Feierlichkeiten beteiligt, ehe er sich von diesen zurückgezogen hatte. Zu vieles ging ihm an diesem Abend durch den Kopf und so wie früher auch schon, beanspruchten sie sein ganzes Sein und Wesen. Er konnte seine Gedanken nicht einfach so beiseite schieben, so wie es anderer tun vermochte. Eine Eigenschaft, um die er diese Personen so manches Mal beneidet hatte. Es war nach dem teuer erkauften Sieg in Helms Klamm gewesen, als man in Edoras zusammengesessen und gefeiert hatte. Gefeiert, als würde es kein Morgen mehr geben. Es hatte ein Morgen geben, auch weitere bis zu dem Tag, an dem die Leuchtfeuer von Minas Tirith um Hilfe gebeten hatte. Die Leuchtfeuer, die Rohan unwiderruflich in den Krieg gerufen hatte. Würde es wieder so sein? Ein paar ruhige Tage, ehe sie alle erneut in den Krieg ziehen mussten? Doch was würde es dieses Mal für ein Krieg sein? Damals, da hatten sie gewusst, wem sie gegenüber standen und hatten gewusst, was ihr Feind vorhatte. Doch dieses Mal, da wussten sie nichts. Sie wussten nicht wer ihr Feind war, wussten nichts über seine Pläne und noch weniger über das Ziel welches er verfolgte. Vorausgesetzt, es gab überhaupt einen Feind und alles war nicht lediglich ein äußerst geschmackloser Scherz gewesen. Seitdem er erfahren hatte, dass die Orks von einem aus dem Volk der Erstgeborenen angeführt worden waren fragte er sich, was einen Elb wohl dazu gebracht haben könnte, sich gegen sein eigenes Volk zu stellen. Sich nicht nur gegen es zu stellen, sondern dabei den Wunsch gehegt hatte, es zu vernichten. Der weder Gnade noch Mitleid hatte walten lassen. Es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte der Elben, dass man sich gegeneinander wandte, doch lag dies so viele Jahrhunderte zurück. Es war noch im Ersten Zeitalter gewesen und doch schien sich nun Vergangenes wiederholen zu wollen. Doch wieso die Hinweise nach Isengard, wenn es doch offensichtlich eine elbische Angelegenheit war? Was hatte Carn Dûm mit alldem zu tun und was hatten die Unruhen in Süd-Harad zu bedeuten? Es waren einfach viel zu viele Fragen und viel zu wenige Antworten. Bereits am Morgen hatten sie sich diese Fragen gestellt ohne zu einer nennenswerten Antwort gekommen zu sein und auch jetzt würde er zu keiner einer solchen kommen. Aber es war schwer den Kopf zum Schweigen zu bringen. Das hatte er damals schon nicht können und er würde es wohl auch niemals lernen.

Die vielen Gedanken hatten ihn nicht wirklich zur Ruhe kommen lassen und so war er der Erste unter den Menschen in den Goldenen Hallen gewesen, der wieder auf den Beinen gewesen war. Aber er hatte noch nie viel Schlaf benötigt und daran hatte auch sein stattliches Alter nichts geändert. Man konnte sogar behaupten, dass er in den letzten 5 Jahren genug Ruhe gehabt hatte, um nun mit durchaus weniger zurecht zu kommen. Es konnte aber auch gut sein, dass er das Gefühl genug geruht zu haben mit dem Gefühl der inneren Unruhe verwechselte. Dass es sie war, die ihn zu so früher Stunde wieder auf den Beinen hatte sein lassen und nicht die ausreichende Nachtruhe.

Ruhig war er mit den anderen Eomer gefolgt und auch wenn er König war, so überließ er Eomer in dieser Angelegenheit das Sprechen. Sie waren hier in Rohan und er war der zukünftige König dieses Landes. Es war Isengard, auf das man in Lorien gedeutet hatte und es oblag Eomers Verpflichtung dieses zu sichern und es war er gewesen, dem man mit Vorurteilen begegnet war. Ja, man hatte ihm offenes Misstrauen gegenüber gezeigt und somit war es nur Rechtens, wenn er nun auch die Gelegenheit erhielt, jedem hier seinen Vertrauen und seine Ehrlichkeit zu beweisen. Nicht, dass Aragorn jemals Zweifel gehabt hätte, aber er wusste, dass es hier Personen gab, die das vielleicht ein klein wenig anders sehen mochten. Er war zugegeben ein wenig erstaunt, als er die beiden Männer hier hatte stehen sehen, so war doch geplant gewesen, nur im kleinen Kreise nach Isengard zu reiten, um so wenig Aufsehen wie nur möglich zu erregen. Aber der kurze Wortwechsel hatte ihm verraten, dass es ihre eigene Entscheidung gewesen war und es hatte ihn auch ein wenig zum Schmunzeln gebracht. Es war ihm doch nur zu sehr vertraut, dass Freunde oftmals einem folgten, auch wenn man das nicht beabsichtigt hatte. Damals hatte er den Pass der Toten alleine betreten wollen und auf einmal waren Gimli und Legolas bei ihm gestanden, so hatten sie doch ihren Freund nicht alleine ziehen lassen wollen. Hier verhielt es sich wohl nicht anders und somit wäre er der Letzte, der Einhalt gebieten würde. Es waren Reiter Rohans und sie wussten genau auf was sie sich an diesem Tag einließen.

Doch als nun auch noch eine Frau ihre Gesellschaft aufsuchte, war es nur ein kurzes Zucken seiner Augenbrauen, was seine Überraschung verriet. „Gi suilon“, begrüßte er sie mit freundlich klingender Stimme und neigte leicht seinen Kopf zur Begrüßung. Sie schien weder für die beiden Männer, noch für Eomer eine Fremde zu sein, was ihre Blicke und ihr Verhalten ihm verrieten. Dieses ungezwungene Miteinander, welches sie mit einem von Eomers Freunde teilte deutete daraufhin, dass sie einander schon länger kennen mussten. Aragorn vermochte vielleicht nicht über das Gehör eines Elben verfügen, aber durch seine lange Laufbahn als Waldläufer war sein Ohr dennoch besser geschult als das, eines gewöhnlichen Menschen und somit waren ihre Worte für ihn deutlich vernehmbar. „Mein Name ist Aragorn, Arathorns Sohn und das hier“, mit der Hand deutete er auf Legolas. „Ist Legolas, Sohn von Thranduil aus dem Waldlandreich. Dies hier ist Haldir, aus Lothlorien und dies hier ist Faramir, Fürst von Ithilien und Truchsess von Gondor.“ Dann glitt sein Blick und seine Hand weiter. „Dies hier ist Glorfindel aus dem Hause Elronds in Bruchtal und an seiner Seite Kahlan, seine Tochter und Schülerin Elronds“, stellte er dann die Leute weiter der Reihe nach vor, ehe er seinen Blick wieder auf der jungen Frau zum ruhen brachte. „Nun, da ihr nun unsere Namen wisst“, sprach er weiter und nun legte sich ein leichtes Lächeln auf seine Lippen. „Wollt ihr uns nicht den Eurigen verraten?“ Brego gab hinter ihm ein leichtes Schnauben von sich, worauf ihm Aragorn mit der rechten Hand über den Hals streichelte und das Licht der langsam aufgehenden Sonne brach sich in dem grünen Stein, der von 2 Schlangen umwunden, als Ring seinen Zeigefinger zierte. Barahirs Ring.

Doch bevor die junge Frau ihm auf seine Bitte antworten konnte, richtete er seinen Blick auf ihren Vierbeinigen Begleiter. „Sie mag gefüttert sein, doch ist eine solche Reise nichts für ein solches Tier“, wandte er sich weiter an die junge Frau. „Ihr solltet es hier zurücklassen.“ Für einen kurzen Moment erinnerte er sich daran, dass er ähnliche Worte damals zu Sam gesprochen hatte, als er ihn aufforderte sein Pony Lutz zurück zu lassen, so seien die Minen von Moria nicht für ein Pony geschaffen. Hier gingen sie zwar nicht unter die Erde, aber vor ihnen lag ein Tagesritt und nicht wenig davon würde in einem zügigen Tempo hinter sich gebracht werden. Etwas, das von den Pferden schon viel an Leistung abverlangte und es an ihre Grenzen brachte, doch für ein derartiges Tier wie dieses, würde es den sicheren Tod bedeuten.


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 Betreff des Beitrags: [plot] Re: Kapitel 2 - Riddermark
Ungelesener BeitragVerfasst: Mi 9. Mär 2016, 15:41 
Aragorn; Eomer; Rhonin; Dorstan; Legolas; Kahlan; Haldir, Faramir .... - Auf dem Weg nach Isengard


Legolas hatte der Feier und dem ausgelassenen Treiben nicht lange beigewohnt, das in Edoras geherrscht hatte. Noch immer erschlossen sich ihm diese Bräuche der Menschen nicht und er hatte es aufgegeben es verstehen zu wollen. Schon früh war er auf den Beinen gewesen, als die Nach noch friedlich über dem Ort lag, an dem am Vorabend so ausgelassen gefeiert worden war und das morgendliche Sonnenlicht noch weit entfernt war, um die wundervolle Halle in goldenes Licht zu tauchen. So konnte er auch leichthin einen Mann beobachten, der einen Raubvogel bei sich hatte und der selbst ebenfalls jemanden zu beobachten schien. Sie schienen sich zu kennen und sich über etwas zu amüsieren. Legolas konnte nicht verstehen, was sie so belustigte und im Grunde war es ihm auch einerlei. Mit ernster Miene zuckte er die Schultern und ging unbemerkt seiner Wege – wie leicht war es doch für Elben mit ihrer Umgebung schier zu verschmelzen, wenn sie nicht gesehen werden wollten.

Also die Sonne wenig später aufging, versprach sie einen wunderschönen Tag mitzubringen. Es wurde Zeit sich auf den Weg zu machen, wenn er den Aufbruch des kleinen Trupps nach Isengard nicht versäumen wollte – und das wollte er ganz bestimmt nicht. Zu merkwürdig und zu beunruhigend waren die Neuigkeiten gewesen, die sie erfahren hatten. Neuigkeiten, auf die sich niemand einen Reim machen konnte bisher. Neuigkeiten, die wohin führen würden? Ins Leere, weil es gar keine Bedrohung gab am Ende oder in einen neuen Krieg? Legolas prüfte seine Pfeile und seinen Bogen, während er über diesen letzten Gedanken nachsann. Was würde ein erneuter Krieg bedeuten, wo sich nach all dem Leid und den Verlusten, den Ängsten und der ständigen Bedrohung endlich alles wieder beruhigt hatte? Würden die alten Bündnisse, die nicht gehalten, aber erneut geschmiedet worden waren, halten und neuerliches Misstrauen überstehen oder würden sie schneller zerbrechen als sie entstanden waren? Legolas konnte sich gut vorstellen, dass Rohan und Gondor zusammenhalten würden, waren es doch Menschen, Lebewesen vom gleichen Schlag. Aber was war mit den Elben? Er war sich keineswegs sicher, wie sich sein Vater, überzeugt, dass sie niemandem etwas schuldeten, entscheiden würde, wenn der Moment gekommen war. In diese Gedanken vertieft war auch Legolas im Heerlager eingetroffen. Gerade rechtzeitig um einen der Männer, die er heute Morgen schon gesehen hatte, etwas rufen zu hören und zu sehen, wie Eomer eintreffen zu sehen.

Eomer. Leoglas Blick ruhte auf dem einstigen Gefährten und selbst ihm kam es so vor, als wäre es Ewigkeiten her, dass sie zusammen gegen den einen Feind gekämpft hätten. Nur zu gut erinnerte er sich an ihre erste Begegnung, die einer von ihnen beinahe nicht überlebt hätte, hätte Aragorn nicht eingegriffen. Ein feines Lächeln zuckte um seine Mundwinkel beim Gedanken daran, verschwand aber sofort wieder, als ihm das gestrige Gespräch in den Sinn kam. Legolas fragte sich, ob sich die Rohirrim wirklich sicher sein konnten, dass Isengard noch immer gut bewacht war. Es lag ihm fern an Baumbart zu zweifeln und doch konnte er sich der Neigung nicht erwehren, dass Kontrolle am Ende doch besser war als sich auf jemandes Wort zu verlassen, das nicht von seinesgleichen oder von Aragorn kam.

Eomoers Worte, die an alle Anwesenden gerichtet waren, unterbrachen seine Gedanken. Bisher hatte sich Legolas mit seinem Pferd ein wenig abseits gehalten – mehr aus Gewohnheit, denn aus Abneigung oder Argwohn jemandem gegenüber, aber wer seinen Vater kannte, hätte in diesem Moment den König des Düsterwaldes nur zu gut in ihm erkannt. Die Zeit zum Aufbruch rückte also näher und ein Blick zum Himmel verriet, dass das gut war, denn das klare Licht versprach einen heißen Tag. Abermals sah er sich um und erblickte Haldir, den zu sehen er immer erfreut war und nickte ihm grüßend zu, während nicht weit entfernt der ehrenwerte Glorfindel mit seiner Tochter standen. So näherte er sich der Gruppe um Eomer, wo sich auch Aragorn aufhielt, der ihn eben einer ihm unbekannten Frau vorstellte. Mehr als ein freundlich distanziertes Nicken bekam sie nicht zur Begrüßung und schon war sein Interesse verflogen, als er sich abermals diejenigen ansah, die den Weg nach Isengard einschlagen würden. Für eine kleine Gruppe waren hier mehr Augenpaare anwesend als er erwartet hätte – und der Gedanke stand ihm wohl deutlich ins Gesicht geschrieben.


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Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 28. Mär 2016, 08:00 
Dorstan konnte sich ein leichtes Schmunzeln, wenn auch ein dezentes Hochziehen seiner Augenbraue nicht verkneifen, als er Elskáth auf sie zukommen sah. Fast hätte es ihn ja gewundert, wenn sie nicht plötzlich bei der Gruppe aufgetaucht wäre, auch wenn er es - wie er zugeben musste - gehofft hatte. Nicht weil er sie nicht gerne um sich herum hatte, sondern weil er aufgrund der Vergangenheit - und weil er eben so war - ein wenig nachtragend war. Immerhin hatte sie sich damals einfach aus dem Staub gemacht und gerade in diesem Fall war das nichts, was er einfach so beiseite schieben konnte, als wäre nichts gewesen.
"Ach, um ihn mach ich mir keine Sorgen," gab er aufgrund ihres Kommentars, bezüglich Bracks Versuche Iolair von seinem Unterarm zu hypnotisieren, zurück. Sie wussten wohl beide, dass der Hund noch nicht einmal den Hauch einer Chance hatte auch nur in die Nähe von Iolair zu gelangen, wenn dieser es nicht wollte. Iolair, der den Vierbeinigen Neuankömmling ziemlich unbeeindruckt beobachtet hatte, blinzelte einmal, gab einen krächzenden Laut von sich und schlug zweimal mit seinen recht imposanten Schwingen, bevor er sich lediglich kurz schüttelte und wieder die gewohnt entspannte Haltung einnahm. Leicht mit den Schultern zuckend, beugte sich Dorstan ein wenig zu dem Hund herunter und tätschelte dessen Kopf. "Tut mir leid, Kleiner. Nächstes Mal vielleicht. Wenn du brav bist. Und ihm nicht wieder das Stück Trockenfleisch klaust, so wie gestern Abend. Ich fürchte, das hat er dir ein wenig übel genommen."

Dorstan richtete sich wieder gerade auf und blickte in die Runde der Anwesenden. Mittlerweile waren ihm eindeutig zu viele Spitzohren eingetroffen, aber das war wohl ein Umstand, der sich in dieser Situation nicht ändern ließ. Und solange diese freundlich zu ihm waren und ihre vorlaute Zunge im Zaum halten konnten, dann konnte - und würde - er natürlich ebenfalls freundlich sein. Immerhin befanden sie sich nicht auf einem Ausflug, sondern hatten eine ernste Angelegenheit zu klären.
Gerade schob er eine Haarsträhne, die Iolairs Flügelschlag vor seine Augen befördert hatte, wieder zurück hinter das Ohr als Elskáths leise Frage sein Ohr erreichte. Kurz blickte er sie fragend an, folgte dann unauffällig ihrem Blick und konnte das augenblicklich aufkommende losprusten nur durch ein bemühtes Husten zurückdrängen. Doch noch bevor er sie darüber aufklären konnte, dass es sich hierbei um Aragorn handelte, den wohl selbst SIE kennen sollte, übernahm dieser die Vorstellung seiner Person - und der anderen - schon selbst. Dorstan blickte Rhonin vielsagend an und richtete seinen Blick dann wieder auf Elskáth, deren Gesichtszüge im Augenblick der Erkenntnis ein klein wenig zu entgleisen schienen. Zu gerne hätte er ihr belehrend und mit einem väterlichen Ausdruck in seinen dunklen Augen auf die Schulter geklopft, aber das unterließ er im Anbetracht der Gesellschaft, in der sie sich befanden. Seine Zeit hierfür würde noch kommen und der Spott für ihre Frage ebenfalls. Diese Frage würde noch lange Zeit die Runden am Lagerfeuer erfreuen.


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Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 28. Mär 2016, 16:56 
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walker of unknown paths

Elben

Kahlan sprach leise mit ihrem Vater und ging dann langsamen Schrittes auf Legolas zu. Sie kannte ihn, wenn auch sie bisher nie groß Worte mit ihm gewechselt hätte, so hatte es sich bisher einfach nie ergeben. Elben waren niemand, die auf andere zugingen und sie in ein Gespräch verwickelten, wenn es nichts zu bereden gab, sondern einfach nur, um die Zeit zu vertreiben. So wie man es bei den Menschen beobachten konnte. Menschen gingen aufeinander zu, unterhielten sich, nicht selten über Belanglosigkeiten, aber es war ein wesentlicher Bestandteil ihrer Art. Für sie ein interessanter Aspekt, so war ihr doch ein derartiges Verhalten bisher fremd, aber Legolas schien, als wäre es für ihn ein etwas anders gelagerter Aspekt.

„Welche Gedanken belasten euch“, fragte sie mit ruhiger und wohlklingender Stimme, den Blick auf die kleine Gruppe vor ihnen gerichtet. In einer Hand hielt sie die Zügel ihrer Stute Gildhin, deren Fell im Licht der aufgehenden Sonne wie flüssiges Silber glänzte. „Dass sie sogar euer Antlitz zu trüben vermögen?“ Kahlan war schon immer jemand gewesen, der die Personen um sich herum mehr beobachtet, als sich mit ihnen unterhalten hätte. Nicht, dass sie einem Gespräch aus dem Weg gehen würde, sie war für gewöhnlich nur nicht unbedingt diejenige, die ein solches suchte. Es gab ein paar Personen, die sie aufsuchte, doch ließen sich diese Personen an einer einzigen Hand abzählen. So war es schon seit vielen Jahren gewesen und so würde es wohl auch für viele weitere Jahre bleiben. Es gab keinen Grund etwas zu ändern, wenn es nicht geändert werden musste.

Es war ein kleines Lächeln, welches sich auf ihre Lippen gelegt hatte, als sie nicht nur die Worte der jungen Frau, sondern auch Aragorns Antwort vernommen hatte. Er war sterblichen Blutes und doch war er auch mit ihrem Volk verbunden. Kannte es, als wäre es sein eigenes. Seit sie ihn kannte, wandelte er zwischen den Welten mit einer Sicherheit, die ihm wohl selbst nicht bewusst war und nicht nur einmal waren es Zweifel gewesen, die ihn gequält hatten. Er war sich seiner Stärke vor dem Krieg nie wirklich bewusst gewesen und auch wenn der Krieg aus ihm einen Mann hatte werden lassen, so hatte er seinen Weg zwischen den Völkern nie verlassen. Er war das, was das Volk der Menschen mit dem Volk der Elben verband und manchmal fragte sich Kahlan, was sein würde, wenn Aragorn diese Lande verließ. Wenn das letzte Bindeglied zwischen den Völkern nicht mehr war. Würden das dann das Ende für ihr Volk in diesen Landen bedeuten? Die Reise in den Westen für alle aus ihrem Volk?


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Ungelesener BeitragVerfasst: Sa 2. Apr 2016, 10:17 
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'CAUSE NOTHING 'ELSE' MATTERS!

Menschen

Elskáth lächelte zurückhaltend, aber sehr sanft, nachdem Dorstan entgegnete, sich keine Sorgen um seinen Vogel zu machen. Sie raunte kurz zustimmend, wobei ihr Lächeln kurz eher zu einem Schmitzen wurde und glitt mit den Augen über das stolze Tier, welches ihrer kleinen Brack nicht den Gefallen tat dieser großartige Aufmerksamkeit zu schenken – wie so oft. Sie neigte sich hinab, wuschelte das brummende Tier, während Dorstan ihm sein gestriges 'Vergehen' gegenüber seinem Vogel aufzeigte, was Brack nicht verstand aber dank Dorstans Aufmerksamkeit derarti mit dem Schwanz wedelte, dass es fast wirkte als wolle er den Rasen abtragen.
Die Aufmerksamkeit wieder von den Tieren abgezogen, sah sie abwartend zu ihren beiden Freunden, nachdem sie, geglaubt leise, die bohrende Frage über den ihr so schrecklich vertrauten Menschen gestellt hatte. Als aber ausgerechnet dieser antwortete, noch bevor Dorstan und Rhonin sie aufklären konnten, ließ sie zuerst überrascht blinzeln...dann ungläubig starren.
Ihre Augen hingen wie Kletten an dem Mann, den sie nun, wo sie dessen Namen hörte und auch seine wohlklingende Stimme, eindeutig als König Elessar von Gondor erkannte.
Ihr ging auf, dass sie es vom ersten Blick bereits gewusst hatte, sie es nur für so unwahrscheinlich und absurd gehalten hatte, dass diese Erkenntnis es schlichtweg nicht aus ihrem Unterbewusstsein an die Oberfläche geschaffte hatte.

Nach diesen kurzen Wimpernschlägen der offensichtlichen Verwirrung, räusperte sie sich leicht; ihre Mundwinkel zuckten kurz nach oben, enthüllten leicht ihre Zähne und ein amüsiertes, wie gleichsam ungläubig und vor allem ertapptes, gehauchtes Glucksen entfuhr ihr, bevor sie sich respektvoll in ihrer Haltung straffte und sich -mit etwas rötlicher gewordenen Wangen- verneigte.
„König Elessar...“, tat sie indirekt Kund, dass sie sehr wohl wusste, wer er war und lächelte ihm freundlich, wenn auch noch etwas überfahren, entgegen. „Kompliment an Eure Ohren!“, ein neuerliches Räuspern nach diesem etwas ungeschickten Anfang. „Verzeiht, Eure Anwesenheit hier hat mich offen gesagt derart überfordert, dass ich Euch nicht sofort erkannt habe.“, gestand sie offen ein und konnte fast schon Rhonins und Dorstans Häme über diesen Sprung in ein ganzes Fettfass spüren, weshalb sie gekonnt darauf achtete, ihnen derzeit auch ja keinen Seitenblick zu zuwerfen. Aragorn stellte derweil höflich den Rest der Umstehenden vor und Elskáth blickte den vorgestellten ins Gesicht und grüßte mit angedeutetem Nicken. Ja, zumindest Legolas und Haldir waren ihr vom Namen her bekannt; so ziemlich jeder wusste, dass sie an der Seite des Königs gekämpft hatten, während des Ringkrieges.

Aragorn widmete sich wieder ihr und sie erwiderte sein Lächeln. „Mein Name ist Elskáth Hjálsmartochter.“, gab sie mit einem unterschwellig herausklingenden Stolz zurück und ihr Lächeln verstärkte sich leicht. „Es ist mir eine Ehre, König Elessar.“ Sie beließ es bei dieser eher knappen Vorstellung ihrer Person, da sie fand, dass dies nicht der Zeitpunkt war, an dem Dinge wie, eine von Aragrons Seite aus, durchaus wahrscheinliche Bekanntschaft zu ihrer Truppe, sowie ihrem Mann, besprochen werden sollten. Sie neigte weder zum 'Prahlen' noch dazu, sich in den Mittelpunkt zu schieben, weshalb es dabei blieb – davon abgesehen, hatte er ja auch nur nach ihrem Namen gefragt. Ihre eigenen bohrenden Fragen mussten sich ebenfalls hinten anstellen; womöglich gab es unterwegs die Gelegeheit, sich Klarheit zu verschaffen.
Aragorn empfahl Brack zurückzulassen und Elskáth schüttelte nur leicht den Kopf, was in einem zustimmenden Nicken auslief. „Sie ist nicht hier um uns zu begleiten. Es müssen nur einige Gewohnheiten eingehalten werden, keine Sorge.“ Aragorn sprach natürlich wahr. Brach war bei Reisen meist an ihrer Seite, doch waren das andere Bedingungen. Ihre kleine Hündin war zäher als so manche Bluthunde, doch wäre sie nie auf die Idee gekommen, ihr eine solche Reise aufzubürden. Wie aus Protest kläffte Brack unbestimmt, brummte dann und legte sich -nun wo auch seine 'große Liebe' weggeflogen war-, platt wie eine Flunder ab und vergrub fast schon beleidigt anmutend, die Schnauze zwischen den Vorderpfoten.

Nun wandte sich die Rohirrim fast schon gemächlich in Richtung von Rhonin und Dorstan... Und nein, sie brauchte keinen Sekundenbruchteil, um ihnen anzusehen, dass sie -wie ohnehin angenommen- ihren Spaß hatten und hier versuchten, sich zusammenzureißen.
„Ihr solltet mir Danken, dass ich euer tristes Dasein erneut ein wenig zu erheitern wusste...“, schnurrte sie, gar nicht erst versucht leise zu reden und schüttelte grinsend den Kopf. Das würde ihr nachhängen. Lange! „Verschluckt einfach eure Zungen, ja?!“, forderte sie flüsternd und sog -weiterhin nicht ganz fähig ihr eigenes Grinsen zu unterdrücken- die Unterlippe zwischen die Zähne, während sie sich wieder vorrangig den Gesprächen widmete.

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