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[plot] - Kapitel 2 - They not taking the hobbits to Isengard

5ter August im Jahre 4 des Vierten Zeitalters


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Ungelesener BeitragVerfasst: Mi 6. Apr 2016, 15:14 
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ranger of passion

Menschen

Noch immer lag ein leicht amüsiertes Lächeln auf seinen Lippen, was aber keinesfalls unfreundlich oder gar überheblich wirkte. Im Gegensatz zu ihr, war es ihm nämlich durchaus möglich in die Gesichter der neben ihr stehenden Personen zu blicken und es war schwer, sogar für ihn, bei derartigen Mimik nicht das Lächeln anzufangen. Er konnte im Gegensatz zu ihr, das Blitzen in den Augen der beiden Männer sehen und wie sehr sie sich offensichtlich bemühen musste, nicht in ein herzhaftes Lachen auszubrechen. Es zeigte Aragorn, wie nahe sie sich stehen mussten und da er die Worte noch nicht vergessen hatten, welche die beiden Männer mit Eomer gewechselt hatten, war es für ihn eine logische Schlussfolgerung, dass auch die junge Frau zu den Personen gehörte, die Eomer nahe standen. „Elskáth Hjálsmartochter“, erklang es mit ruhiger Stimme und offenem Blick. „Ich denke die Anwesenden stimmen mir zu, wenn ich sage, dass wir uns hier unter Freunden befinden.“ Kurz glitt sein Blick über die Gesichter der Anwesenden. So viele unterschiedliche Persönlichkeiten befanden sich zu diesem Zeitpunkt hier an diesem Ort. Vertreter großer Reiche und jeder Name ließen sich in den Geschichten dieses Landes finden und doch waren diese Titel, die Ränge welche sie in diesem Gefüge eingenommen hatten, an diesem Morgen nicht von Wichtigkeit. Keiner von ihnen war bedeutender als ein anderer. Sie alle teilten sich dieses Land in dem sie lebten und sie alle wären von einem neuen Krieg bedroht. Ein Krieg, dem sie sich erneut gemeinsam würden stellen müssen. Und wenn es etwas gab, dass alle gleich machte – Mensch, Elb und Zwerg – Dann war es ein drohender Krieg.

„Daher gibt es keinen Anlass für euch zu Titel zu greifen“, sprach er weiter und griff nach Bregos Zügel. „Nennt mich Aragorn, so wie es alle meine Freunde zu tun pflegen.“ Es war ein Name, der ihn so viele Jahre begleitet hatte, der einen großen Teil – Nein, der den größten Teil seines Lebens ausgemacht hatte. Was waren schon 5 Jahre als König Elessar im Vergleich zu den 90 Jahren, die er als Aragorn verbracht hatte. Es war Aragorn gewesen, welcher das Land bereist hatte und es war Aragorn gewesen, welcher in den Krieg gegen Sauron gezogen war. All das Wissen, welches er an diesem Tag besaß, all die Freundschaften, die ihn heute begleiteten, waren seiner Zeit als Aragorn zu verdanken. Es war also kein Wunder, dass er den König zurückgelassen hatte, als er aufgebrochen war, sich dieser Neuen Bedrohung zu stellen.

Mit ruhigen Bewegungen stieg Aragorn in den Sattel. „Wir sollten aufbrechen, wenn wir Isengard noch vor Anbruch der Nacht erreichen wollen.“ Auch wenn die Worte freundlich und ruhig gesprochen worden waren, so lag in ihnen dennoch eine eindringliche Aufforderung. Gespräche konnten unterwegs geführt werden, sofern sie einer Weiterführung bedurften. Aber auch in Isengard würde ihnen noch genug Zeit zur Verfügung stehen, so würden sie doch erst am nächsten Morgen zurück nach Edoras aufbrechen.


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Ungelesener BeitragVerfasst: Do 7. Apr 2016, 10:40 
Noch während sich die Gruppen arrangierte und kennenlernte, wie es den Anschein hatte, fiel Legolas Blick auf den Mann mit dem Vogel, den er zuvor auf seinem Rundgang so früh am Morgen bereits entdeckt hatte. Er musterte ihn eine Weile schweigend, ohne zu einem voreiligen Ergebnis zu kommen. Für einen kurzen Augenblick begegnete sich ihr Blick, aber schon war der Moment wieder vorüber, als die Frau neben ihm ihn etwas zu fragen schien. Legolas hörte die Frage nicht, auch wenn er inzwischen näher an die Gruppe herangetreten war, denn er wurde von Kahlan angesprochen, die er zuvor schon neben ihrem Vater gesehen hatte. Er kannte sie und er mochte sie, wenngleich sich ihre Wege in der Vergangenheit nicht allzu oft gekreuzt hatten. Vielleicht entsprang seine distanzierte Zuneigung auch lediglich dem Respekt gegenüber ihrem Vater. Vielleicht würde das nach dieser kleinen Reise anders aussehen.

Es dauert einen Moment lang, bis Legolas den Blick von der Gruppe abwandte. Er tat sie keinesfalls, um Kahaln zu ignorieren oder aus Unfreundlichkeit. Es lag einfach in der Natur des schönen Volkes, dass sie nichts grundlos taten und er hatte das Gefühl noch einen Moment lang hinsehen zu müssen. Als würde er etwas sehen können, das sich ihm jetzt noch nicht erschloss, aber nichts geschah. Noch immer war die Gruppe für seinen Geschmack zu groß. Als er Kahlan ansah, zeigte sich ein kleines Lächeln um seine Lippen. Sie konnte keine Idee davon haben, wie viele Augenblicke es schon gegeben hatte, die sein Antlitz getrübt hatten und vielleicht war das auch gut so. Irgendwo in seinen Gedanken blitzte rotes Haar auf und die Stimme seines Vaters verscheuchte Tauriel aus seinem Kopf – ebenso schnell wie sie aufgetaucht war. „Eine kleine Gruppe?“, antwortete er ihr. Die Entgegnung war knapp und klang wie eine Frage, aber sie würde wissen, was er damit meinte.

Legolas hörte einen Namen, der ihm nichts sagte und noch immer interessierte ihn die Unterhaltung zwischen Aragorn und der Frau nicht sonderlich. Die beiden Männer, die er zuvor gesehen hatte, schienen sich prächtig zu amüsieren über das, was vor ihren Augen vor sich ging. Als Aragorn in den Sattel stieg und zum Aufbruch mahnte, tat Legolas es ihm gleich – ohne zu zögern, ohne noch etwas zu sagen. Seit sie sich kannten, hatte er niemals an dem gezweifelt, was der Freund gesagt, befohlen oder um was er gebeten hatte. Einmal nur, aber er hatte seinen Fehler eingesehen, damals in Helms Klamm. Und so war es auch jetzt, denn Aragorn strahlte mehr denn je eine Stärke aus, die viele andere niemals erreichen würden. Der Prinz des Düsterwaldes war sich sicher, dass sein Weg in dieser Welt mit dem Tag enden würde, an dem Aragorn nicht mehr war. Das waren freilich nur seine Gedanken, die er mit niemandem teilte.

Es war gut in Isengard nach dem Rechten zu sehen, aber dort eine Nacht zu verbringen war eine andere Sache. Zu viel Böses, Dunkles, Widerwärtiges hatte dort seine Wiege gehabt. Legolas hatte auf jegliche Art von Rüstung verzichtet, aber sein Langbogen war griffbereit und sein Köcher mit Pfeilen gefüllt.


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Ungelesener BeitragVerfasst: Sa 16. Apr 2016, 15:56 
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walker of unknown paths

Elben

Mit einem warmen Lächeln bedachte Kahlan Legolas ob seiner Worte, doch erwiderte sie nichts darauf. Stattdessen begab sie sich, so wie von Aragorn angebracht, in den Sattel ihrer Stute und lenkte sie, kaum war die Gruppe losgeritten, neben das Tier des Waldlandprinzen. „Die Art wie sie miteinander umgehen und die Blicke die sie einander zuwerfen“, begann sie mit ruhiger Stimme an zu sprechen, den Blick auf die Menschen gelegt. „Es scheint mir, als würde sie eine enge Freundschaft miteinander verbinden.“ Es war nichts, was sie mit Gewissheit sagen konnte, aber es war etwas, das sie schon viele Male gesehen hatte. Gesehen bei Personen, die eine Freundschaft miteinander verbunden hatte. Sie konnte sich keinen Grund vorstellen, warum sich bei Menschen untereinander, eine Freundschaft anders zeigen sollte. „In Bruchtal erzählt man sich die Geschichte von einem Elben und einem Zwerg“, sprach sie weiter und noch immer lag ihr Blick in der Ferne. „Die einen Mann nicht alleine ziehen lassen wollten, auch wenn der Weg, den er zu beschreiten hatte, alleine für ihn bestimmt gewesen war. Er war für sie ein Freund geworden, um den sie sich sorgten und an dessen Seite sie sein wollten, was auch immer vor ihnen liegen mochte.“ Sie drehte leicht ihren Kopf in Legolas Richtung und sah ihn mit einem sanften Lächeln auf den Lippen an. Sie war sich sicher, dass er genau wusste, von wem sie gerade gesprochen hatte, so war es doch eine Geschichte, von welcher er selbst ein Teil war.

„Denkt ihr nicht auch, dass auch sie sich um ihre Freunde sorgen und gerne an ihrer Seite sein wollen, egal was vor ihnen liegt?“ Es war eine Frage und doch war es eine Frage, auf die sie keine Antwort erwartete. Es war eine Frage, die Legolas ganz alleine für sich beantworten sollte. Kahlans Blick lenkte sich wieder auf die weiten Flächen vor ihnen. „Wenn wir Freunde in Friedenszeiten von uns weißen, welchen Grund sollten sie haben, uns in dunklen Zeiten zur Seite zu stehen?“, sprach sie weiter und senkte für einen kurzen Moment ein wenig ihren Kopf. Sie selbst war Zeuge dieser dunklen Zeiten geworden, als Tod und Verderben über ihre Heimat gezogen war. Sie war noch ein Kind gewesen und dennoch waren auch heute noch die Erinnerungen so klar in ihrem Kopf, als sei es erst gestern geschehen. „Verbündete schwinden, Allianzen zerbrechen, doch Freundschaften überdauern und manchmal sind sie das Letzte, was einem bleibt.“ Sicherlich war die Gruppe größer, als ein jeder von ihnen wohl erwartet hätte und doch hatte sie eine Größe, die wohl genau so sein musste. Wer konnte schon sagen, ob es nicht genau so vorherbestimmt gewesen war? Dass es nicht Zufall, sondern Bestimmung war, dass sie alle an diesem Tage sich auf dem Weg nach Isengard befanden.

„Ich selbst wusste bis zum Anbruch dieses Tages nicht, dass ich euch begleiten würde“, fügte Kahlan mit einem leichten Seitenblick zu Legolas hinzu. Ihr Vater war an diesem Morgen zu ihr getreten und hatte ihr gesagt, dass er wollte, dass sie die Gruppe begleitet. Sollte der Turm wieder Erwarten nicht verschlossen sein, so wäre sie seiner Ansicht nach diejenige, die mit den Büchern des alten Zauberers wohl am meisten anfangen würde können. Lesen konnte sie so mancher, doch nur sie hatte sich viele Jahre unter Elronds Leitung mit diesen Themen befasst. Niemand konnte mit Gewissheit sagen, dass in diesen Büchern nicht doch etwas verborgen war, was ihnen dienlich sein könnte.


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Ungelesener BeitragVerfasst: So 17. Apr 2016, 12:53 
Der kleine Tross setzte sich langsam in Bewegung und schon ritt Kahlan neben Legolas. Er nahm sie mit einem kurzen Seitenblick zur Kenntnis. Der Elb suchte selten die Gesellschaft von bestimmten Personen, aber sie war mit Sicherheit nicht die unangenehmste Begleitung, die er auf dem Weg haben konnte. Ein feines Lächeln lud sie ein den Weg mit ihm fortzusetzen oder, wenn es keiner Einladung bedurfte, wirkte es mit Sicherheit freundlich genug, um sie nicht zu vertreiben. Eigentlich war das Thema um die Größe der Gruppe für ihn bereits erledigt. Es war wie es eben war. Im Grunde war es Eomers Entscheidung und er selbst war nicht in der Position laut etwas dagegen zu sagen. Wenn man ihn nach seiner Meinung fragte, war das freilich etwas anderes. Er selbst hätte die Gruppe so niemals losreiten lassen, aber dass Elben- und Menschenreich in vielen Dingen nicht zu vergleichen war, war längst bekannt.

Doch Kahlan schien noch etwas dazu sagen zu wollen. Legolas folgte ihrem Blick und betrachtete die Menschen. Er nickte beiläufig. In der Tat wirkten sie wie Freunde. „Am Ende der Reise wird sich vielleicht die Frage stellen, ob Freundschaft genug Grund war, sie alle mitzunehmen“, stellte er wenig beeindruckt fest. Nach wie vor hielt er eine große Gruppe für ein Risiko. Als Kahlan ihm von einer Geschichte zu erzählen, die von einem Elben und einem Zwerg handelte, stutzte er kurz und warf ihr erneut einen Seitenblick zu, doch sie erwiderte ihn nicht, sondern sah weit in die Ferne, während sie sprach. Legolas tat es ihr für einen Moment lang gleich, ehe er sie wieder musterte. Das zuvor distanzierte und unverbindliche Lächeln war ein wenig breiter geworden und zeigte Verstehen.
Ihre kleine Gemeinschaft damals war von Erfolg gekrönt gewesen und Legolas stellte sich die Frage, ob das hier auch so sein würde. Sie waren drei gute Kämpfer gewesen, aber wenn er sich die Gruppe ansah... ein Mann mit einem Vogel. Eine Frau. Andererseits hätte er niemals erwartet einen Zwerg seinen Freund zu nennen. Er gab sich geschlagen und nickte. „Und ich dachte immer, Elben und Zwergen können keine Freunde sein“, antwortete er nicht ganz ernst gemeint.

Als Kahlan von den dunklen Zeiten sprach klang sie nachdenklicher als zuvor. Oder bildete er sich das nur ein? Er wagte es nicht, sie anzusehen, denn wenn er sich nicht täuschte, dann hatte er kein Recht ihr in diesem Augenblick der Erinnerung zu nahe zu kommen. Er selbst wusste nur zu gut, was damals geschehen war und mit welch schmerzlichen Verlusten alle Völker zu leiden gehabt hatten. Sie hatte recht: Freundschaften überdauerten die Zeit, während Allianzen brachen. Er fragte sich, was sein Vater in diesem Augenblick geantwortet hätte. Legolas warf einen Blick über die Schulter zu den unbekannten Begleitern auf ihrer Reise und konnte sich dennoch des unausgesprochenen, aber nagenden Gedankens nicht erwehren, dass das kein Grund war mit allen befreundet zu sein.
Erst als Kahlan ihn erneut direkt ansprach, sah er sie an. „Ihr braucht Euch vor mir nicht zu rechtfertigen. Ich bin sicher, Euer Vater hatte gute Gründe Euch mitzunehmen.“ Eine kurze Pause entstand und Legolas entschied, dass er die Gründe nur zu gerne wissen wollte. „Ihr seid also in Bruchtal aufgewachsen?“ Er war es nicht gewohnt unverfänglich zu plaudern. Seine Gespräche waren normalerweise von klaren Befehlen oder umfassenden Berichten geprägt. Nicht einmal mit Tauriel hatte er früher so gesprochen, mit Aragorn und Gimli schon gar nicht.


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Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 9. Mai 2016, 17:00 
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walker of unknown paths

Elben

„Vermutlich hätte keiner aus unserem Volke oder aus dem Volk der Zwerge jemals gedacht, dass sich dies einmal ändern könnte“, kam es mit einem leichten Lächeln von Kahlan. Sie kannte die Geschichte der Elben, wie auch die der Zwerge. Sie wusste von den Auseinandersetzungen beider Völker viele, viele Jahre in der Vergangenheit. Auseinandersetzungen, welche dazu geführt hatten, dass sich Generationen später die beiden Völker einander zwar akzeptiert hatten, aber wohl mehr als notwendiges Übel, denn als alles andere. „Ereignisse der Geschichte haben einen Keil zwischen beide Völker getrieben und Ereignisse der Geschichte waren es, die eine Brücke zwischen ihnen errichtete.“ Vielleicht konnte man es als Lauf der Dinge bezeichnen, dass es zu Umständen kam, an die keiner mehr geglaubt hatte. Aber vielleicht war es auch das gewesen, was in jedem selbst innewohnte, was erst eine solche Entwicklung ermöglicht hatte. Es war schwer zu sagen. Viele Elben glaubten, dass ihr Schicksal schon vor langer Zeit vorherbestimmt worden war und sie keinen Einfluss auf den Lauf der Zeit nehmen konnte. Eine Einstellung, die bei vielen aus ihrem Volke zu einer resignierten Verbitterung geführt hatte und sie hatte fast schon blind werden lassen, für die vielen Veränderungen, die in den letzten Jahren stattgefunden hatten. Etwas, dass sie bei den Menschen in der Art nicht hatte feststellen können. Zumindest nicht bei den Menschen, denen sie bisher begegnet war. Sie hatten alle ein festgelegtes Schicksal nicht akzeptieren wollen. Sie alle waren überzeugt davon gewesen, dass es sich ändern ließe. Dass nichts vorherbestimmt oder festgelegt war, sondern das Schicksal aus dem bestand, was man tat. Es sich aus Handlungen heraus bildete und es sich somit ändern ließe.

„Doch über diese Brücke muss ein jeder von uns alleine gehen“, fügte sie mit einem weiteren Lächeln hinzu und strich sich mit den Fingern eine Strähne ihrer braunen Haare zurück. Diese Widerspenstigkeit ihrer Haarpracht war untypisch für eine Elbe und konnte wohl als das Erbe ihrer Mutter bezeichnet werden. „Ja ich wuchs in Bruchtal auf, doch war es Fornost gewesen, in welchem ich das Antlitz dieser Welt zu sehen bekam“, sprach Kahlan mit ruhiger Stimme und beantwortete somit Legolas Frage. „Meine Mutter brachte mich in das sichere Bruchtal, nachdem Fornost von den Truppen aus Angmar überrannt wurde und mein Vater, wie auch mein Bruder das Leben verlor.“ Sie war noch ein Kind gewesen und doch konnte sie sich auch heute noch an jedes Detail dieser Nacht erinnern. Es war das Los der Unsterblichkeit niemals vergessen zu können. Aber es brachte auch nichts, ständig zu versuchen, vor seinen Erinnerungen davon laufen zu wollen, denn es war nicht möglich. Als sie noch jung gewesen war, da hatte sie es viele Male versucht. Hatte diese Bilder in ihrem Kopf versucht zu verdrängen, versucht zu vergessen und war verzweifelt gewesen, als es nicht funktionierte. Sie hatte versucht vor ihnen davon zu laufen, indem sie sich eingeredet hatte, dass es niemals passiert war, dass es einfach nur Bilder von einer Geschichte waren, die sie irgendwann einmal gelesen hatte. Doch durch die vielen Gespräche mit Glorfindel und Elrond hatte sie gelernt, mit diesen Erinnerungen umzugehen. Sie als ein Teil von sich selbst zu akzeptieren. 'Wenn du versuchst vor ihnen davon zu rennen, werden sie dich dein ganzes Leben lang jagen und dein Leben bestimmen. Akzeptiere sie und schließe Freundschaft mit ihnen. Nur dann wirst du deinen Frieden finden können'. So wie sie sich an die Ereignisse ihrer Kindheit erinnerte, so erinnerte sie sich auch noch genau an jedes Detail des Tages, an dem sie diese Worte vernommen hatte. Vieles war seit diesem Tag in diesen Landen geschehen.

„Erlaubt mir euch eine Frage zu stellen“, kam es mit einem leichten Blick von Kahlan in Legolas Richtung. „Wieso glaubt ihr, ich würde mich rechtfertigen wollen?“ Es lag ein Lächeln auf ihren Lippen, welches die Menschen wohl als Schmunzeln bezeichnen würden, würde es die Lippen eines Menschen zieren. Sicherlich interessierte sie seine Beweggründe, die zu einer derartigen Aussage geführt hatten, aber dennoch war es keine Frage, die auf einer unabdingbaren Ernsthaftigkeit basierte.


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Ungelesener BeitragVerfasst: Do 16. Jun 2016, 22:41 
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'CAUSE NOTHING 'ELSE' MATTERS!

Menschen

Elskáth versuchte erst gar nicht großartig ihr Schmunzeln zu verbergen, denn sie empfand die ganze Situation selbst ziemlich witzig, war allerdings froh, dass auch der König es scheinbar mit entsprechender Ruhe aufnahm. Auf seine Worte hin neigte sie leicht den Kopf, was einem etwas gedehnten Nicken gleichkam. „Nun gut, dann Aragorn...“ Es fühlte sich zwar etwas fremd und klumpig an, wenn sein Name, anstatt seines Titels sich über ihre Zunge rollte, doch würde sie sich schon daran gewöhnen; wohl auch daran, den Mann so zu behandeln wie jeden anderen. Elskáth war niemand, der leicht zu beeindrucken war, doch kam es selbst in ihrer Profession nicht allzu oft vor, dass man mit einem Kriegshelden und König, Seite an Seite ritt.

Der Vorstellungen und Späße war nun allerdings genug, und sie kamen wieder zum 'Ernst' ihres eigentlichen Zusammentreffens, als Aragorn zum Ritt aufforderte. Sie selbst konnte es sich nicht verkneifen, ihre beiden Freunde noch einmal kurz anzustumpfen, bevor sie sich kurz in Knie sinken ließ, ihr Haar wohlweißlich mit einem Schnick über die Schultern strich und dann auch schon die dreckigen Pfoten von Brack auf der Schoß, Brust und Schultern hatte – ebenso wie eine feuchte Zunge im Gesicht. „Sei ein guter Wolf und pass auf unsere Lieben acht, hörst du! Jaaah...alles gut...“ Der aufgedrehte Terrier fiepte, knurrte spielerisch und näselte noch einen Moment wild mit ihr herum, bis sie den Finger hob, was das eindeutige Zeichen für 'Schluss jetzt' war und ließ sich dann, zurück auf dem Boden, schwanzwedelnd und folgsam auf den Hintern nieder. „Geh Heim!“, befahl sie dann mit einem leicht betrübten Lächeln und das Tier jagte mit einem letzten Kläffen davon. Es rührte sie stets an, ihre Gefährten zurückzulassen, aber es musste nun einmal manchmal sein.
Daraufhin stieg sie selbst auf ihr Pferd, ließ es leicht antraben und schnitt mit einem feixen Dorstan und Rhonin, bevor sie neben Aragorn ritt, um ihre Neugierde zu befrieden und sich selbst vor allem dahin gehend zu helfen, wirklich 'nur' den Waldläufer in ihm zu sehen und nicht den großen König.
„Wieso habt Ihr Gondor verlassen? Werdet Ihr dort nicht eher gebraucht, als bei einem Spähtrupp nach Isengart?“, fragte sie ziemlich geradeheraus, aber lediglich neutral und ohne eine Art von Wertung in der Stimme. Es interessierte sie einfach, weshalb ein König seine Pflichten dafür einfach zurücksetzen konnte.

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